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Kongressstandorte erweitern oder bauen neu

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Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass die Branche mit leichtem Optimismus in die Zukunft schaut. In der Wissenschaftsstadt Heidelberg entsteht zurzeit ein neues Kongresszentrum, das 2023 eröffnet werden soll. In Berlin dagegen hat das Estrel die Coronazeit gut genutzt, um das bisherige Estrel Congress Center (ECC) um 5.000 Quadratmeter Veranstaltungsfläche zu erweitern. Und auch in der Kongress-Region Bonn/Rhein-Sieg ist mit dem neuen Rhein Sieg Forum eine Location eröffnet worden, die für Verbandsveranstaltungen sehr flexibel bespielbar ist.
Rhein Sieg Forum – Außenansicht © Rhein Sieg Forum

Estrel Berlin – noch mehr Platz für Verbandsevents

Das Estrel an der Sonnenallee im Berliner Ortsteil Neukölln ist mit 1.125 Zimmern und einem Umsatz von über 80 Millionen Euro (2019) Deutschlands größtes Hotel mit rund 550 fest angestellten Mitarbeitern. Gleichzeitig ist es Europas größtes Hotel-, Con­gress- und Entertainment-Center.

Nach zwei Jahren Corona stehen aktuell auch dort alle Zeichen auf eine Rückkehr zur Normalität. Gerade die Veranstaltungsbranche hat massiv unter den Corona-Maßnahmen gelitten und nicht wenige Locations haben die Zeit nicht überstanden.

Das Estrel Berlin hat in den vergangenen 24 Monaten nicht nur bewiesen, dass mit einem Hygiene- und Sicherheitskonzept nebst eigenem Testzentrum selbst große Kongresse wie z. B. der BDEW Kongress 2021 erfolgreich umgesetzt werden können, sondern hat die Zeit auch genutzt, um sich für die Zukunft aufzustellen.

Schon gleich zu Beginn der Pandemie hat das Estrel ein fest installiertes, multifunktionales Digitalstudio für hybride und volldigitale Events eingerichtet und so auf die neuen Gegebenheiten reagiert.

Im August 2021 – also mitten in der Pandemie – ist dann nach nur zwei Jahren Bauzeit das neue Estrel Auditorium eröffnet worden. Zusammen mit zehn neuen Tagungsräumen stehen dem Estrel Congress Center ab sofort 30.000 Quadratmeter Eventfläche für Kongresse, Fachtagungen, Messen und Events mit bis zu 15.000 Gästen zur Verfügung. Das Herzstück des Neubaus bietet Platz für knapp 800 Personen, eine erstklassige Sicht durch aufsteigende Sitzreihen auf die 48 Quadratmeter große fest installierte LED-Wand sowie ein herausragendes Hörerlebnis durch speziell konzipierte Akustikwände. Der Neubau ist technisch für die digitale Zukunft gerüstet: Ausgestattet mit Glasfaser-Netz mit Breitband-Internet, Streaming-Encodern für hybride Events und Remote-Kameras können alle Räume via Video zugeschaltet und untereinander vernetzt werden. Mit fest installierten Laserprojektoren, Leinwänden, AES-verschlüssel­ter Mikrofonie zur Sprachverstärkung sowie State-of-the-Art-Lichttechnik für stimmungsvolle Beleuchtung lassen sich Events schnell und mit minimalem Aufwand für Auf- und Abbauten realisieren. Schon während der Eröffnung im Beisein von 170 geladenen Gästen gab es die Probe aufs Exempel: Bei einer musikalischen Einlage der Berliner Symphoniker befand sich nur der Dirigent Hansjörg Schellenberger im Auditorium, während die Musiker – aufgeteilt in kleineren Gruppen in weiteren Eventräumen des Neubaus – live zu einem musikalischen Gesamtkunstwerk zugeschaltet wurden.

Angrenzend befinden sich außerdem Techniklager sowie eigene Küchen- und Servicebereiche. Das Estrel Kongresszen­trum besteht neben dem neuen Anbau aus zwei Convention Halls mit jeweils Platz für rund 5.000 Gäste, die 2015 eröffnet wurden. Es kann autark genutzt und betreten werden, ist aber auch über eine gläserne Brücke mit dem eigentlichen Hotelbereich verbunden. Dort befinden sich ein weiterer Saal und 75 Tagungsräume.

Und es geht zukünftig noch höher hi­naus: Ebenfalls in 2021 fiel der Startschuss für den Bau des 176 Meter hohen Estrel Tower – der ein neues Wahrzeichen der Hauptstadt werden soll. Der als mixed-use geplante Estrel Tower soll eine Mischung aus Hotel, Serviced Apartments, Büros, kreativen Flächen und Highlights wie ein „Farm to Table“-Restaurant im 43. und 44. Stockwerk sowie einer Skybar mit Außenterrasse und herausragendem Blick auf Berlin bieten. Der Tower wird durch einen Tunnel nahtlos an das Estrel Congress Center (ECC) mit seinen Veranstaltungsflächen angebunden sein.

Alles unter einem Dach

Alle neuen Projekte des Estrel sind integriert in das „Alles unter einem Dach“-Konzept, welches das Berliner Haus zu einer renommierten Veranstaltungslocation national und international gemacht hat. Mit den kurzen Wegen zum Hotel, zu den vier Restaurants, zur neuen Outdoorlocation „Waterfront“ direkt am Neuköllner Schifffahrtskanal und zum Estrel Showtheater mit seinen unterschiedlichen Showproduktionen eröffnet das Haus seine Möglichkeiten für abwechslungsreiche Rahmenprogramme.

