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Studien & Statistiken

Die Anzahl der haupt- und nebenamtlich geführten Verbände - Entwicklung seit 1990

Es gibt nach den offiziellen Daten der DGVM (Deutsche Gesellschaft für Verbandsmanagement e.V.) und des Deutschen Verbände Forums - verbaende.com in Deutschland rund 15.000 Verbände. Zu den Verbänden zählen auch die Kammern, Innungen und andere Körperschaften des öffentlichen Rechts. Rund 8.500 Verbände verfügen über eine hauptamtlich geführte Geschäftsstelle. Ende 2013 haben etwa 1.500 Verbände ihren Erst- oder einen Neben-Sitz in Berlin.

Jahr absolut Veränderung ggü. Vorjahr
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1990 10.148  
1992 10.103 -0,44%
1994 10.635 5,27%
1996 10.912 2,60%
1998 11.311 3,66%
2000 11.479 1,49%
2002 11.947 4,08%
2004 12.538 4,95%
2006 13.737 9,56%
2008 14.316 4,21%
2010 15.070 5,27%
2012 15.538 3,11%
2014 15.664 0,81%
2016 15.749 0,54%

(Daten: Deutsches Verbände Forum - verbaende.com & Deutsche Gesellschaft für Verbandsmanagement (DGVM) & Tim Richter, Schätzung. Dezember 2016)

Grundsätzlich hat sich die Anzahl der Verbände in Deutschland stetig erhöht. Schätzungen der DGVM zufolge um etwa fünf Prozent jährlich im Durchschnitt. Eine Zusammenstellung der Daten seit 1990 ergibt eine absolute Zunahme von cirka 5.600 Verbänden und Verbandsvertretungen. Die Schätzung weist die Entwicklung für haupt- und nebenamtliche geführte Verbände aus.

Die DGVM teilt in die fünf Handlungsfelder:

  1. Arbeit und Wirtschaft (mit einem Anteil von ca. 50 Prozent an allen Verbänden)
  2. Gesellschaft und Politik (ca. 11 Prozent)
  3. Freizeit und Kultur (ca. 9 Prozent)
  4. Bildung und Wissenschaft (ca. 10 Prozent)
  5. Gesundheit und Soziales (ca. 20 Prozent)

Verbände-Ranking in Deutschland: Die mitgliederstärksten Verbände in Deutschland (Auswahl)

Die Bedeutung und der Einfluss eines Verbandes lässt sich nicht alleine an seiner Mitgliederzahl oder dem Jahresbudget festmachen. Sein Bekanntheitsgrad, der Verbandstyp (Personen- oder Institutionenverband bzw. Landes- oder Bundesverband, Spitzenverband, Zentralverband oder Gesamtverband), seine Öffentlichkeitsarbeit aber auch der Organisationsgrad und beispielsweise die Wichtigkeit der Branche für die deutsche Wirtschaft sind ebenso wichtige "Einfluss-Faktoren".

  • Deutscher Olympischer Sportbund, 27.000.000 Mitglieder (in 90.000 Turn- und Sportvereinen der 95 Mitgliedsorganisationen)
  • ADAC Allgemein Deutscher Automobil-Club e.V., 15.758.661 Mitglieder (in Regional- und Ortsclubs)
  • Deutscher Fußballbund (DFB), 6.300.000 Mitglieder (in 26.000 Mitgliedsvereinen)
  • Landessportbund Nordrhein-Westfalen, 5.112.115 Mitglieder (in 19.976 Vereinen)
  • Deutscher Turner-Bund (DTB), 5.068.417 Mitglieder (in 20.368 Mitgliedsvereinen)
  • Deutsches Rotes Kreuz e.V. (DRK), 4.460.639 Mitglieder
  • Bayerischer Landes-Sportverband e.V., 4.209.480 Mitglieder (in 11.581 Vereinen)
  • Landessportverband Baden-Württemberg e.V., 3.754.572 Mitglieder (in 11.390 Mitgliedsvereinen)
  • Deutscher Tennis Bund (DTB), 1.658.803 Mitglieder (in 9.945 Tennisvereinen)
  • Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband e. V. (WFLV), 1.500.000 Mitglieder (in etwa 7.000 Vereinen)
  • Landessportbund Rheinland-Pfalz e.V., 1.478.884 Mitglieder (in 6.271 Vereinen)
  • Deutscher Schützenbund e.V., 1.475.962 Mitglieder
  • Sozialverband VDK, 1.400.000 Mitglieder
  • Deutscher Mieterbund e.V. (DMB), 1.200.000 Mitglieder (in ca. 322 Regional- und Ortsvereinen)


Bitte berücksichtigen Sie, dass bei obiger Aufstellung Institutionenverbände und Personenverbände gemischt sind. So ergeben sich Teilmengen (Beispiel: Deutscher Turner-Bund (DTB) ist eine Teilmenge des Deutschen Sport Bundes). Gewerkschaften, Kirchen und Parteien sind nicht aufgeführt.

