Pressemitteilung | Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

Antragsberatung: Zukunft gestalten wir

(Berlin) - Aufbruch, Sicherheit und Vertrauen - dafür setzen sich der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften ein und entwickeln gerechte und soziale Lösungen für die Umbrüche unserer Zeit. "Wir leben Demokratie durch Beteiligung und Solidarität. Das war, ist und bleibt unser Anspruch und unsere Aufgabe", heißt es im Leitantrag A001, den die 400 Delegierten des 22. Ordentlichen DGB-Bundeskongresses beschlossen haben.

AUFBRUCH. Wir werden die nächsten Jahre nutzen, um den AUFBRUCH in eine klimaneutrale, resiliente und digitale Wirtschaft entschlossen voranzutreiben, die allen ein gutes und selbstbestimmtes Leben auf der Grundlage von Wohlstand und qualitativem Wachstum ermöglicht. Wir stehen für ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell, das auf Guter Arbeit in tarifgebundenen und demokratisch mitbestimmten Unternehmen beruht, durch mehr Gerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe geprägt ist und heutigen wie künftigen Generationen eine lebenswerte Umwelt ermöglicht. Wir wollen die sozial-ökologische Transformation gestalten, für Gute Arbeit und eine lebenswerte Zukunft.

SICHERHEIT. Wir werden die Transformation so gestalten, dass aus technischem Fortschritt auch sozialer Fortschritt wird und die Beschäftigten dadurch SICHERHEIT im Wandel erfahren. Vorrang hat dabei für uns die Beschäftigungs- und Standortsicherung in Deutschland und Europa. Tarifverträge und Mitbestimmung sind Voraussetzung für zukunftsfähige Unternehmensstrategien, für einen modernen öffentlichen Dienst, für innovative Geschäftsmodelle und bedarfsgerechte Qualifizierungsangebote für die Beschäftigten.

Sicherheit im Wandel bedeutet für uns auch, dass Transformationsgewinne und -lasten gerecht verteilt werden. Es muss massiv in Bildung, Weiterbildung und Qualifizierung investiert werden. Die Ausbildung von jungen Menschen zu stärken bedeutet eine Investition in ihre beruflichen Perspektiven. Um die Transformation zu gestalten, müssen die Beschäftigten mitgenommen werden. Die Arbeitnehmer*innen müssen fit gemacht werden für die sich wandelnde Arbeitswelt, ihre Ressourcen müssen gestärkt werden. Dazu gehört auch eine ausgewogenere Verteilung der verfügbaren Zeit zwischen Erwerbs- und Sorgearbeit, Ehrenamt und Selbstfürsorge.

Für das Gelingen der Transformation ist eine gut ausgebaute Infrastruktur elementar. Die Transformation muss durch starke Systeme der Daseinsvorsorge und der sozialen Sicherheit abgesichert werden. Um den Beschäftigen Sicherheit im Wandel zu geben müssen Zukunftsinvestitionen in eine sozial und wirtschaftlich erfolgreiche Transformation uneingeschränkte Priorität haben. Das bedeutet auch, dass die neuen Herausforderungen in der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik im Zuge des Ukraine-Krieges nicht zu Abstrichen bei diesen Investitionen führen dürfen. Mehr denn je müssen dafür die großen Einkommen und Vermögen in die Verantwortung genommen werden, einen angemessenen Beitrag zu leisten und einen gerechten Anteil an der Finanzierung gesellschaftlicher Aufgaben zu übernehmen.

VERTRAUEN. Wir werden dafür sorgen, dass die Transformation mit den Beschäftigten gestaltet wird - und nicht über ihre Köpfe hinweg. In der demokratischen Gemeinschaft der Gewerkschaften werden sie zu aktiv Handelnden, die den Kurs der Veränderung gestalten. Damit die Klimawende und die digitale Wende gelingen, müssen sie vom Vertrauen der Beschäftigten getragen werden. Die Transformation muss mit und darf nicht gegen die Beschäftigten umgesetzt werden - nur so wird sie ein Erfolg und findet vor Ort Akzeptanz. Das setzt mehr Demokratie in Wirtschaft und Arbeitswelt voraus - durch stärkere Mitbestimmungsrechte der Beschäftigten in der Privatwirtschaft wie im öffentlichen Dienst, durch einen deutlich höheren Anteil mitbestimmter Betriebe, Dienststellen und Unternehmen und durch eine Rückkehr zur flächendeckenden Geltung von Tarifverträgen. Auf dem Weg dahin werden wir Gewerkschaften deutlich mehr Anstrengungen unternehmen, um das Vertrauen in die kollektive Kraft der Solidarität durch eine Gewerkschaftsmitgliedschaft zu stärken.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Nora Neye, Referentin Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin Telefon: (030) 24060-0, Fax: (030) 24060-324

(ss)

NEWS TEILEN: