Pressemitteilung | Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI)

AMNOG-Daten 2021: Bei der Verg√ľtung von Innovationen √ľber den Tellerrand schauen

(Berlin) - Nutzenbewertung und Preisfindung bei Arzneimittel-Innovationen sind im Prinzip durch das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) hinreichend geregelt. Gerade bei hochpreisigen innovativen Therapien - wie den Advanced Therapy Medical Products (ATMP) - können aber ergänzend Outcome-bezogene Erstattungsmodelle sinnvoll sein. Sie könnten sowohl den generellen Zugang zum medizinischen Fortschritt als auch seine Finanzierbarkeit erleichtern. Dies ist nur eine der Schlussfolgerungen aus den neu erschienenen AMNOG-Daten 2021 des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI).

"Durch die Anwendung ergebnisorientierter Erstattungsmodelle k√∂nnte es zu einer besseren Risikoteilung zwischen Hersteller und Krankenkasse kommen, als mit den herk√∂mmlichen Erstattungsbetr√§gen", schreiben die Autoren der AMNOG-Daten, die Gesundheits√∂konomen Prof. Dieter Cassel und Prof. Volker Ulrich. Ein reformpolitisch "wichtiger Schritt" sei auch die Wiedereinf√ľhrung eines Risikopools im morbidit√§tsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA), doch m√ľsse er so ausgestaltet sein, dass es keine "Fehlanreize" gebe, indem prospektive Ratenzahlungsmodelle mit klassischen Einmalzahlungen gleichgestellt werden.

Als weitere "Baustelle" identifizieren Cassel und Ulrich die sogenannte "NUB-L√ľcke" bei neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden im Krankenhaus. Der Erstattungsprozess sei hier sehr zeitintensiv, nicht rechtssicher und "f√ľr alle Beteiligten aufw√§ndig". "Der verhandelte Erstattungsbetrag aus dem AMNOG-Verfahren sollte daher unmittelbar auch f√ľr die station√§re Behandlung gelten", schlussfolgern die Autoren. Die Regelungen, dass bereits mit der erwarteten Zulassung eines ATMP krankenhausspezifische Vereinbarungen zu Zusatzentgelten verhandelt werden k√∂nnen und es einen weiteren Termin f√ľr NUB-Antr√§ge gebe, l√∂sen die Probleme aus Sicht der Autoren "nur partiell": Es bestehe also weiterer Handlungsbedarf.

Die bereits im f√ľnften Jahr von Cassel und Ulrich verfassten und vom BPI herausgegebenen "AMNOG-Daten" informieren ausf√ľhrlich √ľber Grundlagen, Abl√§ufe und Ergebnisse der Nutzenbewertung und Preisfindung neuer rezeptpflichtiger Arzneimittel in Deutschland und gehen kritisch auf reformbed√ľrftige Aspekte der AMNOG-Regulierung ein: Wie viele Verfahren gab es bisher? Wie oft wurde den neuen Pr√§paraten ein Zusatznutzen zuerkannt? Gibt es Bewertungsbesonderheiten in einzelnen Therapiegebieten? Wie wirkt sich die Nutzenbewertung auf die Erstattungsbetragsvereinbarungen aus? Zu welchen Ergebnissen f√ľhren die Schiedsverfahren? Ergeben sich daraus unerw√ľnschte Nebenwirkungen auf die Patientenversorgung? Wie entwickeln sich die Preise f√ľr Arzneimittel-Innovationen beziehungsweise wie entwickeln sich die Ausgabenanteile innovativer Arzneimittel im Zeitverlauf?

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) Andreas Aumann, Leitung Kommunikation und √Ėffentlichkeitsarbeit Friedrichstr. 148, 10117 Berlin Telefon: (030) 27909-0, Fax: (030) 2790361

(sf)

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