ZVEI zur Reform der Berufsbildung: Innovative Bildungsgänge in der Elektro- und Metallindustrie bereits Realität!
(Frankfurt am Main) Mit seinen Plänen zur Modularisierung der beruflichen Bildung ist der Innovationskreis Berufliche Bildung der Bundesregierung auf dem falschen Weg, so Rolf Emmerich, Sprecher des Ausschusses Berufsbildung im ZVEI Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. und Bildungsexperte der Siemens AG. Nicht die Schaffung eines Systems vorgegebener Bildungs-Bausteine, sondern die Kompetenzentwicklung der Fachkräfte müsse im Mittelpunkt stehen. Er verweist auf die erfolgreiche Neugestaltung der Berufsausbildung im Elektro- und Metallbereich: Die Stärke und die Zukunft der dualen Berufsbildung liege in der Verknüpfung von Bildung und Beschäftigung.
Die Unternehmenspraxis sei den Diskussionen der Bildungstheoretiker schon weit voraus. Die Aus- und Weiterbildungskonzepte, die in der Elektro- und Metallindustrie entwickelt und umgesetzt werden, nehmen dem ZVEI zufolge unternehmensübergreifende Anforderungen auf und legen großen Wert auf die Qualitäts- und Kundenorientierung. Sie orientierten sich an Geschäftsprozessen und ermöglichten so gleichermaßen die Einhaltung beruflicher Standards wie die flexible Erfüllung betrieblicher Anforderungen. Die zukünftigen Fachkräfte könnten ihre Kompetenzen durch eine neue Prüfungsform in authentischen beruflichen und betrieblichen Zusammenhängen nachweisen. So sehen immer mehr Ausbildungsgänge die Prüfung anhand betrieblicher Aufträge vor. Bei einer Weiterentwicklung der Berufsbildung gelte es, solche innovativen Modelle konsequent zu nutzen.
Emmerich stellt klar, dass mit den neuen Ausbildungsordnungen der Metall- und Elektro-Berufe bereits jetzt die Forderungen nach Transparenz im Hinblick auf die Durchlässigkeit im Bildungssystem und die Vergleichbarkeit in Europa erfüllt werden können. Die Berufsbilder seien aufeinander abgestimmt und auf Durchlässigkeit angelegt. Auch jetzt schon bestehe die Möglichkeit, benachteiligten Jugendlichen Leistungen, z.B. aus der Einstiegsqualifizierung, auf eine Berufs¬ausbildung anzurechnen.
Die derzeit diskutierte Modularisierung der beruflichen Bildung, so Emmerich, wäre vor diesem Hintergrund ein deutlicher Rückschritt. Hier werde ausschließlich in schulischen Kategorien gedacht. Lerninhalte würden explizit festgelegt. Wie sollen inhaltlich und örtlich fragmentierte Module den Auszubildenden ein angemessenes Bild von betrieblichen Belangen und typischen Herausforderungen beruflichen Handelns vermitteln? Und wie sollen Auszubildende in einem fremdbestimmten und bürokratischen System von Ausbildungsbausteinen Selbst¬verantwortung lernen?, fragt Emmerich. Die für die Betriebe notwendige Flexibilität könne so nicht erzielt werden, ebenso wenig wie die nur anhand komplexer Aufgaben erreichbare berufliche Handlungs¬kompetenz der Fachkräfte.
Die zukunftsweisende Stärke der dualen Berufsbildung, liege in der Verknüpfung von Bildung und Beschäftigung: Die Wirtschaft erwarte deshalb, dass diese innovativen Ordnungs- und Bildungskonzepte in die Diskussion aufgenommen werden und nicht auf Rezepte der Vergangenheit zurückgegriffen wird.
Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)
Christian Mannigel, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stresemannallee 19, 60596 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 6302-0, Telefax: (069) 6302-317
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