2007: Niedrigstes Pkw-Neuzulassungsergebnis seit der Wiedervereinigung
(Frankfurt am Main) - Das Jahr 2007 wird mit voraussichtlich 3,15 Mio. Einheiten einen Rückgang um 9,2 Prozent zum Vorjahr und damit das niedrigste Neuzulassungsniveau seit der Wiedervereinigung aufweisen. Seit Jahren ist der stetige Rückgang der privaten Neuzulassungen zu beobachten. Lediglich im vergangenen Jahr wurde dieser Trend aufgrund des Mehrwertsteuer bedingten Vorzieheffektes einmalig durchbrochen. Die Kaufzurückhaltung ist unter anderem eine Folge der im Kfz-Bereich und hier vor allem bei den Kraftstoffpreisen besonders hohen Kostensteigerungen. Die Verbraucher begrenzen ihre Mobilitätsausgaben auch dadurch, dass sie die Neuanschaffung eines Pkw hinausschieben.
VDIK-Präsident Volker Lange: Ein Teil dieses Rückgangs war vorhersehbar, allerdings fiel der Rückgang im Privatmarkt, auch durch die Verunsicherung der Bürger, erheblich stärker aus als erwartet. Ich bin stolz darauf, dass die internationalen Kraftfahrzeughersteller trotz allem ihren Anteil am Gesamtmarkt von rund 36 Prozent gehalten haben und in den neuen Bundesländern sogar leicht von 50,2 auf 50,8 Prozent steigern konnten.
Es wird deutlich, dass eine nennenswerte Erneuerung des Fahrzeugbestandes, wie aus wirtschaftlichen und umweltpolitischen Gründen gefordert wird, erst dann stattfindet, wenn durch zielgerichtete Maßnahmen der ständige Anstieg der Mobilitätskosten gestoppt wird.
Volker Lange weiter: Die Politik muss jetzt endlich handeln. Ich begrüße daher die Entscheidung des Bundeskabinetts zur Umstellung auf eine CO2-bezogene Kfz-Steuer ab dem 1. Januar 2009 als ersten Schritt. Das Gesetzgebungsverfahren muss nun gemeinsam mit den Bundesländern schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden. Die konkreten Inhalte der Reform, die Anreiz für die stärkere Nachfrage nach klima- und umweltschonenden Pkw geben soll, müssen sauber und verständlich an die Bürger kommuniziert werden. Jede weitere Verunsicherung belastet in erster Linie den Markt der privaten Neuzulassungen, lässt den Autofahrer weiter abwarten, bevor er den Tausch alt gegen neu vornehmen wird!
Als zweiter Schritt müssen staatliche Fördermaßnahmen und steuerliche Entlastungen zum Umstieg auf abgas- und verbrauchsärmere Fahrzeuge beschlossen und damit der Austausch alter gegen neue Fahrzeuge unterstützt werden. Nur dies kann die Bürger motivieren, in 2008 auf das vorhandene, breite Angebot moderner Fahrzeuge zurückzugreifen.
Angesichts des schwachen Privatmarktes überrascht es auch nicht, dass insbesondere diejenigen Segmente rückläufig sind, in denen der Privatmarktanteil relativ hoch ist. Eine Ausnahme bilden die Minis. Hier sind die Rückgänge mit rund 2,5 Prozent vergleichsweise gering. Das Bild wird deutlich von den drei volumenstärksten Segmenten Kleinwagen, untere Mittelklasse und Mittelklasse geprägt. Hier fallen die Neuzulassungszahlen mindestens so stark wie der Gesamtmarkt, zum Teil auch noch deutlich stärker aus. Ebenfalls rückläufig ist zudem der Bereich der Mini- und Großraum-Vans mit zweistelligen Rückgängen. Zuwächse weisen nur zwei Segmente auf, die Geländewagen und die Sportwagen.
Die jetzige Entwicklung hat auf die Strukturen im Pkw-Markt einen großen Einfluss. Auffällig ist zunächst, dass der Dieselanteil auf jetzt rund 48 Prozent gestiegen ist. In den letzten Zulassungsmonaten lag der Dieselanteil sogar bei 50 Prozent. In absoluten Zahlen erreichen die Neuzulassungen von Diesel-Pkw annähernd das Vorjahresniveau. Die internationalen Kraftfahrzeughersteller folgen diesem Trend. Rund 36 Prozent ihrer Neuzulassungen sind mit einem Dieselmotor ausgerüstet.
Hohe Zuwachsraten weisen die Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auf, von denen in 2007 rund 23.000 Fahrzeuge neu zugelassen wurden. Dank der internationalen Kraftfahrzeughersteller hat der interessierte Kunde dabei die Wahl zwischen verschiedenen Technologien.
Für das Jahr 2008 prognostiziert VDIK-Präsident Lange: Ich erwarte eine leichte Erholung auf 3,2 Mio. Einheiten. Das Marktwachstum wird ausschließlich durch private Zulassungen erreicht werden. Sollten sich dem Bürger günstigere Rahmenbedingungen bieten als aktuell vorhanden, erwarte ich einen stärkeren Markt. Der Anteil der internationalen Hersteller wird wieder bei 36 Prozent liegen, gerade weil in ihrem Fahrzeugangebot die kleineren verbrauchsarmen Fahrzeuge überdurchschnittlich stark vertreten sind. Diese Fahrzeuge werden auch in 2008 bei Privatkunden im Trend der Zeit liegen.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller e.V. (VDIK)
Thomas Böhm, Leiter, Presse und Public Relations
Kirdorfer Str. 21, 61350 Bad Homburg
Telefon: (06172) 98750, Telefax: (06172) 987520
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