Verband & Tagung

70 Jahre Baden-Württemberg – Tagen im Land der Erfinder und Patente

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Zum 70-jährigen Jubiläum setzt das Land der patenten Tüftler vor allem auf mehr Nachhaltigkeit. Ein besonderes Qualitätssiegel ist die Wirtschaftsinitiative Nachhaltig­keit (WIN), die seit 2010 mit einer eigenen Charta, unterzeichnet von mehreren Hundert baden-württembergischen Unternehmen, das Thema Nachhaltigkeit fokussiert. Darunter sind etwa Stuttgart Marketing mit seinem Convention Bureau SCB, Messe und Flughafen Stuttgart, die Filderhalle Leinfelden-Echterdingen sowie die Congress Center Böblingen Sindelfingen.
Blick über Stuttgart © Kommwirmachendaseinfach.de-Nicole Hagemann

„Nachhaltigkeit stand bei uns schon lange im Fokus“, betont SCB-Leiterin Karina Grützner unter Hinweis auf die „Green Policy“-Auswahl im Online-Meeting-Guide der Landeshauptstadt. Die Leitsätze der WIN-Charta entsprechen den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen: Menschenrechte und Rechte der Arbeitnehmenden, Wohlbefinden der Mitarbeitenden, Berücksichtigen aller Anspruchsgruppen, Steigern der Ressourceneffizienz, effizienter Einsatz erneuerbarer Energien, Produktverantwortung nachhaltig und transparent gestalten, langfristigen Unternehmenserfolg und regionale Arbeitsplätze sichern, nachhaltige Innovationen, Finanzentscheidungen im Sinne der Nachhaltigkeit, Korruption verhindern, aufdecken und sanktionieren, Mehrwert für die Region generieren sowie Anreize zum Umdenken als Prozess zum Steigern unternehmerischer Nachhaltigkeit.

Als Managementsystem habe die Charta zudem den Vorteil, alle Berichtspflichten der EU-CSR-Richtlinie 2014/95 für nachhaltige Unternehmensführung und der Klimaschutz-Vereinbarung des Landes zu erfüllen, erläutert Grützner: „Nur Unternehmen mit einer effektiven Klimaschutz-Strategie werden langfristig wettbewerbsfähig bleiben.“ Ein wichtiger Baustein sei „Fairpflichtet“, der Nachhaltigkeitskodex der deutschen Veranstaltungsbranche.

Besonders freut die SCB-Leiterin Stuttgarts Auszeichnung als Deutschlands nachhaltigste Großstadt beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2022: „Das ist ein wunderbares Zeichen. Es bestätigt und wertschätzt das Engagement der Stadt sowie zahlreicher Locations und Hotels und stellt uns zukunftsfähig auf.“ Mit dem Steigenberger Graf Zeppelin Hotel im Herzen der Stadt hat das SCB einen neuen strategischen Partner gewonnen. Für Verbandsveranstaltungen bieten dessen großzügiges Foyer, acht voll klimatisierte, schallisolierte Salons mit Tageslicht für bis zu 400 Personen und zwei exklusive Board Rooms einen passenden Rahmen. Neben den 78 luxuriösen Zimmern und dem Spa kochen beide Restaurants international oder vegan, servieren Steaks oder schwäbische Spezialitäten. Alle Tagungen im Graf Zeppelin werden umweltbewusst und auf Wunsch CO2-neutral gestaltet.

