Pressemitteilung | Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
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Abschlüsse sind Nagelprobe für Bildungsqualität / BLLV-Präsident Albin Dannhäuser zum Bildungsbericht der OECD: „Mehr Jugendliche brauchen qualifizierte Ausbildungsabschlüsse“

(München) -„In Bayern muss endlich das rigide schulische Auslesesystem ersetzt werden durch die möglichst frühe und intensive Förderung aller Schüler. Andernfalls kann der Freistaat bei den Studien- und Ausbildungsabschlüssen im internationalen Vergleich nicht mithalten.“ Mit diesen Worten hat der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Albin Dannhäuser, auf den heute veröffentlichten weltweiten Bildungsbericht 2006 der OECD reagiert. „Die harsche Kritik ist eine erneute Warnung an die politisch Verantwortlichen“, stellte er fest. „Die Reformbemühungen müssen konsequenter und zügiger vorangetrieben werden.“ Noch immer gibt es nicht den mehrfach angemahnten staatlich finanzierten Förderunterricht für alle Schüler. Deshalb schaffen Tausende talentierte junge Menschen nicht die Bildungsabschlüsse, die sie mit Hilfe gezielter Förderung erreichen könnten. Stattdessen verlassen Jahr für Jahr Tausende Jugendliche die Schule ohne Abschluss und haben so gut wie keine berufliche Perspektive. „Der Staat handelt volkswirtschaftlich und gesellschaftlich fahrlässig.“

Es ist fatal, dass die Politik nicht ausreichend auf die andauernden Mahnungen internationaler Organisationen reagiert. Auch in Bayern gehen die Bemühungen nur schleppend voran. So hinkt der Ausbau von Ganztagsangeboten dem Bedarf hinterher. Wenn zum Schuljahresbeginn ausgerechnet an den Hauptschulen Lehrer fehlen, zeigt das entgegen aller Ankündigungen und Versprechungen, welchen Stellenwert Jugendliche, die diese Schulart besuchen, tatsächlich in der Politik haben. Dannhäuser:
„Wenn Bayern bei den Schulleistungen und den Berufsabschlüssen zu den besten Ländern der Welt gehören will, bedarf es noch gewaltiger finanzieller und konzeptioneller Anstrengungen.“ Der BLLV-Präsident anerkannte ausdrücklich das Bildungskonzept für den Kindergarten, die Maßnahmen zur Sprachförderung für Kinder aus Migrantenfamilien und die Einführung von Intensivierungsstunden an Gymnasien. „Die Konzepte können jedoch nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn die Einrichtungen mit entsprechendem Personal ausgestattet werden - das ist bislang nicht der Fall.“ Die individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen kommt immer noch viel zu kurz, gute Bildung hängt unverändert von Herkunft und Einkommen der Eltern ab.
Dannhäuser:
„Im Vordergrund der Reformen stehen Tests und Evaluation. Diese Instrumente machen pädagogisch nur dann einen Sinn, wenn die Schule weitere professionelle Hilfe anbieten kann. Wunsch und Wirklichkeit klaffen noch weit auseinander.“

Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV) Andrea Schwarz, Pressereferentin Bavariaring 37, 80336 München Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155

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