Neben der Kultshow „Stars in Concert” laufen im Estrel Showtheater – einer umgebauten ehemaligen Fabrikhalle – weitere Show-Produktionen und Musicals u. a. über das Leben der Beatles, ABBA, Elvis Presley, Tina Turner, die Blues Brothers und vieles mehr. Darüber hinaus bietet das „Estreltainment" zahlreiche, speziell auf den Anlass zugeschnittene Show-Konzepte, die sowohl als Rahmenprogramm als auch bei Veranstaltungen außerhalb des Estrel gebucht werden können. Gastronomische Vielfalt findet man vor und nach den Vorstellungen in den Restaurants und Bars im direkt angrenzenden Estrel Hotel Berlin, die neben À-la-carte-Gerichten auch ein spezielles Show-Menü anbieten.

Das Estrel gehört keiner Hotelkette an, sondern befindet sich im Privatbesitz des Bauunternehmers Ekkehard Streletzki, der für das Projekt Estrel den Branchenpreis „Hotelier des Jahres 2000“ erhielt. Der Name des Hotels geht auf die Kürzung des Besitzernamens zurück. Das Ehepaar Streletzki hat im Estrel auch eine Galerie mit Werken von Berliner und internationalen Künstlern geschaffen. Die umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Kunst ist im neuen Atrium sowie im gesamten Hotel ausgestellt. Sie umfasst u. a. Werke von Lynn Chadwick, Claudia Comte, Tony Cragg, Peter Halley, Rashid Johnson, William Kentridge, Jonathan Meese, Anselm Reyle, Erwin Wurm. Ein aktuelles Outdoor-Projekt ist der farbenprächtige Pavillon des in London beheimateten Künstlers Yinka Ilori vor dem Hotel, der auch für Veranstaltungen, Workshops und Gespräche genutzt werden kann.

Rhein Sieg Forum – kreativ und offen

Zu den interessantesten Schauplätzen für Tagungen und Kultur in der Region Bonn/Rhein-Sieg gehört das neue Rhein Sieg Forum in Siegburg. Mit einer Gesamtfläche von über 3.000 Quadratmetern ist es das größte Veranstaltungshaus zwischen Köln und Bonn. Transparenz, Geradlinigkeit, Kreativität und Offenheit prägen die Architektur des Hauses. Mit dem flexiblen Raumkonzept aus zwei wandelbaren Sälen, der großzügigen Ebene mit sechs Konferenzräumen und verschiedenen Foyerflächen finden Tagungen, Kongresse und Ausstellungen mit 20 bis 500 Personen angemessenen Raum und Rahmen.

Der Kleine Saal kann auch als Schauplatz für Konzerte oder Vorträge dienen. Ermöglicht wird dies durch die Option, den 355 Quadratmeter großen Saal komplett zu verdunkeln und um eine Bühne zu ergänzen. Die Konferenzräume schaffen mit klarer Architektur ein offenes Ambiente. Genau wie der Kleine Saal können auch sie bei Bedarf verdunkelt werden. Alle Räume verfügen über moderne technische Möglichkeiten und vielfältige Bestuhlungs­optionen. Die Kapazität der Konferenzräume reicht bis zu 100 Personen in Reihe. Das Forum ist mit allen Verkehrsmitteln und von den Flughäfen Köln, Düsseldorf und Frankfurt aus schnell zu erreichen. Der ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn und viele Hotels liegen in Laufdistanz.

Heidelberg Congress Center öffnet 2023

Für das nächste Jahr ist in der Wissenschaftsstadt Heidelberg die Eröffnung eines neuen Konferenzzentrums geplant: Das „Heidelberg Congress Center“ (HCC) wird derzeit im Zukunftsstadtteil Bahnstadt gebaut. Im März 2020 fand der Spatenstich statt, die Bauzeit beträgt voraussichtlich drei Jahre. Gegenüber dem Hauptbahnhof und dem neuen Europaplatz entsteht ein architektonisch markantes Gebäude mit einer rötlich getönten Fassade in nachhaltiger Bauweise. Der größte Saal wird eine Gesamtkapazität von 1.800 Sitzplätzen haben und eine Höhe von fast 14 Metern. Ein weiterer Saal soll Platz für 800 Personen bieten. Ergänzt wird das Angebot durch acht Meeting Spaces, großzügige Foyerflächen und ein Greenscreen-Studio. So sollen sich auch hybride Events kreativ umsetzen lassen.

Mit dem Stadtteil Bahnstadt wurde nach intensiver Bürgerbeteiligung ein Standort für das Heidelberg Congress Center gefunden, der Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bietet und verkehrlich sehr gut angebunden ist. Direkt vor dem HCC befindet sich die Straßenbahnhaltestelle Hauptbahnhof Süd.

Der Bau erfolgt durch die städtische Bau- und Servicegesellschaft (BSG), eine hundertprozentige Tochter der Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbh Heidelberg (GGH). Die städtische Gesellschaft Heidelberg Congress ist für den operativen Betrieb des Konferenzzentrums und der Stadthalle Heidelberg zuständig. Das HCC soll künftig Konferenzen und Tagungen in Heidelberg ein neues Zuhause bieten.

(MW)

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