Messe Stuttgart: Zwei neue Stadtbahn-Stationen an den Eingängen

Auch der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs macht Baden-Württemberg nachhaltiger. So freut sich Stefan Lohnert,
Geschäftsführer der Messe Stuttgart, über die neue Direktverbindung mit der U6 vom und zum Hauptbahnhof: „Diese Anbindung an das Stuttgarter Schienen-Netz macht den öffentlichen Nahverkehr für unsere BesucherInnen und AusstellerInnen noch attraktiver.“ Das zusätzliche Angebot neben der S-Bahn sorge für noch mehr Verbindungen: „Planbare Fahrtzeiten, staufreies und zudem umweltfreundliches Reisen kommt bei unseren KundInnen sehr gut an.“

Endete bisher die Streckenführung der von Gerlingen kommenden U6 in Stuttgart-Fasanenhof, quert die Trasse nun auf einer 107 Meter langen Bogenbrücke die Autobahn, entlang der B 27 weiter zur Endstation an der Messepiazza. Nun ist es möglich, mit der U6 in 30 Minuten vom Hauptbahnhof direkt zur Messe und zum Flughafen Stuttgart zu fahren. Hinzu­gekommen ist ferner die Haltestelle „Messe West“ mit RegioRad-Station zum Ausleihen von E-Bikes. „Damit haben wir an beiden Eingängen des Messegeländes eine Stadtbahn-Haltestelle. Ein absoluter Mehrwert für alle Beteiligten, denn Besucherströme werden so entzerrt“, lobt Lohnert „einen wichtigen Baustein für leistungsfähige, nachhaltige Mobilität“. Ladestationen für E-Autos und für E-Bikes gebe es an der Messepiazza schon lange.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Streckenabschnittes wurde der erste von 13 geplanten Mobilitätspunkten an der neuen Haltestelle Stadionstraße in Leinfelden-Echterdingen eröffnet, der das Angebot umweltfreundlicher Verkehrsmittel bündelt. Dort sind Bus und Bahn, RegioRadStuttgart, Sammelgaragen und Fahrradboxen, Kiss and Ride, Carsharing und E-Lademöglichkeiten im Angebot. Baden-Württemberg will mit solchen Mobilitätspunkten die Mobilitätswende und den Klimaschutz im Land weiter voranbringen und die Lebensqualität verbessern.

Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle: Noch nachhaltiger mit Meike Poweleit

Als Musterbeispiel für grüne Events preist Karina Grützner das Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle (KKL). Dort steht mit Meike Poweleit seit Januar erstmals eine Frau an der Spitze. Die 46-Jährige bezeichnet die Leitung des Kultur- und Kongresszentrums mit seiner traditionsreichen Geschichte als „echte Herzensangelegenheit“. Als Zentrum des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens habe die Liederhalle sie seit ihrem Start 2001 bei der Messe Stuttgart fasziniert. Dort angekommen, setzt sie mit ihrem Team auf verantwortungsvolles Weiterentwickeln und Serviceorientierung. Vorgänger Norbert Hartmann ist nach 16 Jahren in den Ruhestand gegangen. Poweleit ist „überzeugt, dass der Bedarf, sich nach der Pandemie analog zu treffen, groß sein wird. Natürlich kann man Wissen und Information digital vermitteln, aber die persönlichen Gespräche außerhalb der Tagesordnung machen Veranstaltungen aus und dafür bietet die Liederhalle die perfekte Plattform.“ Ebenfalls überzeugt sind Martin Rau und Andreas Kroll, Geschäftsführer der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft: „Sie bringt aus ihren bisherigen Stationen im Messe- und Kongressgeschäft sowie den damit verbundenen Eventerfahrungen beste Voraussetzungen für diese anspruchsvolle Tätigkeit mit sich.“

Seit Dezember 2021 ist das Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle aktives Mitglied der WIN-Charta. Nachhaltigkeit wird in- und extern mittels eines lokalen WIN!-Projekts umgesetzt. Poweleits Team unterstützt das von NatureLife-International initiierte Projekt der Wasserbüffelbeweidung im nahen Bottwartal. Die Kooperation mit der Umweltstiftung NatureLife, CO2-Kompensation von Veranstaltungen und Nachhaltigkeitsschulungen der Mitarbeitenden bestehen seit vielen Jahren. Im Rahmen des regionalen Naturschutzprojekts beweiden seit 2019 inzwischen zehn Wasserbüffel die Wiesen zwischen Groß- und Kleinbottwar. Ziel des wissenschaftlich begleiteten Projekts ist es, die Diversität der Flora und Fauna zu mehren. Die Wasserbüffel sollen der zunehmenden Verschilfung des rund zwölf Hektar großen Geländes entgegenwirken. Auf ihrem Dung können viele Insekten siedeln, die auf der Speisekarte vieler Vogelarten stehen. Zudem locken die Wasserlöcher, in denen sich die Büffel gerne suhlen, als kleine Feuchtbiotope Amphibien an. Das Liederhallen-Team hilft engagiert beim regelmäßigen Ausbessern und Freischneiden der Zäune im sumpfigen Gelände.

