Die Verbändeallianz Energieintensive Ernährungsindustrie, ein Zusammenschluss aus 17 Wirtschaftsverbänden, mahnt bei der Reform der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) zur Vorsicht. Falsche regulatorische Anreize gefährden notwendige Investitionen in Elektrifizierung, Eigenversorgung und Flexibilität der Betriebe. Die Allianz fordert in einem gemeinsamen Positionspapier eine Netzentgeltsystematik, die tatsächliche Netzdienlichkeit honoriert und mittelständische Unternehmen fair behandelt. Die Allianz lehnt Überlegungen strikt ab, den Zugang zu Übergangsregelungen auf eine Mindestabnahme von 10 GWh/a zu beschränken. Dies würde mittelständische Betriebe von essenziellen Entlastungen ausschließen.
Das Papier fordert ein Modell aus zwei Nachweisoptionen: Es braucht sowohl eine „Zertifizierte Flexibilität“ für Betriebe mit verfahrenstechnisch geringerer Prozessflexibilität als auch einen unbürokratischen Zugang zu „Flexiblen Netzentgelten“ bei direkter Reaktion auf Netzsignale. Bestehende Investitionen in hocheffiziente Eigenerzeugungsanlagen (PV, KWK) sowie Speicherlösungen benötigen Bestandsschutz. Industrielle Investitionszyklen umfassen Zeiträume von bis zu zwanzig Jahren. Es braucht, laut Allianz, eine verlässliche Übergangsfrist von zehn Jahren für alle Bestandsnutzer der Bandlast- und Atypik-Regelungen ohne diskriminierende GWh-Grenzen. „Tiefgreifende Änderungen dürfen nicht ohne belastbare Datenbasis erfolgen. Die Netzbetreiber müssen noch in 2026 verlässliche Probe-Preisblätter vorlegen, um die finanziellen Folgen vor einer endgültigen Entscheidung transparent offenzulegen“, heißt es im Positionspapier.
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