Arbeitsmarkt bleibt gespalten
(Berlin) - Trotz des erfreulichen Rückgangs der Arbeitslosigkeit bleibt der Arbeitsmarkt weiter gespalten, kommentierte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach die Arbeitsmarktzahlen am Donnerstag, 28. November 2007, in Berlin. Der DGB fordert faire Löhne vor allem für Menschen, die aus ALG-II in Beschäftigung wechseln und mahnt eine bessere Qualifizierung für Langzeitarbeitslose an.
Die Bewegung am Arbeitsmarkt sei weiterhin groß, die Arbeitsplätze aber wenig stabil. Wir brauchen mehr gute Arbeit, also Arbeitsplätze, die eine Perspektive bieten und existenzsichernd entlohnt werden, appellierte Annelie Buntenbach. Das Arbeitslosengeld II werde offensichtlich von immer mehr Arbeitgebern als Lohnergänzungssystem ausgenutzt, so die Gewerkschafterin. Immer mehr Langzeitarbeitslose, die in Beschäftigung wechseln, erhielten so niedrige Löhne, dass sie weiterhin hilfebedürftig bleiben. Die Arbeitsagenturen müssten deshalb mehr darauf achten, dass die Menschen in existenzsichernde Arbeitsverhältnisse vermittelt werden.
Auch hätten Langzeitarbeitslose nach Auffassung des DGB noch immer wenig Chancen, vom Aufschwung zu profitieren. Während die Arbeitslosigkeit insgesamt um 15 Prozent abnahm, ging die Zahl der Langzeitarbeitslosen nur um 3,3 Prozent zurück. Fast 40 Prozent aller Arbeitslosen sind inzwischen mehr als ein Jahr ohne Arbeit Das habe zur Folge, dass nur noch 30 Prozent der Arbeitslosen von der Arbeitslosenversicherung betreut werden, während die übrigen bereits auf ALG-II angewiesen seien. Die Zahl der ALG-I-Empfänger ist in den letzten zwei Jahren fast doppelt so stark gesunken wie die Zahl der Arbeitslosen insgesamt, unterstrich Annelie Buntenbach. Dies zeige, dass die sinkende Zahl der Arbeitslosengeldempfänger längst nicht nur auf bessere Beschäftigungschancen zurückzuführen ist, sondern auch auf die Leistungskürzungen im Rahmen der Arbeitsmarktreformen - etwa die gekappten ALG-I-Bezugszeiten.
Neben der Vermittlung in anständige Arbeitsplätze müssen vor allem die Qualifizierungsbemühungen für Langzeitarbeitslose ausgeweitet werden, mahnte Buntenbach. Es wäre äußerst unklug, an den Eingliederungsleistungen zu sparen. Langzeitarbeitslose dürfen gerade in Zeiten erhöhter Arbeitskräftenachfrage nicht zu passiven Leistungsempfängern verdonnert werden, betonte Buntenbach. Deshalb dürfe es im nächsten Jahr keine erneute Sperre von Haushaltsmitteln für die ARGEN geben.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand
Axel Brower-Rabinowitsch, Leiter, Presse- / Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen
Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin
Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060-324
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