ZVEI zum Klimagipfel: Mehr Stromeffizienz ist machbar / Anwendung von energieeffizienter High-Tech soll gefördert werden / Transparenz durch monatliche Stromrechnung für Verbraucher
(Berlin) Im Vorfeld des Energiegipfels hat die deutsche Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ein Paket konkreter politischer Maßnahmen zur Förderung der Energieeffizienz in den Kommunen, in der Wirtschaft und in den privaten Haushalten vorgeschlagen. Klimaschutz ist in erster Linie eine öffentliche Aufgabe, wie die Landesverteidigung und die innere Sicherheit. Für diese Aufgabe kann und muss der Staat mehr private Anstrengungen mobilisieren, erklärte der Vorsitzende des ZVEI-Vorstandskreises Energie-Effizienz, Dr. Kurt-Ludwig Gutberlet, heute (2. Juli 2007) in Berlin. Manchmal braucht der Markt einen kräftigen Anstoß. Die anhaltend geringe Nachfrage nach energie-effizienten Geräten beweist, dass der Markt nicht immer alles alleine regeln kann. Ohne staatliche Anreize bleiben die geplanten Energie-Effizienzsteigerungen ein reines Wunschkonzert.
Anreize könnten zudem aber auch gesetzt werden, wenn der Verbraucher den Zusammenhang zwischen Energiekosten und -verbrauch aktuell nachvollziehen könne. ZVEI-Vorstandsmitglied Dr. Joachim Schneider schlug in diesem Zusammenhang vor, auf dem Energiegipfel zu verabreden, dass spätestens ab 2010 jeder Verbraucher eine monatliche Stromrechnung bekommt. Was für den Handy-Besitzer selbstverständlich ist, muss künftig auch für jeden Stromverbraucher gelten. Mehr Transparenz bei den Energiekosten werde entscheidend zu mehr Sparsamkeit der Verbraucher beitragen, zeigte sich Schneider überzeugt.
Schneider machte deutlich, dass die Stromeffizienz über die gesamte Versorgungskette zu verbessern ist. Um das deutsche Stromnetz für den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien fit zu machen, müsse es umfassend modernisiert werden: Der geplante Ausbau der Offshore-Windkraft zieht Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe für die notwendige Netzintegration nach sich. Derzeit sei die Infrastruktur der Stromversorgung weder auf die geplante Stromerzeugung in Offshore-Windanlagen noch auf die dezentralen Erzeugungskapazitäten im Bereich Photovoltaik mit ihren erheblichen Leistungsschwankungen ausgelegt. Auch der verstärkte Ausbau von z. B. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stellt völlig neue Anforderungen an das Verteilungsnetz, denn es muss zukünftig auch größere dezentral erzeugte Strommengen aufnehmen, hob Schneider hervor.
Als weitere konkrete Maßnahmen im Rahmen des Impulsprogramms Energie-Effizienz nannte Gutberlet einen auf zwei Jahre begrenzten öffentlichen Zuschuss in Höhe von 150 Euro je Kühl- und Gefriergerät der Effizienzklasse A++. Netto-Kosten von 130 Mio. Euro stünden einem Nutzen von 620 Mio. Euro gegenüber. Darüber hinaus fordert der ZVEI eine gezielte Energieberatung in Verbindung mit einem degressiven Sonderabschreibungsprogramm, um private Investitionen in energie-effiziente Aggregate im Industriebereich auszulösen. Die klassischen Glühlampen sollen zudem schrittweise durch energie-effizientere Beleuchtung ersetzt werden. Das ZVEI-Impulsprogramm sieht ferner ein spezielles KfW-Kreditprogramm für die Erneuerung kommunaler Straßenbeleuchtung sowie Marktanreizprogramme für elektrisch betriebene Wärmepumpen vor.
Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)
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