Wenn die Boomer gehen, wird der Nachwuchs nicht reichen. Warum Verbände ihr Verständnis vom Ehrenamt grundlegend verändern müssen
Das Ehrenamt wird laut Umfrage als eines der relevanten Zukunftsthemen für Verbände eingeschätzt. Aber es geht um weit mehr als die Neubesetzung von Ämtern. Die zentrale Frage lautet eher: Wie müssen Organisationen aussehen, damit Menschen sich hier heute und morgen gerne engagieren?
Als der Verbändereport im vergangenen Jahr auf die demografische Entwicklung in Deutschland blickte, war die Botschaft eindeutig: Die Babyboomer verlassen Schritt für Schritt das Erwerbsleben – und mit ihnen droht den Verbänden ein erheblicher Verlust an Mitgliedern, Ehrenamtlichen und Führungskräften.

Zwischen 1960 und 1969 wurden in Deutschland rund 12,9 Millionen Kinder geboren. In den Jahrgängen 2000 bis 2009 waren es lediglich rund 7 Millionen. Legt man ein Arbeitsleben zugrunde, so steht künftig zwei ausscheidenden Boomern nur ein potenzieller Nachrücker gegenüber – und das Jahr für Jahr. Diese Entwicklung ist auch in vielen Verbänden längst angekommen.
Wer heute mit Geschäftsführenden spricht, hört immer öfter ähnliche Berichte: Vorstandsämter bleiben länger unbesetzt, Arbeitsgruppen schrumpfen, langjährige Funktionsträger ziehen sich zurück und die Suche nach Nachfolgerinnen und Nachfolgern gestaltet sich zunehmend schwierig. Vieles davon geschieht schleichend – genau deshalb wird die Tragweite häufig unterschätzt.
Die aktuelle Verbandsbefragung 2026 zeigt allerdings, dass die Verantwortlichen die Problematik durchaus sehen. Das Ehrenamt wird von den Befragten als eines der relevanten Zukunftsthemen für Verbände eingeschätzt. Gleichzeitig machen die Antworten deutlich, dass es bei der Diskussion längst nicht mehr nur um die Gewinnung neuer Ehrenamtlicher geht. Vielmehr zeichnet sich ein grundlegender Wandel der Art und Weise ab, wie Menschen sich engagieren, Verantwortung übernehmen und Teil einer Gemeinschaft sein wollen.
Herausforderung: Die neue Lebensrealität
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht mehr, wie Verbände genügend Menschen für ihre bisherigen Ehrenamtsstrukturen gewinnen. Die entscheidende Frage ist vielmehr, ob die Strukturen und Angebote überhaupt noch zu den Lebensrealitäten der Menschen passen, die man künftig erreichen möchte. Wer die offenen Antworten der Umfrage liest, spürt deutlich die große Wertschätzung für das Ehrenamt. Schließlich liegt hierin ein ganz wesentlicher Unterschied im Vergleich zu Kunden von Unternehmen: Menschen engagieren sich aus unterschiedlichen Motiven heraus für ein gemeinsames Anliegen – das ist für einen Verband identitätsstiftend.
„Ehrenamt bildet nach wie vor das Fundament aller Tätigkeiten eines Verbandes.“ Elisabeth Kapatsina, Geschäftsführerin, DBG – Deutsche Bunsen-Gesellschaft für physikalische Chemie e. V. „Das Ehrenamt ist eine wesentliche Stütze unserer Arbeit.“ Michael Stechert , Geschäftsstellenleiter, DDIM – Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e. V. Ein Geschäftsführer einer wissenschaftlichen Organisation prognostiziert sogar:„Wenn bei uns das Ehrenamt wegbricht, droht der Verband zu sterben.“ Solche Aussagen zeigen, dass das Ehrenamt keineswegs als Auslaufmodell betrachtet wird. Im Gegenteil: Die Befragten sehen darin weiterhin eine zentrale Voraussetzung für das Funktionieren ihrer Organisationen.
Ehrenamtliche übernehmen Führungsaufgaben, organisieren Veranstaltungen, entwickeln Projekte, bringen fachliche Expertise ein, vertreten Interessen und sorgen dafür, dass Verbände auch jenseits der Geschäftsstellen lebendig bleiben. Sie sind es, die im Kontakt mit anderen das Gesicht und Sprachrohr ihrer Organisationen vor Ort sind. Sie sind es, die aktiv für Nachwuchs im Ehrenamt sorgen. Sie identifizieren Menschen, die geeignet und willens sind, Aufgaben verbindlich zu übernehmen. Doch das wird immer schwieriger.
