Arbeitgeberforderung nach Ausstieg aus Wegeversicherung "maßlos"
(Frankfurt am Main) - Die IG Metall hat Forderungen der Arbeitgeber zurückgewiesen, Wegeunfälle aus dem Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung heraus zu nehmen. "Jetzt werden die Arbeitgeber maßlos und stehlen sich aus der Verantwortung, wenn sie künftig für Unfälle auf dem Weg zur Arbeit nicht mehr zahlen wollen", sagte IG Metall-Vorstandsmitglied Kirsten Rölke am 18. August in Frankfurt. "Die Fahrt zur Arbeitsstätte ist Voraussetzung dafür, dass die Beschäftigten die von ihnen geforderten Arbeiten erledigen können. Wer Mobilität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fordert, der muss auch Sicherheit für die Wege zur Arbeit garantieren und sie finanziell absichern. Das muss auch in Zukunft gelten", sagte Rölke.
Durch die Agenda 2010 der Bundesregierung würden die Arbeitgeber in den nächsten zwei Jahren ohnehin schon bis zu zehn Milliarden Euro entlastet. Mit einem Ausstieg aus der Wegeversicherung nun zusätzlich eine Milliarde Euro bei der gesetzlichen Unfallversicherung einsparen zu wollen, sei einfach unmoralisch, erklärte Rölke. "Irgendwo muss doch Schluss sein, die Belastungen nur auf die Arbeitnehmer abzuwälzen." Die Unternehmer könnten weder verlangen noch erwarten, dass die Beschäftigten in unmittelbarer Nähe des Betriebes wohnen. Die IG Metall wende sich daher entschieden gegen das Argument der Arbeitgeber, die Betriebe könnten nicht für Dinge haftbar gemacht werden, auf die sie keinen Einfluss nehmen könnten, wie beispielsweise die Wahl des Wohnortes des Arbeitnehmers.
Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall (IGM)
Lyoner Str. 32, 60528 Frankfurt
Telefon: 069/6693-0, Telefax: 069/6693-2843
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