18. Milchbörse: Milchquotenpreise in den meisten Bundesländern deutlich gefallen / Höchste Handels- und Angebotsmenge seit Börseneinführung
(Berlin) - Die erste Milchquotenbörse im Jahr 2006 schloss am 3. April in einzelnen Übertragungsgebieten mit deutlich niedrigeren Quotenpreisen zum vorherigen Börsentermin ab. In 14 der insgesamt 21 Übertragungsregionen wurden niedrigere oder gleiche Quotenpreise errechnet. Gesamthandels- und Gesamtangebotsmenge weisen seit Börseneinführung im Jahr 2000 die höchsten Werte auf. In den alten Bundesländern wurde ein durchschnittlicher Quotenpreis von 53 Cent/kg erzielt. Dieser liegt wie bereits seit Börseneinführung deutlich über den der neuen Bundesländer. Mit 29 Cent/kg wurde in den neuen Bundesländern ca. 45 Prozent weniger ausgegeben. Die höchsten Quotenkosten mit 70 Cent/kg hatten die Nachfrager in der Oberpfalz. Im Vergleich zum letzten Handelstermin vom November ist der Spitzenpreis, der damals ebenfalls in der Oberpfalz erzielt wurde, um 1 Cent/kg gefallen. Die deutlichste Reduzierung stellte sich in Schleswig-Holstein ein, wo der Quotenpreis um 16 Cent/kg auf 54 Cent/kg fiel. Mit 0,27 Cent/kg hatten am heutigen Börsentag die Milcherzeuger in den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Thüringen die geringsten Ausgaben für Milchquoten. Der durchschnittliche Milchquotenpreis in Deutschland liegt bei 50 Cent/kg und ist gegenüber der Novemberbörse nur um 1 Cent gesunken.
Mit über 293 Millionen Kilogramm hat die insgesamt zum Verkauf angebotene Quotenmenge den höchsten Wert seit Einführung der Milchbörse erreicht. Auch die gehandelte Quotenmenge stellt mit fast 230 Millionen Kilogramm einen Rekordwert dar. Mit rund 373 Millionen Kilogramm war die gesamte Nachfragemenge deutlich niedriger als in den letzten drei Börsenterminen. Von den 4.397 Anbietern konnten 4.091 (93 Prozent) ihre Quote erfolgreich veräußern. Mit 9.958 waren fast doppelt so viel Nachfrager wie Anbieter an der Börse beteiligt, im Vergleich zum letzten Börsentermin hat sich das Verhältnis jedoch deutlich angenähert.
Nach Auffassung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) ist das hohe Gesamtangebot auf die jetzt eintretende Reaktion der Milcherzeuger auf die Entkopplung der Milchprämien von der Milchquote zurückzuführen. Auch die Diskussion über ein mögliches Ende der Quotenregelung im Jahr 2015 haben die Verkaufsentscheidungen der Milcherzeuger beeinflusst. Unter diesen Aspekten ist die Tendenz zu sinkenden Quotenpreisen, so der DBV, zwar erfreulich. Allerdings ist der durchschnittliche Quotenpreis mit 50 Cent unter den gegebenen Rahmenbedingungen immer noch zu hoch. Der DBV fordert daher alle aktiven Milcherzeuger auf, ihre zukünftigen Kaufentscheidungen auch unter dem Gesichtspunkt der Quotendiskussion zu treffen, um überhöhte Preise zu vermeiden.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Bauernverband e.V. (DBV), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft
Dr. Michael Lohse, Pressesprecher, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin
Telefon: (030) 31904-0, Telefax: (030) 31904-205
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