Zukunftsagenda der Verbände: Wo der Veränderungsdruck 2026 am größten ist
Wir haben die Geschäftsführungen von Verbänden und Organistionen befragt: Bei welchen Themen sehen Sie die größte Relevanz für Verbände 2026 allgemein? Und wo sehen Sie aktuellen Handlungsdruck in Ihrer Organisation?

Auszuge aus Zukunftsagenda der Verbände: Wo der Veränderungsdruck 2026 am größten ist.
Wie richten sich Verbände für die nächsten Jahre aus – und wo sehen die Geschäftsführungen den größten Veränderungsbedarf? In der Befragung haben wir Verbandsverantwortliche gebeten, die Relevanz zentraler Zukunftsthemen für Verbände allgemein sowie den Handlungsdruck im eigenen Verband auf einer Skala von 0 bis 10 einzuschätzen. Im zweiten Teil der Befragung wurden verschiedene inhaltliche Fragen gestellt, die zum Teil als Statements veröffentlicht werden. Die vollständigen Ergebnisse sind im ersten Teil der Umfrage zu finden.
Digitalisierung, Sichtbarkeit, Mitgliederkommunikation und die strategische Positionierung des Verbands bilden 2026 die neue „Pflichtagenda“ der Geschäftsführungen. Die Grafik macht sichtbar, welche Baustellen ganz oben auf die To-do-Liste gehören und welche Felder Verbände bislang eher als „Daueraufgabe“ behandeln. Sie liefert damit eine Grundlage, um Prioritäten im Verband gezielt zu schärfen.
Ehrenamt: Mitmachen ja – Verantwortung nein
Viele Geschäftsführende berichten von einer Entwicklung, die sich praktisch in allen Organisationen beobachten lässt. Die Bereitschaft, langfristige Verantwortung zu übernehmen, nimmt ab. Menschen engagieren sich zwar durchaus weiterhin, aber sie tun es anders als frühere Generationen. „Menschen wollen sich punktuell und wirksam einbringen statt dauerhaft verpflichten“, sagt Susanne Hüsemann, Geschäftsführerin, Queb – Bundesverband e. V. Auch Nils Werner vom Immobilienverband Deutschland (IVD) Nord beobachtet diese Entwicklung: „Die Bereitschaft zu langfristigem, strukturiertem Engagement nimmt ab, während punktuelles Mitmachen zunimmt.“
Damit beschreiben diese Aussagen mehr als eine Veränderung des Ehrenamts. Sie konstatieren eine Veränderung gesellschaftlicher Lebensentwürfe. Berufliche Anforderungen haben zugenommen, familiäre Verpflichtungen sind vielfältiger geworden und auch die Möglichkeiten, sich außerhalb von Verbänden zu engagieren, haben sich vervielfacht. Wer sich heute freiwillig betätigen möchte, hat die Wahl zwischen Initiativen, Projekten, Bürgerbewegungen, digitalen Communities und zahlreichen anderen Formen der Beteiligung. In diesem Umfeld konkurrieren Verbände um die individuelle Aufmerksamkeit und Zeit dieser Menschen.
Das heißt nicht, dass Verbände keine guten Karten haben, sich deren Engagement zu sichern. Ganz im Gegenteil: Ihr professionelles Auftreten, ihre verbindlichen und erprobten Strukturen und Abläufe sind eigentlich der ideale Nährboden für freiwilliges Engagement, weil es so auch Kraft und Wirkung entfaltet. Doch für viele Menschen erscheinen die Ämter und Aufgaben, für die Verbände Nachfolger suchen, auf den ersten Blick mehr als Bürde denn als vermeintliche Freude. Es fällt deutlich leichter, sich testweise „für ein Projekt in den nächsten Wochen“ zu engagieren, anstatt gleich ein Amt für die nächsten Jahre zu verantworten.
Wo der Veränderungsdruck am größten ist
Die Verbands-Jahresumfrage 2026 zeigt die Themen mit dem höchsten Handlungsdruck in den Verbänden:
- Digitalisierung, KI und neue Technologien strategisch nutzen
- Kommunikation und Sichtbarkeit des Verbands nach außen stärken
- Mitgliederkommunikation und Netzwerk stärken
- Profil, Marke und strategische Positionierung des Verbands schärfen
- Mehrwert und konkrete Leistungen für Mitglieder ausbauen
- Ehrenamtliche gewinnen, entwickeln und binden
Bemerkenswert ist dabei: Das Ehrenamt zählt zwar zu den wichtigsten Zukunftsthemen, liegt beim wahrgenommenen Handlungsdruck aber noch hinter mehreren anderen strategischen Herausforderungen. Gerade darin könnte jedoch ein Risiko liegen.