Filharmonie lebt nachhaltig auch hybrid

Die FILharmonie hat sich, ISO-zertifiziert, der Nachhaltigkeit fairpflichtet. Das barrierefreie Kultur- und Kongresszen­trum offeriert ein variables Raumkonzept mit bis zu 895 Sitzplätzen in zwei kombinierbaren Sälen sowie neun Tagungsräume. Das FILharmonie-Hybridkonzept garantiert Planungssicherheit. Gemeinsam mit b&b eventtechnik können Veranstaltungen flexibel ausschließlich live, hybrid oder komplett digital durchgeführt werden.

Dafür wurde die große Bühne in ein Streaming-Studio verwandelt. Dieses FILStudio bietet Verbänden auch unter Pandemierestriktionen maximale Verlässlichkeit. Langfristig gedacht, möchte die FILharmonie das Beste aus beiden Welten vereinen, Reichweiten erhöhen und Teilnehmenden auf Wunsch nachhaltig weite Anfahrtswege ersparen. Neben ihren vielfältigen Raumkonzepten, besonderen Rahmenprogrammen und Inszenierungsmöglichkeiten setzt die FILharmonie auf maßgeschneiderte Angebote und sorgt mit Better Taste/Catering Experts für kulinarische Highlights in jedem Format.

Fellbach Event & Location mit neuem Feeling

Die 1976 gegründete Schwabenlandhalle Fellbach Betriebsgesellschaft ist kontinuierlich gewachsen und betreibt neben der Schwabenlandhalle auch die Alte Kelter sowie die Festhalle Schmiden. Mit dem Fellbacher Wahrzeichen Waldschlössle freut sich Direktor Jens Mohrmann bereits auf eine weitere, ganz besondere Location. Das Waldschlössle wird derzeit revitalisiert und bietet künftig Platz für Business-Events und Familienfeiern bis 200 Personen.

Anlass genug umzufirmieren, um alle Geschäftsbereiche und Locations unter einer neuen Dachmarke zu vereinen. What a feeling: Die einstige Betriebsgesellschaft heißt nun Fellbach Event & Location GmbH (feel)!

Metropolregion Rhein-Neckar wird nachhaltiger

Die Metropolregion Rhein-Neckar mit Mannheim und Heidelberg treibt, gefördert vom Bundesinnenministerium, das Projekt „Nachhaltigkeit in der Regional- und Stadtentwicklung“ mit Bürgerbeteiligung zum Definieren von Zielen für 2030 voran. Angeführt vom Mannheimer Rosengarten, umfasst die Datenbank des Convention Bureaus der 2,4-Millionen-Einwohner-Region fast 50 Locations und Hotels.

Karlsruhe mit Akademiehotel und Klimafrühling

Eine Besonderheit in Karlsruhe ist das AkademieHotel des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes bei dem zum 01.04.2022 eine Umfirmierung in GenoHotel Karlsruhe des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes stattfindet. Auch unter dem neuen Namen wird sich das Haus weiterhin als Ort der persönlichen und beruflichen Begegnung und Weiterentwicklung verstehen und für externe Kunden offen sein.

Der moderne Hotel- und Tagungscampus mit 3-Sterne-Superior-Qualität liegt citynah zentral und doch im Grünen, angeschlossen an den öffentlichen Nahverkehr. Zum Entspannen und Austausch laden die parkähnliche Außenanlage, eine große Sonnenterrasse, der ebenfalls große Sauna- und Fitnessbereich sowie die BistroBar ein. Vor der Tür lockt der Karlsruher Oberwald zu Outdoor-Aktivitäten.

