Pressemitteilung | Virchowbund - Verband der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.
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ABDA: Gefährliches Spiel mit eigener Deprofessionalisierung

(Berlin) - Mit ihrem Positionspapier zur Rolle der Apotheken in der Primärversorgung betreibt die organisierte Apothekerschaft (ABDA) ein gefährliches Spiel: Denn sie kombiniert die eigene Kompetenzausweitung mit einer Bagatellisierung von Versorgung.

„Wenn die organisierte Apothekerschaft jetzt in die Diagnostik durch anlasslose Testungen und in die Versorgung durch Direktabgabe von Medikamenten bei Allergien, Konjunktivitis oder Rachenentzündung einsteigen will, verlässt sie ihre Kernaufgabe und greift mit der Bestimmung von Diagnose und Therapie in den ärztlichen Bereich ein“, stellt der Bundesvorsitzende des Virchowbundes, Dr. Dirk Heinrich, fest.

„Zu jeder Testung gehört eine ärztliche Abklärung, jede Diagnose muss von einem Arzt gestellt werden und auch die Verlaufskontrolle ist eine ärztliche Aufgabe. Die eigenständige Zuschreibung von ärztlichen Qualifikationen führt folglich bei den Apothekern, aber auch bei den Ärzten, zu einer Marginalisierung von Versorgung und zur Deprofessionalisierung beider akademischen Heilberufe. Denn auch hier gilt: ‚Wer alles machen will, der macht nichts richtig gut‘“, warnt Dr. Heinrich.

Eine hochwertige Primärversorgung wird durch niedergelassene Haus- und Kinderärzte, sowie in Einzelfällen auch durch grundversorgende Fachärzte sichergestellt. „Unsere Kernaufgabe in dieser Debatte ist die Verbesserung der ärztlichen Versorgung durch eine wirksame digitale Ersteinschätzung und effektive Steuerung, die jeden Behandlungsfall schnell der entsprechenden Versorgungsebene zuweist. Kernaufgabe der Apothekerschaft ist es, die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zu gewährleisten. Diese Baustelle besteht immer noch und sie erscheint mir momentan die größere für die Apotheker zu sein“, erklärt der Virchowbund-Chef.

Quelle und Kontaktadresse:
Virchowbund - Verband der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V., Marc Fehrmann, Pressereferent(in), Chausseestr. 119b, 10115 Berlin, Telefon: 030 288774-0

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