Unterschätzt: Die Babyboomer als wichtige Multiplikatoren
Begleitet wird diese für Verbände unliebsame Entwicklung von den Auswirkungen des demografischen Wandels. Er wirkt wie ein zusätzlicher Verstärker. Die Babyboomer sind noch in vielen Organisationen zahlreich vertreten und überdurchschnittlich engagiert. Sie besetzen mit großer Selbstverständlichkeit Vorstände und Ämter, leiten Arbeitskreise und pflegen Netzwerke. Wichtige Dinge wurden von ihnen als solche gesehen und angegangen. Sie wirken ganz oft als Motor und Initialgeber, um andere mitzuziehen.
Jede föderal aufgestellte Organisation funktioniert dabei anders. Jede hat ihre eigenen Wege entwickelt, Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen und Verantwortung weiterzugeben. Mit dem Ausscheiden der jetzigen Funktionsträger verlieren Verbände deshalb mehr als nur einzelne Personen. Sie verlieren Erfahrung, Wissen und Beziehungen. Vor allem aber verlieren sie vielerorts jene Menschen, die andere Menschen für Engagement begeistert und Verbandsarbeit sichtbar gemacht haben. Mit anderen Worten: Ehrenamtliche gewinnen neue Ehrenamtliche.
Und zwar auf eine ebenso einfache wie verbindliche Weise. Sie identifizieren geeignete Menschen, sprechen sie an, begleiten sie behutsam in neue Aufgaben und sorgen gleichzeitig dafür, dass diejenigen Verantwortung übernehmen, die auch gut zur Kultur und Arbeitsweise des Verbandes passen. Nicht allen Organisationen scheint die Bedeutung dieses Mechanismus bereits vollständig bewusst zu sein. Denn auch wenn die diesjährige Verbandsumfrage zeigt, dass das Thema bei den Geschäftsführenden hohe Relevanz besitzt, liegt es beim wahrgenommenen Handlungsdruck noch nicht ganz vorne.
Von Ämtern zu Projekten
Wenn die Ebene der jetzigen Funktionsträger ausdünnt, entstehen Folgen, die weit über unbesetzte Nachfolgen und Ämter hinausgehen. Wo weniger Ehrenamtliche aktiv sind, gibt es weniger Veranstaltungen. Wo weniger Veranstaltungen stattfinden, sinkt die Sichtbarkeit. Wo Sichtbarkeit fehlt, werden weniger Menschen auf den Verband aufmerksam. Und wo weniger Menschen aufmerksam werden, wird es schwieriger, neue Ehrenamtliche zu gewinnen. Es entsteht eine Dynamik, die sich schnell selbst verstärken kann. Wenn sich Ämter stärker zu Aufgaben und Projekten verändern müssen, werden bei den neuen Ehrenamtlichen auch Verbindlichkeit, Einsatzfreude und das persönliche Bekenntnis zum Verband künftig anders aussehen.
Verbände werden damit leben müssen, dass sich Engagement nicht mehr selbstverständlich voraussetzen lässt. Menschen lassen sich heute deutlich schwerer verpflichten. Stattdessen braucht es eine Kultur des Einladens, Begleitens und Unterstützens. Ehrenamt muss als bereichernd und gut leistbar empfunden werden.
Die Geschäftsstelle muss sich neu aufstellen
Damit verändern sich auch die Aufgaben der Geschäftsstellen grundlegend. Sie werden künftig deutlich stärker als Orchestratoren und Community-Manager gefragt sein. Dahinter verbirgt sich weit mehr als klassische Mitgliederverwaltung.
Geschäftsstellen müssen künftig:
- Menschen für Engagement gewinnen,
- passende Aufgaben identifizieren,
- Ehrenamtliche begleiten,
- Beteiligung organisieren,
- Wissen sichern,
- Communities entwickeln
- und Engagement dauerhaft unterstützen.
Dafür werden neue personelle Ressourcen ebenso notwendig sein wie eine klare Strategie, wie Menschen eingebunden werden können, ohne dass sie Engagement als zusätzliche Belastung erleben. Die Digitalisierung eröffnet hierfür zahlreiche Möglichkeiten.
Wichtig: Das institutionelle Wissen sichern
Ein weiteres Problem wird bislang häufig unterschätzt. Viele Verbände verfügen über sehr genaue Informationen zu Mitgliederzahlen, Finanzen oder Veranstaltungen. Deutlich weniger dokumentiert ist jedoch, welche konkreten Leistungen Ehrenamtliche tagtäglich erbringen und wie sie diese organisieren.
