Pressemitteilung | Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) - Bundesvorstand
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Arbeitsmarkt: Positiver Trend auf der Kippe?

(Berlin) - Als erfreulich bezeichnete es DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach am Donnerstag (28. Februar 2008) in Berlin, dass der Arbeitsmarkt bisher den eingetrübten Konjunkturaussichten trotzen konnte. Zugleich warnte sie davor, dass dieser Trend angesichts der angekündigten Massenentlassungen in großen Unternehmen nicht mehr lange andauern werde. „Es ist ein Skandal, dass ausgerechnet die Konzerne, die fette Gewinne einstreichen, auf Kosten der Beschäftigten nach Extra-Profiten streben. Hier ist offenbar Maßlosigkeit die Leitlinie unternehmerischen Handelns.“

Wegen des milden Wetters sind die Zugänge in Arbeitslosigkeit in diesem Winter niedriger als in anderen Jahren. Als erfolgreiches Instrument habe sich auch das Saisonkurzarbeitergeld erwiesen, das speziell für die Außenberufe geschaffen wurde, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden, sagte Annelie Buntenbach. Dieses Instrument, das von den Tarifpartnern in der Bauindustrie umgesetzt wurde, funktioniere und werde von den Betrieben gut angenommen. Nach Schätzung des DGB behielten durch das neue Kurzarbeitergeld mindestens 100 000 Beschäftigte ihren Job.

Nach wie vor finden aber vor allem Arbeitslose einen Job, die nicht länger als ein Jahr erwerbslos sind. Langzeitarbeitslose profitieren hingegen kaum von der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der ALG‑I‑Empfänger ist im Vorjahresvergleich fast fünfmal so stark gesunken wie die der ALG‑II‑Bezieher. „Problematisch ist vor allem, dass die Beschäftigung der vermittelten ALG‑II‑Empfänger sehr instabil ist“, konstatierte Annelie Buntenbach. Mindestens 50 Prozent der vermittelten Langzeitarbeitlosen seien nach 12 Monaten erneut abhängig von staatlichen Leistungen. „Die ARGEN dürfen nicht nur auf Billigjobs setzen, sondern müssen sich mehr um Qualifizierung und dauerhafte Integration kümmern“, forderte das DGB-Vorstandsmitglied.

Die angeblich großen Erfolge im Ausbildungspakt beruhten insbesondere auf dem Anstieg der außerbetrieblichen Ausbildung. Annelie Buntenbach: „Nach unseren Berechnungen ist der Zuwachs von 50 000 Ausbildungsstellen zu 60 Prozent auf außerbetriebliche Ausbildungsplätze zurück zu führen, die von den Arbeitnehmervertretern über ein Sonderprogramm in Nürnberg initiiert wurden.“

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand Axel Brower-Rabinowitsch, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060-324

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