Viele Geschäftsführer erleben ihren Alltag als Dauerbelastung. Doch ein Teil dieses Drucks entsteht nicht durch die Realität der Aufgabe, sondern durch die Art, wie sie eingeordnet wird. Wer systemische Spannungen akzeptiert und seine Energie auf echte Einflussbereiche richtet, gewinnt neue Handlungsspielräume.

Wenn Dauerstress zum Normalzustand wirdBei meinen ersten Fortbildungen, die ich als Verbandsgeschäftsführer besucht habe, wurde zum Einstieg eine einfache Frage an alle Anwesenden gestellt: „Wo stehen Sie aktuell auf einer Stressskala von eins bis zehn?“Fast der gesamte Raum sortierte sich zwischen acht und zwölf ein. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass bei niemandem eine wirklich außergewöhnliche Krise vorlag. Es war im Grunde der ganz normale Führungsalltag im Verband, der zu dieser Empfindung führte.Für mich war das ein Schlüsselmoment. Wenn der Regelbetrieb dauerhaft im oberen Belastungsbereich stattfindet, liegt das Problem nicht nur in der Arbeitsmenge. Es liegt in der inneren Einordnung.Verbandsführung ist anspruchsvoll. Unterschiedliche Interessen, politische Dynamiken, ehrenamtliche Strukturen, begrenzte Ressourcen, teils unklare Erwartungshaltungen und Reibungen gehören dazu. Wer erwartet, dass es dauerhaft ruhig und einvernehmlich läuft, wird zwangsläufig enttäuscht.Die entsch