Standortkarte der Verbände in Deutschland

Lokalisation der Standorte deutscher Verbände: Entlang der "Rheinschiene" (Düsseldorf bis Rhein-Main) gibt es die meisten Verbände.  Zum einen liegt es daran, dass hier traditionell (Bonn/Köln) viele Verbände ihren Sitz haben und behalten. Zum anderen sind die Landeshauptstädte Düsseldorf, Mainz und Wiesbaden wichtige Verbandsstandorte, deren gleiche Nähe sowohl zur Bundeshauptstadt Berlin wie auch nach Brüssel und Straßburg ausschlaggebend sind. Für die Rhein-Ruhr Gegend, das Rheinland (Köln/Bonn) und Frankfurt kommt die gute Erreichbarkeit (Bahn, Flugzeug) hinzu.

Diese Verteilung der Verbände entlang der "Rheinschiene" korrespondiert mit den Erhebungen der GfK-Marktforscher. Sie fanden heraus, dass "die höchste Firmendichte in Deutschland ist in den Ballungsräumen Ruhrgebiet, im Südwesten - insbesondere den Regionen Frankfurt und Stuttgart -, in der Münchner Region sowie in den Stadtstaaten Hamburg und Berlin zu finden" sei. "Dort sind mehr als 50 Firmen pro km2 anzutreffen. In einigen Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburgs und im Osten von Bayern sind es hingegen weniger als 5 Firmen pro km2". Da die Mitglieder Verbände formen, wird ein Verband seinen Sitz in die Nähe der meisten seiner Mitglieder legen.

Ehrenamt in Deutschland

Deutschland ist ein Vereins-Land. So stark wie heute war die Zivilgesellschaft noch nicht - und sie wächst weiter und wird politischer. Das ist das Ergebnis des aktuellen ZiviZ-Surveys, durchgeführt von ZiviZ (Zivilgesellschaft in Zahlen) im Stifterverband.

Weiterhin stellt der Survey heraus, dass sich die meisten Menschen nach wie vor ehrenamtlich ergangen und auf diese Weise einen großen Beitrag zur sozialen Integration auf vielerlei Weise leisten.

Allen Thesen zum Vereinssterben zum Trotz: Die Zivilgesellschaft in Deutschland wächst. Heute gibt es mehr gemeinnützige Organisationen als je zuvor. Fast jeder zweite Bundesbürger ist Mitglied in einem von mehr als 600.000 Vereinen in Deutschland. 95 Prozent der gemeinnützigen Organisationen sind Vereine, aber auch Stiftungen und Genossenschaften und andere Organisationsformen nehmen zu. Bei einem Drittel der Vereine stieg die Zahl der Mitglieder im Vergleich zum Jahr 2012. Nur ein kleiner Teil der Vereine gibt an, dass sie weniger Mitglieder und Engagierte haben.

Dennoch gibt es Unterschiede: Zwar ist der Bereich Sport mit 22 Prozent der größte Organisationsbereich. Aber hier sagen nur 32 Prozent der etwa 133.000 Vereine, dass ihre Mitgliederzahlen wachsen. Bei Vereinen, die Bürger- oder Verbraucherinteressen vertreten, sind es ganze 51 Prozent.

Dabei zeigt die Untersuchung auf, dass die Zivilgesellschaft heute zielorientierter als bisher agiert: Städtische Zivilgesellschaften sind politischer, der ländliche Bereich stärker auf Integration orientiert. Ist das traditionelle Vereinswesen - wie Sport-, Freizeit- und Geselligkeitsvereine - auf dem Land fest verankert, sind in den Städten auch Stiftungen und gemeinnützige Kapitalgesellschaften zu finden. Hier spielen dienstleistungsorientierte oder politisch und sozial ausgerichtete Organisationen eine viel stärkere Rolle als auf dem Land. "Ohne bürgerschaftliches Engagement keine Zivilgesellschaft" stellt die Projektleiterin des Surveys, Jana Priemer, fest. 72 Prozent der Organisationen arbeitet ohne bezahlte Beschäftigte, also auf rein ehrenamtlicher Basis!

 

(Datenbestand: 31.03.2017; Alle Angaben ohne Gewähr;
(C) Deutsches Verbände Form, Tim Richter)