Das tageslichthelle AkademieHotel zählt zu Deutschlands 250 besten Tagungshotels. An den Tagungscampus mit 33 modern ausgestatteten Seminar- und Veranstaltungsräumen für bis zu 370 Personen schließt sich der Hotelbereich mit 143 Gästezimmern an. Das Haus mit „Corona-Knigge“ bietet volle Wahlfreiheit, Veranstaltung rein digital oder als Kombination von Live- und Streaming­event durchzuführen.

Gastronomisch setzt das Haus auf regionale und saisonale Köstlichkeiten. „Als Verband der fast 800 Genossenschaften in Baden-Württemberg setzen wir mit großer Leidenschaft konsequent auf regionale Produkte. Das ist für uns eine Herzenssache“, dankte BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser 2020 für die Auszeichnung mit dem Gütesiegel „Schmeck den Süden“. Verantwortungsvolles und nachhaltiges Wirtschaften könne nur durch Regionalität gelingen. Dafür stünden die Genossenschaften und ihr Verband.

Über das Kulinarische hinaus ist Nachhaltigkeit in Philosophie und Alltag des AkademieHotels verankert. Bereits seit 2014 ist es als Ausdruck bewussten und respektvollen Umgangs mit natürlichen Ressourcen EMAS-zertifiziert. Energiesparendes und ressourcenschonendes Verhalten ist Basis eines möglichst klimaneutralen und nachhaltig gestalteten Aufenthaltes. Regelmäßig werden für Weiterentwicklungsmaßnahmen relevante Umweltaspekte im Rahmen der Portfolioanalyse hinterfragt.
Karlsruhe wurde bereits 2015 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet, feiert jährlich seinen „Klimafrühling“ und setzt im Alltag auf fairen und lokalen Handel sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung. Für Veranstaltungen vermittelt das regionale Convention Bureau „grüne“ Partner: „Meetgreen“ kennzeichnet sie im Online-Venue-Finder.

Auch im Schwarzwald lässt sich nachhaltig Tagen

Mehr Natur als im baumreichen Schwarzwald geht kaum. Das macht ihn als Tagungsregion attraktiv, die mit Baden-Baden und Freiburg über gleich zwei Convention Bureaus verfügt. Mit dem Kongresshaus Baden-Baden, weiteren vier über 1.000 Gäste fassenden Locations und 127 Beherbergungsbetrieben mit 2.933 Zimmern, von denen 25 über Meetingflächen verfügen, ist die Kurstadt mehr als konkurrenzfähig. Das Kongresshaus für 2.700 Personen präsentiert sich nach fünfjährigem Umbau innovativ und modern. Das fernwärmegeheizte Glashaus mit Wärmerückgewinnung reduziert, dank Tageslicht seiner Dreifach-Panoramafenster, den Einsatz der energiesparenden LED-Beleuchtung.

Das Kongressbüro Freiburg zeigt sich als „Umwelthauptstadt“ mit besten Voraussetzungen für Green Meetings und über 40 „grünen“ Locations in seiner Datenbank. Viele Forschungseinrichtungen und Unternehmen arbeiten vor Ort an nachhaltigen Lösungen. Ein Großteil des Verkehrs läuft mit dem Rad. Wer die kurzen Wege nicht zu Fuß zurücklegen mag, den bringen Stadtbahnen mit Ökostrom ans Ziel. Freiburgs Kongresszentrum und die Messe erzeugen ihren Strom mit Solaranlagen.

Nicht ohne den Bodensee

Nachhaltig zum 70-jährigen Baden-Württemberg gehören auch weite Teile der Bodensee-Region im Dreiländereck mit Österreich und der Schweiz. Darüber berichten wir detailliert ab Seite 70.

(Autor: Christian Boergen)


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