Gerade in den letzten zwei Jahren hat das Thema Nachhaltigkeit an Attraktivität und Strahlkraft in der öffentlichen Debatte eingebüßt. Immer wieder werden Polykrisen, Green Washing und wirtschaftliche Herausforderungen als Gründe für „Green Fatigue" (Nachhaltigkeitsmüdigkeit) angeführt. Den Verbänden kommt eine zentrale Rolle bei der Wissensvermittlung zwischen ihren Mitgliedern und der Politik zu, sagt Prof. Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Nachhaltige Wirtschaft (BNW), im Gespräch mit dem Verbändereport.

Nachhaltigkeit zwischen Konsolidierung und wirtschaftlichem DruckVerbändereport (VR): Laut des jüngsten „Sustainability Transformation Monitor 2026“ geben knapp 60 Prozent der Unternehmen an, dass ihr Nachhaltigkeitsengagement zurückgeht oder weniger Priorität hat. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieser Stimmungswechsel?Katharina Reuter (KR): Der Sustainability Transformation Monitor 2026 spricht richtigerweise von einer Konsolidierung. Nachhaltigkeit ist weiter fest etabliert. 77 Prozent der befragten Unternehmen haben entweder eine eigenständige Nachhaltigkeitsstrategie oder Nachhaltigkeit in ihre Unternehmensstrategie integriert. Das sind starke Zahlen.Wir erleben aber auch, dass der Druck auf Unternehmen abgenommen hat. Sowohl Berlin als auch Brüssel haben zuletzt stark dereguliert. Damit trifft die positive Grundüberzeugung der Unternehmen auf ein unsicheres regulatorisches Umfeld. In der Folge wird abgewartet und Investitionen werden verschoben.Unternehmen können keine klare Kosten-Nutzen-Kal

