Pressemitteilung | Katholischer Deutscher Frauenbund e.V. (KDFB)
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Abschlussbericht der Studiengruppe zur Rolle der Frau: KDFB begrüßt Realitätssinn und kritisiert Stillstand beim Diakonat

(Köln) - Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) sieht im Abschlussbericht der Studiengruppe 5 der Weltsynode zur Rolle der Frau in der Kirche wichtige Impulse, mahnt jedoch an, dass die Kirche Geschlechtergerechtigkeit nun auch konkret leben muss.

Der KDFB begrüßt den Realitätssinn, mit dem der Bericht der Studiengruppe 5, veröffentlicht vom Generalsekretariat der Synode am 10.03.2026, auf die vielfältigen Lebenswirklichkeiten von Frauen in der Kirche blickt. Dass diese Perspektiven so deutlich zur Sprache kommen, wäre ohne das Engagement von 54 „Synodenmüttern“ während der zwei Sitzungsperioden in Rom sicher nicht erfolgt.

„Der Bericht zeigt deutlich, was wir schon lange wissen: Die Frage der Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche drängt“, sagt Regina Heyder, Vorsitzende der Theologischen Kommission des KDFB. „Es ist ein wichtiges Signal, dass ein vatikanisches Dokument erstmals offen benennt, dass sich Frauen weltweit in der Kirche nicht mehr beheimatet fühlen und deshalb die Kirche verlassen. Diese Selbstkritik ist ein notwendiger Schritt im synodalen Lernprozess.“

Der Bericht benennt strukturelle Ursachen für die Entfremdung von Frauen von der Kirche, darunter Klerikalismus, männlicher Chauvinismus und eine oft unsensible Sprache, auch in der Liturgie. Er verabschiedet sich zudem von in der Kirche lange gepflegten Geschlechterstereotypen. Frauen vor allem über Mütterlichkeit, Fürsorge oder Zärtlichkeit zu definieren, vernachlässige ihre Kompetenzen in Leitung, Lehre und Entscheidungsprozessen. Das unterschlage zudem auch die Zärtlichkeit Jesu in den Evangelien. Passend dazu werden gelingende Beziehungen zwischen Frauen und Männern in der Kirche in dem Dokument unter dem Leitbegriff der Reziprozität beschrieben: als partnerschaftliches Miteinander jenseits von Dominanz und Macht.

Enttäuscht zeigt sich der KDFB hingegen darüber, dass der Bericht beim Thema Diakonat der Frau keine neuen Perspektiven eröffnet und keine Erkenntnisse enthält, die über die bereits im Dezember 2025 veröffentlichten Ergebnisse der sogenannten Petrocchi-Kommission hinausgehen. Es wird in dem Dokument darauf verwiesen, dass die Zeit für Diakoninnen noch nicht reif sei. „Dieses Ergebnis ist besonders enttäuschend und zur Genüge widerlegt. Auf der Synode wurde intensiv über den Diakonat der Frau diskutiert; die schon 2020 etablierte Petrocchi-Kommission hat diese Stimmen nicht angemessen aufgegriffen. Die Debatte muss weitergeführt werden,“ betont Heyder.

Gleichzeitig hebt der Bericht die Bedeutung von Frauen in Leitungspositionen hervor. Bereits Papst Franziskus hatte zahlreiche Frauen in Führungsämter der römischen Kurie berufen, Papst Leo XIV. setzt diese Praxis fort. Die Ortskirchen werden ausdrücklich ermutigt, sich dies zum Vorbild zu nehmen und Frauen stärker an Leitung und Entscheidungsprozessen zu beteiligen.

Für den KDFB ist klar: Fragen von Leitungsverantwortung und die Diskussion um den Diakonat der Frau dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. „Beides gehört unbedingt zusammen“, so KDFB-Vizepräsidentin Ute Zeilmann. „Der Abschlussbericht enthält wichtige Ergebnisse. Jetzt gilt es, nicht nur über Geschlechtergerechtigkeit zu schreiben, sondern sie zu leben.“

Quelle und Kontaktadresse:
Katholischer Deutscher Frauenbund e.V. (KDFB), Kaesenstr. 18, 50677 Köln, Telefon: 0221 86092-0

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