Pressemitteilung | BDKV Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e.V.

15 Jahre idkv: Branchen-Meeting voller "Highlights"

(Hamburg) - Seit mittlerweile 15 Jahren vertritt der Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft (IDKV) die verschiedenen Sparten der deutschen Entertainment-Branche und engagiert sich für die Interessen aller Berufszweige der Branche: Veranstalter, Künstler- und Event-Agenturen, Gastspieldirektionen und Manager.

Dieses Jubiläum nahm der Verband in der Zeit vom 19. bis 20. November 2000 in Hamburg zum Anlass, Mitglieder und Gäste über die Neuigkeiten der Veranstaltungswirtschaft zu informieren.


Veranstaltungsbranche im Umbruch: Ein Verband blickt in die Zukunft

Höhepunkt der Hamburger Veranstaltung war zweifellos die Podiumsdiskussion zum Thema "Die deutsche Veranstaltungsbranche im Umbruch". Die seit einiger Zeit in der Veranstaltungsbranche um sich greifenden Fusionen, Allianzen und Übernahmen nahm der IDKV zum Anlass, verschiedene Vertreter - vom Künstlermanager bis zum Großveranstalter - zu dem Gespräch einzuladen.

Unter der Leitung von Präsident Jens Michow diskutierten auf dem Podium die zwei "Giganten der Branche": Peter Schwenkow (Vorstandsvorsitzender des IDKV-Mitgliedsbetriebes Deutsche Entertainment AG) und Klaus Peter Schulenberg (Vorstandsvorsitzender des IDKV-Fördermitgliedes CTS Eventim AG sowie Geschäftsführer des IDKV-Mitgliedsbetriebes KPS Concertbüro GmbH). Beide sahen die Angst vor der Übermacht der Giganten, die sich seit der Gründung der beiden großen Aktiengesellschaften DEAG und CTS Eventim in der Branche breit gemacht hat, als unberechtigt an. Aufgrund schnellerer Trends und immer teurer werdender Bands würden die Risiken größer und mehr Kapital sei notwendig. "Wir müssen Organisationsformen entwickeln, die diesen Herausforderungen begegnen können", meinte Schulenberg.

Größe könne man, so Peter Schwenkow, auch nutzen, um in der Politik Gehör zu finden. Davon würden alle profitieren, ebenso von den großen Kapitalmengen, die sowohl CTS als auch die DEAG in die Möglichkeiten von Ticketing und Internet-Aktivitäten investieren würden.

Gemeinsam mit Schulenberg und Schwenkow diskutierten auf dem IDKV-Podium Ralf Regitz (Geschäftsführer der Planetcom GmbH, Veranstalter der "Love Parade" in Berlin), Ralf Domning (Geschäftsführer des IDKV-Mitgliedsbetriebes Kogag Event- und Incentives, Bremshey und Domning GmbH), Werner Lindinger (Geschäftsführer des IDKV-Mitgliedsbetriebes Hand in Hand Concept) und IDKV-Vorstandsmitglied Dieter Weidenfeld (Manager von Howard Carpendale und Matthias Reim).

Insgesamt war sich die Runde einig, dass das Konzert im Jahre 2010 dem Besucher wesentlich mehr Service bieten und die sogenannte Erlebniskultur eine bedeutende Rolle spielen würde. Die Preise der Eintrittskarten sah die Runde noch nicht ausgereizt. Man müsse Events schaffen, bei denen auch der äußere Rahmen zum unvergesslichen Erlebnis wird und das Publikum bereit ist, höhere Preise zu bezahlen.

"Da steckt noch viel Musik drin, wenn die Veranstalter Livekonzerte zu einem Gesamterlebnis für die Familie ausbauen würden, anstatt nach der Band einfach das Neonlicht anzuschalten und die Zuschauer aus der Halle zu werfen", meint auch Jens Michow.

Zu Beginn der Veranstaltung erhielten die circa 100 Teilnehmer mit der Darstellung der Entertainment-Industrie aus der Sicht eines Statistikers zunächst Zahlen, Daten und Fakten über ihre Branche. Ein wie sich zeigen sollte sinnvoller Auftakt, denn im Zuge seiner Präsentation wies der Referent Joachim Tresp, ehemaliger Mitarbeiter der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), auf Probleme hin, die im weiteren Verlauf der zweitägigen Veranstaltung noch näher erörtert werden sollten, dazu gehörte die Zukunft der Branche im Internet sowie die Notwendigkeit, Nachwuchs auszubilden.


Marktplatz Internet

Dass das Internet nicht nur ein Platz für aufwendige Entertainmentportale ist, sondern auch kleineren Unternehmen gute Möglichkeiten für Promotion und Ticketverkauf bietet, leitete bereits zum zweiten Thema des Tages über: Musik ein- und verkaufen im Internet. Das Thema beschäftigt die Entertainmentbranche seit einiger Zeit, doch wer nutzt die Möglichkeiten heute schon optimal aus? Auch wenn die meisten der anwesenden Teilnehmer über eine eigene Website verfügen oder sie zumindest planen - wer hat sich neben dem aktuellen Tagesgeschäft wirklich ernsthaft mit dem Aufbau seines Auftrittes im Netz auseinandergesetzt? Um ein bisschen Licht in die immer weit verschlungenen Wege des Internets zu bringen, hatte der IDKV einen Mitarbeiter der Firma Microsoft eingeladen, der mit seinem Publikum anhand verschiedener Beispiele durch die Welt des Entertainments surfte. Wichtigste Erkenntnis: der Kunde ist im Internet nur einen Mausklick weit entfernt, doch genauso schnell verabschiedet er sich mit dem nächsten Mausklick auch wieder.

