Pressemitteilung | vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V.
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Arbeitsmarkt in Bayern weiterhin von Fachkräfteengpässen geprägt

(München) - Die Arbeitsmarktentwicklung im Freistaat wird bis 2035 weiterhin von Fachkräfteengpässen geprägt sein. Ein Überangebot ist lediglich in acht von 36 Berufshauptgruppen zu erwarten, dieses fällt aber quantitativ relativ gering aus. Der Rückgang des Arbeitskräfteangebots fällt mit einem Minus von rund 4,8 Prozent von 6,64 Millionen Personen auf 6,32 Millionen Personen stärker aus als noch im Jahr 2022 angenommen. Gleichzeitig sinkt die Nachfrage nach Arbeitskräften um 3,9 Prozent von 6,88 Millionen Personen auf 6,62 Millionen Personen. Das Angebot geht damit stärker zurück als die Nachfrage, so dass eine Fachkräftelücke von rund 290.000 Personen entsteht. Diese ist nach aktuellen Berechnungen aber kleiner als noch 2022 erwartet. Das geht aus der Neuauflage der Studie „Regionale Arbeitslandschaften“ hervor, die von der Prognos AG im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. erstellt und heute vorgestellt wurde.

Die Prognos AG arbeitet in der aktuellen Studie erstmalig neben dem oben genannten Basisszenario mit zwei zusätzlichen Szenarien, bei denen die Fachkräftelücke je nach wirtschaftlicher Entwicklung kleiner oder größer ausfällt. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt ordnet die Erkenntnisse aus der Studie ein: „In allen drei Szenarien wird das Arbeitskräfteangebot stärker zurückgehen als die Nachfrage. Im Negativszenario rechnen wir immer noch mit einer Fachkräftelücke von etwa 210.000 Personen. Im Positivszenario, also im Fall einer wirtschaftlichen Erholung, rechnen wir mit 330.000 Personen, die den bayerischen Unternehmen fehlen. Das heißt: Verbessert sich die konjunkturelle Lage, steigt die Fachkräftenachfrage.“ Zentraler Treiber der Fachkräftelücke ist die demografische Entwicklung. Laut der aktuellen, 16. Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der Bevölkerung bis 2035 spürbar schrumpfen. „Die Fachkräftesicherung wird langfristig eine zentrale Zukunftsaufgabe bleiben. Darum müssen wir alle Beschäftigtenpotenziale heben, etwa indem wir die Erwerbsbeteiligung von Älteren und Teilzeitkräften erhöhen. Gleichzeitig müssen wir die Arbeitszeitpotenziale heben, indem wir die Arbeitszeit flexibilisieren“, so Brossardt.

Mit Blick auf ganz Bayern zeigt sich beim Arbeitskräfteangebot ein Nord-Süd-Gefälle, also ein besonders starker Rückgang des Angebots in den ländlichen Kreisen Ober-, Mittel- und Unterfrankens sowie der Oberpfalz. Gleichzeitig steigt das Arbeitskräfteangebot in den Ballungszentren wie etwa Nürnberg, Fürth und Bamberg genauso wie in der Landeshauptstadt München und den angrenzenden Regionen wie Dachau. „Ein echtes Überangebot sehen wir aber in keinem der Landkreise und in keiner kreisfreien Stadt“, erläutert Brossardt und ergänzt: „Bei der Nachfrage zeigt sich ein differenzierteres Bild, denn hier ist die wirtschaftliche Struktur vor Ort ausschlaggebend. Teilweise ist das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage fast ausgeglichen, in manchen Kreisen wird aber bis 2035 etwa jede achte Stelle unbesetzt bleiben.“

Quelle und Kontaktadresse:
vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., Max-Joseph-Str. 5, 80333 München, Telefon: 089 55178-100

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