Apotheker gehen gegen Abzocke auf Kaffeefahrten vor / Perfide Verkaufsmasche auf Kaffeefahrten zwischen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz / Landesapothekerverbände warnen Verbraucher vor üblen Trickverkäufen bei Nahrungsergänzungsmitteln
(Stuttgart/Mainz) - "Verbraucher werden gerade jetzt vor Weihnachten, wo das Geld lockerer sitzt, auf Kaffeefahrten von Baden-Württemberg nach Rheinland-Pfalz mit vermeintlichen Wundermitteln abgezockt. Das Perfide daran ist, dass den Verbrauchern vorgegaukelt wird, dass die angepriesenen Nahrungsergänzungsmittel besonders wirksam wären, weil der Hersteller auch den Vertriebskanal über die Apotheke nutzt", warnt der Präsident des baden-württembergischen Landesapothekerverbandes Fritz Becker. Die besondere Vertrauensstellung, die Arzneimittel und Gesundheitsprodukte aus der Apotheke haben, werde dabei bewusst missbraucht und die Verbraucher würden hinters Licht geführt, so Becker weiter.
In der vorgestrigen (9. Dezember 2008) Ausgabe der Sendung Akte 08/50 auf Sat.1 wurde ein Beispiel aus Baden-Württemberg aufgezeigt. Badische Bürgerinnen und Bürger wurden aus dem Raum Mannheim ins rheinland-pfälzische Lambrecht gefahren und sollten Anfang Dezember ein Nahrungsergänzungsmittel zum ermäßigten Preis von 500 Euro erwerben. In der Apothekensoftware wurde das Produkt vom Hersteller mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 1000 Euro gelistet. Was den Kunden vorenthalten wird: Die Hersteller selbst legen den häufig überteuerten Preis fest. Dabei werben die Verkäufer auf Kaffeefahrten zudem irreführend damit, dass die angepriesenen Artikel über eine PZN - eine angebliche "Produktzulassungsnummer" - verfügen. Die Kaffeefahrtenbetrüger verbinden damit häufig die Aussage, dass das beworbene Produkt pharmazeutisch geprüft sei und einen hohen Wert besitze. Eine solche Nummer gibt es jedoch nicht. Hinter der Abkürzung PZN verbirgt sich die Pharmazentralnummer - das ist lediglich eine Artikelnummer, die bei der Informationsstelle für Arzneispezialitäten (IFA) beantragt werden kann, mit der das Produkt dann in der Software der Apotheken gelistet wird. Sie sagt nichts über Güte oder Qualität des Produktes aus, betont auch der rheinland-pfälzische Apothekerverband.
Magnetarmbänder, Elektrosmogmatten und Heizdecken gehören ebenso zum Angebot dubioser Anbieter wie Heilsalben oder überteuerte Vitamine, Mineralstoffe oder andere Nahrungsergänzungsmittel. Die Landesapothekerverbände in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz warnen die Verbraucher deswegen: "Geprüfte Arzneimittelqualität gibt es in der Regel nicht an der Haustür, nicht im Kaffeefahrtenbus und nicht im Hinterzimmer einer Kneipe - Arzneimittel gehören in die Hände von Fachpersonal und damit in die Apotheken."
Der Landesapothekerverband in Baden-Württemberg e. V. (LAV) wird rechtliche Schritte gegen den Veranstalter der Kaffeefahrt einleiten:
"Wir müssen aktiv gegen solche Betrüger vorgehen, um die Verbraucher vor diesem Nepp zu schützen. Wir haben uns schon mit dem Ordnungsamt in Lambrecht in Verbindung gesetzt, um die Verantwortlichen dieser Verkaufsveranstaltung zu ermitteln."
Quelle und Kontaktadresse:
Landesapothekerverband Baden-Württemberg e.V.
Pressestelle
Hölderlinstr. 12, 70174 Stuttgart
Telefon: (0711) 223340, Telefax: (0711) 2233497
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