Dabei stellen sich Fragen wie:
- Wer organisiert welche Treffen?
- Wer pflegt welche Kontakte?
- Wie werden Arbeitsgruppen begleitet?
- Welche Routinen laufen im Hintergrund?
- Welches Erfahrungswissen steckt in einzelnen Personen?
Dass darauf häufig keine vollständigen Antworten existieren, liegt nicht an mangelnder Professionalität. Vielmehr ist das Ehrenamt über Jahrzehnte organisch gewachsen. Aufgaben wurden übernommen, Verantwortung weitergegeben und Erfahrungen gesammelt. Ein großer Teil dieses Wissens existiert heute ausschließlich in den Köpfen der Engagierten. Scheiden diese Menschen aus, geht weit mehr verloren als ihre Arbeitskraft. Es verschwindet ein Teil des institutionellen Gedächtnisses des Verbandes. Deshalb wird Wissensmanagement nun auch im Ehrenamt zu einer strategischen Führungsaufgabe.
Verbände müssen künftig systematisch erfassen,
- welche Prozesse vom Ehrenamt getragen werden,
- welche Kompetenzen vorhanden sind,
- und wo kritische Abhängigkeiten bestehen.
Erst auf dieser Grundlage lassen sich tragfähige Nachfolge- und Beteiligungsstrategien entwickeln.
Beteiligung muss einfacher, flexibler und sichtbarer werden
Die Antworten der Verbands-Jahresumfrage 2026 zeigen deutlich, dass viele Organisationen bereits nach neuen Wegen suchen. Auffällig ist dabei, dass sich zahlreiche Lösungsansätze um ein gemeinsames Prinzip drehen: Beteiligung muss einfacher, flexibler und sichtbarer werden. Dafür braucht es passende Angebote, Rückhalt aus den Geschäftsstellen – und vor allem Sichtbarkeit.
Wer heute die Website eines Verbandes besucht, findet meist problemlos Informationen zu Mitgliedschaften, Veranstaltungen oder politischen Positionen. Wer sich jedoch engagieren möchte, findet häufig erstaunlich wenig. Gerade Berufs- und Wirtschaftsverbände erklären oft nicht:
- Welche Möglichkeiten des Engagements gibt es?
- Wofür werden Menschen konkret gesucht?
- Wie hoch ist der zeitliche Aufwand?
- Kann man zunächst projektbezogen mitarbeiten?
- Gibt es Möglichkeiten, Engagement einfach auszuprobieren?
Viele gemeinnützige Organisationen sind hier bereits deutlich weiter. Verbände, die Ehrenamt fast ausschließlich über Funktionen und Ämter kommunizieren, verschenken dagegen enormes Potenzial. Für Menschen, die erstmals über freiwilliges Engagement nachdenken, wirken Begriffe wie Vorstand, Ausschuss oder Sprecherfunktion häufig wenig einladend. Sie vermitteln Verantwortung – aber kaum einen einfachen Einstieg.
Perspektivwechsel: Die Aufgabe steht im Mittelpunkt – nicht das Amt
Genau hier zeichnet sich ein grundlegender Wandel ab. Früher stand häufig die Frage im Mittelpunkt: Wer übernimmt dieses Amt? Heute wird wichtiger: Welche Aufgabe muss erledigt werden – und wie können Menschen daran mitwirken? Dieser Perspektivwechsel verändert das Verständnis von Ehrenamt grundlegend. Ein Amt wirkt dauerhaft, eine Aufgabe wirkt überschaubar. Ein Amt verlangt Verpflichtung, eine Aufgabe eröffnet Beteiligung. Gerade für jüngere Menschen oder Personen mit begrenzten zeitlichen Ressourcen sind diese Unterschiede entscheidend.
Die Zukunft des Ehrenamts liegt deshalb vermutlich weniger in klassischen Ämterlaufbahnen als in einer Vielzahl unterschiedlicher Beteiligungsformen. Projektbezogene Mitarbeit, zeitlich begrenzte Aufgaben, digitale Mitwirkungsmöglichkeiten oder Community-Ansätze werden in den Antworten der Befragten immer wieder genannt – nicht als Ersatz für traditionelle Strukturen, sondern als notwendige Ergänzung.
