NRW steht beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vor einer Richtungsentscheidung: Reicht die Finanzierung künftig maximal noch für ein „Weiter so“ – oder nutzt das Land die Chance, Angebot und Qualität spürbar zu verbessern? Antworten darauf gibt das neue Leistungskostengutachten des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), das den Finanzierungsbedarf und die Wirkung zusätzlicher Investitionen bis 2040 detailliert für jedes Bundesland ausweist – so auch für Nordrhein-Westfalen. Das Leistungskostengutachten im Auftrag des VDV zeigt bundesweit und für jedes Bundesland, wie sich Angebot, Nachfrage, Kosten und Erlöse bis 2040 entwickeln und welchen finanziellen Rahmen es braucht, um entweder den Status quo zu modernisieren oder darüber hinaus ein deutlich besseres Angebot – das „Deutschlandangebot 2040“ – zu schaffen.
Im Rahmen des Gutachtens hat der VDV zwei Szenarien für die ÖPNV-Entwicklung bundesweit und in jedem Bundesland besonders untersuchen lassen: Modernisierung und Deutschlandangebot bis 2040. Die wichtigsten Ergebnisse für das Bundesland NRW: Im ersten Szenario „Modernisierung 2040“ wird das heutige ÖPNV-System technisch und strukturell erneuert: Das Verkehrsangebot bleibt insgesamt weitgehend stabil (+ 1 Prozent), gleichzeitig sinkt die Nachfrage leicht, vor allem aufgrund der prognostizierten demografischen Entwicklung – weniger Einwohner, insbesondere im erwerbsfähigen Alter, in ländlichen geprägten Kreisen und im Ruhrgebiet. Trotzdem steigt der Finanzierungsbedarf. Besonders stark wächst der Finanzierungsbedarf für die Stadtbahnsysteme (+ 146 Prozent) aufgrund des umfangreichen Grunderneuerungsbedarfs und punktueller Netzausbauten. Das zweite Szenario „Deutschlandangebot 2040“ geht noch einige Schritte weiter und setzt auf einen flächendeckenden Ausbau des Angebots in allen Regionen.
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