ZVEI-Präsident Krubasik zur Eröffnung der Hannover Messe: / Chancen für Deutschland durch Innovationen
(Hannover) - Unsere Chancen liegen in der Innovation und nicht in den Niedrigkosten, betonte Prof. Edward Krubasik, Präsident des ZVEI Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie anlässlich der Eröffnung der Hannover Messe am Sonntagabend (23. April 2006). Arbeitsplätze, Wachstum und Wohlstand entstehen in Deutschland und Europa nur durch die Erstanwendung neuer Technologien. Dafür stehe auch das Motto der diesjährigen Hannover Messe Get new technology first. Zudem sei durch die Schaffung solcher Leitmärkte eine wichtige Basis für ein erfolgreiches Exportgeschäft gegeben. Einen Modernisierungsbedarf von mehreren hundert Milliarden Euro gebe es europaweit alleine in den Infrastrukturbereichen. Der ZVEI-Präsident nannte hier Beispiele wie ein einheitliches europäisches Stromnetz, den Transrapid und die Verkehrstelematik.
Die High-Tech-Strategie der Bundesregierung erhalte die volle Unterstützung der Industrie. Hierzu gehöre die Entwicklung innovativer Leitmärkte ebenso wie die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Forschung. Krubasik erneuerte in diesem Zusammenhang die Forderung nach einer Forschungskooperationsprämie. Eine staatliche Prämie sollten solche Institute erhalten, die erfolgreich Industriegelder einwerben. Für die mehr als 140 so genannten Innovationscluster in Deutschland, die sich unter anderem auf der Hannover Messe präsentieren, schlug er ein europaweites Benchmarking vor.
Kurubasik setzte sich auch dafür ein, die Unternehmenssteuer-Reform rasch umzusetzen. Innovationsführerschaft bedeutet auch, Unternehmen und Investoren anzuziehen, die Arbeitsplätze schaffen. Dazu müssten die Steuersätze auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau gebracht werden. Mit Blick auf die Erbschaftssteuer forderte Krubasik die Bundeskanzlerin auf: Verwässern Sie die bereits verabredete Reform nicht durch Freigrenzen!
Eine zusätzliche Führungsrolle solle der Staat darüber hinaus bei der Mobilisierung privaten Kapitals übernehmen. Ziel sei es, lebhaftere Kapitalmärkte, große deutsche Pensionsfonds, mehr Private Equity und Venture Capital zu entwickeln. Krubasik: Dafür brauchen wir in der Politik mindestens genauso viele Kapitalmarkt- wie Renten- und Gesundheitsexperten.
Weitere Vorraussetzung für das Entstehen neuer Leitmärkte in Deutschland ist für Krubasik die Flexibilisierung und Mobilisierung des Arbeitsmarkts. Deutschland ist trauriger Rekordhalter für Regulierungen am Arbeitsmarkt. Wir wollen ihn stattdessen ankurbeln mit einer flexiblen und differenzierten Tarifpolitik. Ingenieure, die Projekte managen, oder Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung würden nicht durch Arbeitszeitbeschränkungen, zentral festgesetzte Lohnerhöhungen oder gar vorgeschriebene Pausenzeiten motiviert. Wir müssen sie sehr viel unternehmerischer entlohnen und sie am Erfolg, aber auch an den Risiken beteiligen, so Krubasik. Dies würde auch mehr internationale Fachkräfte anziehen.
Nach wie vor steuern wir auf einen massiven Ingenieurmangel hin, der zum Bremser für Innovation und Wachstum werden kann, warnte der ZVEI-Präsident bei der Eröffnung der weltgrößten Industrieschau. Es müsse alles dafür getan werden, junge Menschen für diese Studiengänge zu interessieren. Die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge sei ein richtiger und wichtiger Schritt.
Krubasik bezeichnete die Hannover Messe als jährliche Weltmeisterschaft der industriellen Zukunftstechnologien. Bei der in Hannover zur Schau gestellten Automatisierungs- und Energietechnik, dem Maschinen- und Anlagenbau und der Elektrotechnik und Elektronik gehe es um Spitzenleistungen und gemeinsame Anstrengungen, um gegenseitigen Ansporn und neue Ideen.
Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)
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