Nach den offiziellen Daten des Deutschen Verbände Forums gibt es in Deutschland knapp 15.000 Verbände. Zu den Verbänden zählen auch die Kammern, Innungen und andere Körperschaften des öffentlichen Rechts. Rund 8.300 Verbände verfügen über eine hauptamtlich geführte Geschäftsstelle. Etwa 1.900 Verbände ihren Erst- oder einen Neben-Sitz in Berlin.
| Jahr | absolut | Veränderung ggü. Vorjahr |
| 1990 | 10.148 | |
| 1992 | 10.103 | -0,44% |
| 1994 | 10.635 | 5,27% |
| 1996 | 10.912 | 2,60% |
| 1998 | 11.311 | 3,66% |
| 2000 | 11.479 | 1,49% |
| 2002 | 11.947 | 4,08% |
| 2004 | 12.538 | 4,95% |
| 2006 | 13.737 | 9,56% |
| 2008 | 14.316 | 4,21% |
| 2010 | 15.070 | 5,27% |
| 2012 | 15.538 | 3,11% |
| 2014 | 15.664 | 0,81% |
| 2016 | 15.749 | 0,54% |
| 2018 | 15.644 | -0,67% |
| 2020 | 15.613 | -0,20% |
| 2022 | 15.085 | -3,38% |
| 2024 | 14.842 | -1,61% |
| 2026* | 14.716 | -0,85% |
(Daten: Deutsches Verbände Forum – verbaende.com, Schätzung Januar 2026)
Nachdem sich die Anzahl der Verbände in Deutschland bis 2020 regelmäßig erhöht hat, hat vor allem die Digitalisierung bewirkt, dass die Anzahl an Geschäftstellen seitdem abnimmt. Der Hintergrund sind vor allem Kostengründe und die Zusammenlegung von Landesverbänden oder auch Fusionen unterschiedlicher Verbände. Branchen verändern sich und damit auch die Verbandswelt.
Das Deutsche Verbände Forum teilt Verbände in fünf Handlungsfelder ein
- Arbeit und Wirtschaft (mit einem Anteil von ca. 50 Prozent an allen Verbänden)
- Gesellschaft und Politik (ca. 11 Prozent)
- Freizeit und Kultur (ca. 9 Prozent)
- Bildung und Wissenschaft (ca. 10 Prozent)
- Gesundheit und Soziales (ca. 20 Prozent)
Verbände-Ranking in Deutschland: Die mitgliederstärksten Verbände in Deutschland (Auswahl)
Die Bedeutung und der Einfluss eines Verbandes lässt sich nicht alleine an seiner Mitgliederzahl oder dem Jahresbudget festmachen. Sein Bekanntheitsgrad, der Verbandstyp (Personen- oder Institutionenverband bzw. Landes- oder Bundesverband, Spitzenverband, Zentralverband oder Gesamtverband), seine Öffentlichkeitsarbeit aber auch der Organisationsgrad und beispielsweise die Wichtigkeit der Branche für die deutsche Wirtschaft sind ebenso wichtige „Einfluss-Faktoren“.
Wenn man rein auf die Mitgliederzahlen schaut, so liegt der Sport weit vorne.
- Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) ca. 29,3 Mio. Mitgliedschaften (2025)
- ADAC e.V. 22,21 Mio. Mitglieder (2024)
- Deutscher Fußball-Bund (DFB) über 8 Mio. Mitglieder (2025)
- Landessportbund Nordrhein-Westfalen ca. 5,48 Mio. Mitgliedschaften (2025)
- Deutscher Turner-Bund (DTB) über 5 Mio. Mitgliedschaften (2025)
- Bayerischer Landes-Sportverband (BLSV) ca. 4,75 Mio. Mitglieder (2023)
- Deutsches Rotes Kreuz (DRK) ca. 2,785 Mio. Mitglieder (2022)
- Deutscher Tennis Bund (DTB) 1.517.087 Mitglieder (2025)
- Westdeutscher Fußballverband (WFLV) ca. 1,86 Mio. Mitglieder (2025)
- Deutscher Schützenbund über 1,3 Mio. Mitglieder (2025)
- Deutscher Alpenverein (DAV) ca. 1,57 Mio. Mitglieder (2024)
In dieser Aufstellung sind Institutionenverbände und Personenverbände gemischt. So ergeben sich Teilmengen (Beispiel: Deutscher Turner-Bund (DTB) ist eine Teilmenge des Deutschen Sport Bundes). Gewerkschaften, Kirchen und Parteien sind nicht aufgeführt.