Die Geschäftsstelle als Plattform für Beteiligung
Schon heute übernehmen viele Hauptamtliche Aufgaben, die früher überwiegend ehrenamtlich erledigt wurden. Thomas Rudloff vom Verband für Landentwicklung und Flurneuordnung (VLF) Thüringen bringt dies auf den Punkt: „Die Geschäftsstelle übernimmt immer mehr vorbereitende Aufgaben für immer weniger Ehrenamtler.“ Auch Elmar Witten vom AVK beobachtet dieselbe Entwicklung: „Es gilt, die Verbandsaufgaben effizient zu organisieren und als Geschäftsstelle Aufgaben zu übernehmen, die früher teilweise von Mitgliedern gemacht worden sind.“
Doch die Rolle der Geschäftsstellen verändert sich nicht nur quantitativ, sondern vor allem qualitativ. Die Geschäftsstelle der Zukunft organisiert nicht mehr nur Prozesse. Sie organisiert Beteiligung. Sie identifiziert Aufgaben, begleitet Ehrenamtliche, dokumentiert Wissen, entwickelt Beteiligungsangebote und bringt Menschen miteinander in Kontakt. Dafür gewinnen Kompetenzen an Bedeutung, die früher oft eine untergeordnete Rolle spielten:
- Community-Management,
- Wissensmanagement,
- digitale Kommunikation,
- Moderation,
- Onboarding
- und Change-Management.
Digitale Unterstützung wird unverzichtbar
Auch digitale Werkzeuge werden künftig eine zentrale Rolle spielen. CRM-Systeme, Kollaborationsplattformen, digitale Communities oder KI-gestützte Anwendungen können helfen, Beteiligung sichtbar zu machen, Ehrenamt organisatorisch zu unterstützen und Engagement einfacher zu ermöglichen.
Sie ersetzen das Ehrenamt nicht. Sie schaffen jedoch die Voraussetzungen dafür, dass Engagement leichter organisiert werden kann. Denn niemand möchte seine begrenzte Zeit dafür einsetzen, manuell E-Mail-Verteiler zu pflegen oder administrative Routinen zu erledigen. Damit wird deutlich: Die Diskussion reicht weit über das Ehrenamt hinaus. Sie betrifft Strategie, Organisation, Ressourcen und Prioritäten – und gehört damit auf die Agenda jeder Verbandsführung.
Die Organisation der Zukunft braucht Engagierte
Wenn man die Ergebnisse der Verbands-Jahresumfrage 2026 konsequent weiterdenkt, geht es längst nicht mehr nur um die Frage: Wie finden wir neue Ehrenamtliche?
Die eigentliche Frage lautet: Wie muss unsere Organisation aussehen, damit Menschen sich hier heute und morgen gerne engagieren? Der demografische Wandel ist Realität. Die Generation der Babyboomer verlässt Schritt für Schritt die Bühne. Gleichzeitig verändern sich Lebensmodelle, Erwartungen und Formen der Beteiligung. Wer diese Entwicklung lediglich als Nachwuchsproblem versteht, greift zu kurz.
Die eigentliche Herausforderung besteht darin, Engagement neu zu denken: Nicht als dauerhafte Verpflichtung. Sondern als vielfältiges Angebot zur Mitgestaltung. Die Bereitschaft der Menschen, sich einzubringen, ist weiterhin vorhanden. Sie zeigt sich heute nur auf andere Weise als früher. Verbände müssen dieses Engagement künftig professionell organisieren, sichtbar machen und ermöglichen.
Hinweis: Die Umfrage wurde vom Fachmagazin Verbändereport erstellt. Der Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die Inhalte dienen ausschließlich zur individuellen Information des Nutzers. Eine Speicherung in Datenbanken sowie jegliche Weitergabe an Dritte im Rahmen gewerblicher Nutzung oder zur gewerblichen Nutzung sind nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags gestattet.
Bitte melden Sie sich für eine Anfrage unter info@verbaende.com oder telefonisch unter 0228 93 54 93 70. Ansprechpartnerin ist Jutta Gnauck.
V+
Kombi-Angebot für Print + Digital
- Alle Fachartikel auf verbaende.com frei erhältlich
- Print-Fachmagazin Verbändereport per Post
- Insider-Wissen für Verbände
- Abo jederzeit kündbar


Die Ergebnisse der Jahresumfrage sind erschienen im Verbändereport 2/2026.
- 20. Deutschen Verbändekongress: Relevanz! entsteht nicht von allein
- Ehrenamt und Engagement: Neue Formen der Zusammenarbeit und Beteiligung
- KI in der Pressestelle: Schneller und präziser kommunizieren
- Information allein reicht nicht: Welche Event-Formate das Verhalten ändern
- Erfolgreiche Interessenvertretung in instabilen Zeiten
- Klare Führung in Zeiten von KI
- Member Experience im Verband


