Pressemitteilung | Deutscher Feuerwehrverband e.V. (DFV)
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50 Ausgaben "DFV direkt": 14.000 Ausbildungsstunden für die Feuerwehr / Erfolgreiche Online-Fortbildungsreihe des Deutschen Feuerwehrverbandes

(Berlin) - Vier Jahre, 50 Ausgaben, 14.000 Ausbildungsstunden für Feuerwehrangehörige aus dem In- und Ausland: Diese Bilanz des Online-Fortbildungsformats "DFV direkt" zog nun Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). "Diese Erfolgsgeschichte begann in der Pandemie. Seitdem kann man sich einmal im Monat bequem von Zuhause oder aus dem Gerätehaus zuschalten und virtuell über wichtige Themen informieren", blickte der DFV-Präsident zurück. Er dankte allen an Organisation und Durchführung beteiligten Personen.

Praxisnahe Tipps zur Hygiene im Brandeinsatz

Rund 600 Personen nahmen im Anschluss an der "DFV direkt" zur Hygiene im Brandeinsatz teil. Dr. Andreas Häcker, Fachgebietsleiter Gesundheitswesen und Rettungsdienst im Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg, informierte über Krebserkrankungen im Feuerwehrdienst. Neben einem Grundverständnis zur Entstehung von Krebs bildete die Sensibilisierung für gesundheitliche Risiken einen Schwerpunkt seines Vortrags. Der Experte schilderte eindringlich die Fallzahlen an Feuerwehrangehörigen, die bei einzelnen Brandereignissen wie dem Flughafenbrand in Düsseldorf 1996 oder dem Grenfell-Tower 2017 eingesetzt gewesen und seitdem an Krebs erkrankt bzw. teils auch gestorben waren.

Im Zuge des Vortrags kam er auch auf die Kontaminationsvermeidung sowie die praxisorientierte Dekontamination im Brandeinsatz mit einfachen Mitteln zu sprechen. Häcker schlug etwa vor, für Aufräumarbeiten nach Brandeinsätzen nicht nur Atemschutz, sondern auch Körperschutzanzüge zu nutzen, um die Kontaminationsgefahr zu minimieren. Er betonte zudem die Bedeutung der Reinigung der Schutzkleidung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland nutzten die Gelegenheit, dem Experten Fragen zu stellen und nahmen viele neue Impulse für ihre Arbeit vor Ort mit.

Rekordteilnehmerzahl: 1.600 Interessierte zum Thema "Sonderrechte"

"Mit Sonderrechten zur Einsatzstelle" hieß es bereits einen Tag später mit Jurist und Feuerwehrmann Ralf Fischer. In einer Sonderausgabe informierte der Vorsitzende des Arbeitskreises Recht des Verbandes der Feuerwehren in NRW und Richter am Amtsgericht über die Risiken für die Feuerwehren im Straßenverkehr - bei einer Rekordteilnehmerzahl von 1.600. Als schädlich ordnete er die häufige Bewertung von Rechtsfällen mit Halbwissen ein und verwies auf die Notwendigkeit von Fachleuten in solchen Angelegenheiten. Es wurde deutlich, dass es auch keine pauschalen Aussagen zu Verstößen bei Einsatzfahrten gäbe, sondern es stets auf den konkreten Einzelfall ankomme, welcher dann einer Bewertung unterzogen würde.

Wichtig war die Aussage, dass die Feuerwehr als Organisation von den Vorschriften des § 35 Straßenverkehrsordnung (StVO) befreit ist, wenn zur Erfüllung der hoheitlichen Aufgaben auch dringende Eile geboten ist. Entscheidend sei aber die Feststellung, wann die Dringlichkeit für den Einsatzerfolg und damit die Abweichung von den Regelvorschriften der StVO notwendig ist: "Ist mein Verhalten erforderlich, um den Einsatzerfolg zu sichern?", sei die wichtige Frage in diesem Zusammenhang, so der Dozent. Nach gerichtlicher Entscheidung sei also in diesen Fällen höchste Sorgfalt geboten, denn wenn die öffentliche Sicherheit nicht mehr garantiert werden kann, liegt ein Verstoß gegen § 35 StVO vor. Eine Ahndung erfolge nach § 35 Abs. 8 StVO als Ordnungswidrigkeit und sei die speziellere Rechtsvorschrift, gehe damit anderen vor. Fischer: "Wer mit Vorrang- bzw. Sonderrechten unangemessen die Geschwindigkeit überschreitet, wird hiernach bebußt."

Der verbreiteten Bagatellisierung von Trunkenheit im Straßenverkehr, auch und gerade für Einsatzfahrer, trat der Experte ebenfalls entschieden entgegen. Eindrucksvoll schilderte er Praxisbeispiele, die erhebliche Folgen für die Betroffenen auswiesen.

"DFV direkt"-Ausgabe erstmals auch online verfügbar

Erstmals wurde "DFV direkt" auch aufgezeichnet; der Vortrag "Mit Sonderrechten zur Einsatzstelle" ist unter https://www.youtube.com/112Willkommen nun online verfügbar.

Die monatliche Online-Fortbildung "DFV direkt" informiert das ganze Jahr über zu interessanten Themen aus unterschiedlichsten Bereichen. Die nächsten Veranstaltungen befassen sich mit den folgenden Themen:

Mittwoch, 20. Mai 2026: Vorstellung und ergänzende Hintergrundinformationen zur Fachempfehlung "Ausschreibung und Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen" (Günther Pinkenburg, Rechtsanwalt, und Jörg Fiebach, Leitender Branddirektor)
Mittwoch, 10. Juni 2026: "Rückfall-Kommunikation - Eigene Anforderungen erkennen, Lösungen gestalten" (Christoph Steger, Kreisbrandmeister Fachbereich Katastrophenschutz des Landkreises Schweinfurt)

Die Online-Fortbildungen des Deutschen Feuerwehrverbandes finden jeweils von 18 bis 19 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenlos; es wird ein Teilnahmezertifikat ausgestellt. Anmeldung: https://www.feuerwehrverband.de/veranstaltungen/dfv-direkt/. Dort stehen auch (wenn freigegeben) die jeweiligen Präsentationen zur Verfügung.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Feuerwehrverband e.V. (DFV), Silvia Oestreicher, Leiter(in) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Reinhardtstr. 25, 10117 Berlin, Telefon: 030 288848800

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