50 Jahre Römische Verträge / Die gemeinsame Agrarpolitik ist Wegbereiter der Europäischen Union von heute
(München) Am 25. März 2007 jährt sich die Unterzeichnung der Römischen Verträge zum 50. Mal. Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Luxemburg und die Niederlande unterschrieben am 25. März 1957 die Römischen Verträge zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und Europäischen Atombehörde. Deren Inkrafttreten gilt als Geburtsstunde der Europäischen Union. Die EWG betrieb erfolgreich den Abbau von Handelsbarrieren zwischen ihren Mitgliedstaaten sowie eine gemeinsame Politik zur Unterstützung der Landwirtschaft, zieht der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes Gerd Sonnleitner Bilanz. Die Ernährungs- und Landwirtschaft zeige sich heute nicht zuletzt wegen der Römischen Verträge als drittstärkste Wirtschaftsbranche in Bayern.
Seit der Unterzeichnung 1957 habe sich die gemeinsame Agrarpolitik stetig verändert. Zunächst war das wichtigste Anliegen die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, erklärte Sonnleitner. Die Agrarreform 1992, nach dem damaligen EU-Agrarkommissar auch McSharry-Reform genannt, habe einen Richtungswechsel gebracht. Um dem Problem der überversorgten Agrarmärkte Herr zu werden, seien die politische Preisstützung abgebaut und staatliche Ausgleichszahlungen eingeführt worden. 1999 wurde dann die Agenda 2000 beschlossen und mit ihr die Leitlinie eines europäischen Agrarmodells einer multifunktionalen Landwirtschaft, sagte Sonnleitner.
Entkopplung als Chance für heimische Bauern:
Im Rahmen der jüngsten Reform, der Agrarreform 2003, sei das System produktionsgebundener Direktzahlungen auf betriebsbezogene und von der Produktion unabhängige Direktzahlungen umgestellt worden. Diese Entkopplung sei für die heimischen Bauern mit Chancen verbunden. EU-Staaten, die die Entkopplung vollständig umgesetzt haben, können schneller auf Veränderungen reagieren und sind wettbewerbsfähiger, sagte Sonnleitner. Die Bauern sollten der neuen Situation mit Mut begegnen. Entgegen komme ihnen die steigende weltweite Nachfrage nach Lebensmitteln und Bioenergie. Trotz Entkopplung werde auch weiterhin eine gemeinsame europäische Agrarpolitik wichtig sein. Arbeitsfelder wie zum Beispiel die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln gibt es auch weiterhin. In der EU herrschen diesbezüglich hohe Standards, freie Märkte ermöglichen jedoch den Kauf aus Drittländern mit niedrigeren Standards. Hier müssen verträgliche Lösungen für unsere heimischen Bauernfamilien und für den Verbraucherschutz gesucht werden, erklärte Sonnleitner.
Die 1. Säule der EU-Agrarpolitik, in der die Direktzahlungen geregelt sind, und die 2. Säule, mit der u. a. Agrarumweltprogramme gefördert werden, würden auch in Zukunft einen wichtigen Stellenwert für die Zukunft der europäischen Landwirtschaft einnehmen, betonte der BBV-Präsident.
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