Standorte deutscher Verbände
Auch 2026 sind weiterhin die meisten Verbände entlang der „Rheinschiene“ (Düsseldorf bis Rhein-Main) anzutreffen. Zum einen liegt es daran, dass hier traditionell (Bonn/Köln) viele Verbände ihren Sitz haben, zum anderen sind die Landeshauptstädte Düsseldorf, Mainz und Wiesbaden (auch Frankfurt am Main) wichtige Verbandsstandorte. Die Verbände folgen im Wesentlichen der föderalen Struktur der Bundesrepublik. Jede Landeshauptstadt beheimatet Landesverbände, auch wenn sich gerade hier die Entwicklung zeigt, dass einige zu überregional zusammengelegt werden. Ihren Hauptsitz haben Verbände oft, wo auch die meisten Mitglieder sitzen. Deshalb haben in Nordrhein-Westfalen die meisten Verbände ihre Hauptgeschäftsstelle.
Diese Verteilung der Verbände entlang der „Rheinschiene“ korrespondiert mit den Erhebungen der GfK-Marktforscher. Sie fanden heraus, dass „die höchste Firmendichte in Deutschland ist in den Ballungsräumen Ruhrgebiet, im Südwesten – insbesondere den Regionen Frankfurt und Stuttgart -, in der Münchner Region sowie in den Stadtstaaten Hamburg und Berlin zu finden“ sei. „Dort sind mehr als 50 Firmen pro km2 anzutreffen. In einigen Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburgs und im Osten von Bayern sind es hingegen weniger als 5 Firmen pro km2“.
Ehrenamt in Deutschland
Deutschland ist ein Vereins-Land. Das bestätigen die Ergebnisse des aktuellen ZiviZ-Surveys, durchgeführt von ZiviZ (Zivilgesellschaft in Zahlen) im Stifterverband.
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In der jüngsten Erhebung (ZiviZ‑Survey 2023) umfasste die Grundgesamtheit 651.604 zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland.
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Davon waren 615.759 eingetragene Vereine, 14.540 gemeinnützige Kapitalgesellschaften (gUG, gGmbH, gAG), 1.939 gemeinwohlorientierte Genossenschaften und 19.366 Stiftungen bürgerlichen Rechts.
- An der Befragung nahmen 12.792 Organisationen teil, darunter 10.708 Vereine, 671 gemeinnützige Kapitalgesellschaften, 209 Genossenschaften und 1.204 Stiftungen.
Aus dem aktuellen ZiviZ‑Survey 2023 lassen sich zu Engagement und Engagiertenzahlen in Organisationen folgende belegbare Aussagen festhalten.
Entwicklung der Engagiertenzahlen
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Mehr Organisationen berichten von rückläufigen Zahlen im freiwilligen Engagement als in früheren Erhebungen.
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In der aktuellen Welle geben 21% der Organisationen an, dass ihre Engagiertenzahlen in den letzten fünf Jahren zurückgegangen sind; 2012 waren es 15%, 2016 17%.
Stabilität und Zuwächse
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Insgesamt waren die Zahlen an Mitgliedschaften und freiwillig Engagierten in den letzten fünf Jahren bei der Mehrheit der Organisationen stabil.
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Einen flächendeckenden Rückgang des Engagements kann der ZiviZ‑Survey auf Basis dieser Organisationsperspektive nicht belegen; die Probleme konzentrieren sich auf bestimmte Segmente.
Unterschiede zwischen Engagementfeldern
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Organisationen im Sport berichten am häufigsten von sinkenden Engagiertenzahlen: 27% dieser Organisationen verzeichnen Rückgänge im freiwilligen Engagement.
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Umwelt- und Naturschutzorganisationen melden dagegen überdurchschnittlich oft steigende Zahlen im Engagement: 32% dieser Organisationen berichten von Zuwächsen.
Engagement ohne Mitgliedschaft
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30% der befragten Organisationen haben freiwillig Engagierte, die keine formale Mitgliedschaft in der Organisation besitzen.
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2012 lag dieser Anteil bei 21%, der Anteil ist also deutlich gestiegen.
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In Organisationen mit solchen nicht‑mitgliedschaftsgebundenen Engagementformen haben sich die Engagiertenzahlen in den letzten Jahren besser entwickelt als in Organisationen, die eine Mitgliedschaft als Voraussetzung für Engagement verlangen.
(Datenbestand: 31.01.2026; Alle Angaben ohne Gewähr; (C) Deutsches Verbände Forum)