Beim Vergleich verschiedener Entertainmentportale wurde schnell deutlich, dass der psychologische Aspekt dabei eine bedeutende Rolle spielt. Web-Design und Farben treffen tief in das Unterbewusstsein des Betrachters und sind verantwortlich dafür, ob der Besucher bleibt oder nicht. Die Chancen der eigenen Website liegen insbesondere in der direkten Kommunikation mit dem Kunden. So haben Veranstalter zum Beispiel die Möglichkeit, einen Service anzubieten, der nichts mit ihrem eigentlichen Geschäft zu tun hat, das Leben für den Kunden aber erheblich erleichtert. Dazu gehört die Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten zu Konzerten. Auch wenn die Breite der deutschen Bevölkerung die Datenautobahn bislang noch nicht für sich entdeckt hat, das Geschäft im Internet hat erst begonnen, so der Referent Martin Marks.


Kooperation der Verbände?

Durch die Einladung eines Vorstandsmitglieds des Verbandes Deutscher Konzertdirektionen erfüllte sich Jens Michow den ersten Schritt seines Traums eines Näherrückens der beiden konkurrierenden Verbände der Veranstaltungsbranche: Gemeinsam mit Klaus Boenisch vom Verband der Deutschen Konzertdirektionen erörterte Jens Michow unter Diskussionsl- eitung von Dieter Weidenfeld die Möglichkeit, den "Wettstreit der Verbände" in eine starke Zusammenarbeit zu überführen.

Seit einigen Jahren verfolgt Michow das Ziel, die beiden Interessengemeinschaften unter ein Dach zu stellen: "Es ist doch Unfug, mit zwei getrennten Töpfen für das Gleiche zu kämpfen. Auch wenn es ein langer Weg sein wird, unsere Strukturen sollten langsam zusammen- wachsen." Ein Ziel, das er mit Klaus Boenisch im Laufe der Diskussion ein ganzes Stück vorantreiben konnte. So wird der Vorschlag, ein Exekutiv -Komitee aus beiden Verbänden zu bilden, um auf politischer Ebene noch mehr Stärke zu zeigen, sicherlich in die Tat umgesetzt.

Ein Thema hatte Jens Michow gleich parat: Er wünscht sich Unterstützung bei der derzeitig stattfindenen Erarbeitung der Rahmenbedingungen für den vom IDKV initiierten Ausbildungsberuf zum Veranstaltungskaufmann/-frau.


Lehrberuf Veranstaltungskaufmann

Über diesen neuen Lehrberuf informierte ein Gast der Handelskammer Hamburg das Auditorium. Irgendwie stolpert man da rein ... so oder ähnlich mögen die Antworten auf die Frage, wie man den beruflichen Weg in die Veranstaltungsbranche gefunden habe, bislang gelautet haben. Ab 1. August 2001 wird sich das ändern. Dann haben Jugendliche die Möglichkeit, eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann/-frau zu beginnen. Jens Michow freut sich über diesen im wesentlichen vom IDKV initiierten Erfolg: "Bei der Vielseitigkeit unseres Berufszweiges ist es sinnvoll, das Geschäft von der Pike auf zu lernen. Das Planen und Durchführen von Veranstaltungen erfordert viel Know-How, nicht nur logistisch sondern auch rechtlicher Natur. Da sollte man nicht einfach nur reinstolpern."

Der entsprechende Ausbildungsrahmenplan für das neue Berufsbild wird derzeit von einem Sachverständigenrat erarbeitet. Als Ausbildungsbetriebe kommen unter anderem Konzertveranstalter, Künstler-, Marketing- und Eventagenturen, Messe- und Ausstellungsgesellschaften, Veranstalter von Kongressen, Tagungen, Konferenzen, Seminaren sowie kultureller oder gesellschaftlicher Veranstaltungen sowie Messebaufachunternehmen in Frage. Darüber hinaus verschiedene Bereiche der kommunalen Verwaltung, wie Stadt- oder Mehrzweckhallen sowie Kultur- und Jugendämter.

Den "Kinderschuhen" der Ausbildung lange entwachsen, begrüßte der IDKV des weiteren den ex-Manager von Pink Floyd und Vorstandsmitglied des British Music Managers Forum (MMF), Peter Jenner, der über Prespektiven des Managements von Künstlern und Katalogen sprach. Auch wenn Jenner weiß, wovon er spricht, sagt er: "Nach 35 Jahren versuche ich noch immer herauszufinden, wie unser Geschäft läuft."

Quelle und Kontaktadresse:
IDKV - Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft e.V. Lenhartzstr. 15 20249 Hamburg Telefon: 040/46881417 Telefax: 040/484443

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