Pressemitteilung | Bayerischer BauernVerband (BBV)
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Auf und Ab beim Einkommen / Wirtschaftsergebnisse 2007/2008 beschreiben Ausnahmejahr

(München) - Die Preise für die bayerischen Erzeuger, aber auch an den überregionalen und internationalen Märkten zeigten große Schwankungen wie seit Jahren nicht und die Kosten stiegen zum Teil dramatisch. Dass die Wirtschaftsergebnisse 2007/08 ein Aus­nahme­jahr darstellen, zeigt der am 8. Januar 2008 in Berlin vorgestellte jährliche Situations­bericht des Deutschen Bauernverbandes. Ihm liegen die Ergebnisdaten von rund 20.000 deutschen Betrieben, darunter über 5.000 aus Bayern, zugrunde.

Im Durchschnitt der bayerischen Betriebe verdiente im Wirtschaftsjahr 2007/2008 eine selbständige Familienarbeitskraft 2.515 Euro brutto. Die Betriebseinkommen im Acker­bau und auch der Milchviehbetriebe lagen um rund sechs Prozent über dem Durch­schnitt. Sehr düster sah es bei den Schweinehaltern, insbesondere bei den Ferkel­erzeu­gern aus. Die vergangenen Jahre hinkte das Einkommen der Bäuerinnen und Bauern gegenüber dem hierfür von der Bundesregierung ermittelten Vergleichs­lohn deutlich hinterher. Im Ausnahmejahr 2007/2008 konnte das "Brutto-Monats­einkommen" in der bayerischen Landwirtschaft diesen Vergleichslohn mit 2.333 Euro/Monat kurzfristig um rund 180 Euro übertreffen.

Aktuelle Situation und Ausblick 2009

Die aktuelle Lage der landwirtschaftlichen Betriebe im bis Ende Juni 2009 laufen­den Wirtschaftsjahr ist nach Ansicht des Bayerischen Bauernverbandes absolut nicht zufriedenstellend. Auch wenn zur Zeit die Preise für Düngemittel, Diesel und Futter­mittel deutlich zurückgingen, dürften sich im bis Ende Juni 2009 laufenden Wirt­schafts­jahr leider wieder niedrigere Betriebsergebnisse einstellen. Zu berück­sich­tigen seien die deutlichen Belastungen durch Steuern und Abgaben (z.B. Ökosteuer, höhere Mineralölbesteuerung beim Agrardiesel gegenüber anderen EU-Staaten).

Bei den Ferkelerzeugern sei leider immer noch nicht die dringend erforderliche Erholung von dem lang anhaltenden Preistief eingetreten. Ferner seien die Preise für viele landwirtschaftliche Produkte wie Getreide, Öl­saaten, Fleisch und Milch seit dem Sommer 2008 deutlich gefallen. Es müsse von den Endproduktpreisen wieder mehr bei den Bauern ankommen, fordert der Bauern­verband. Die aktuelle Situation der Erzeugerpreise sowie die Entwicklung der Kosten, die vor allem für Energie und Betriebsmittel bis Oktober 2008 erheblich gestiegen sind, werden sich erst in den Ergebnissen laufenden Wirtschaftsjahres 2008/2009 widerspiegeln.

"Angesichts der aktuellen Marktentwicklungen, der langfristigen Prognosen und der Marktstrukturen müssen in der Ausbildung und der Beratung der Bauern die Themen Markt und Kostenmanagement einen weit höheren Stellenwert einnehmen. Alle Kraft muss gezielt für eine nachhaltige und positive Entwicklung der wirtschaftlichen Situation bäuerlicher Familienunternehmen eingesetzt werden", sagte Hans Müller, General­sek­retär des Bayerischen Bauernverbandes. Die Politik habe deshalb die Instrumente der Marktordnungen wie Verwertungsbeihilfen, Exportkredite, Export­beihilfen und Inter­vention auszuschöpfen und vor allem die Betriebe von Kosten zu entlasten, wie zum Beispiel beim Agrardiesel. Ziel sei es, die durch Land- Forst- und Ernährungswirtschaft in Bayern gesicherten über 600.000 Arbeitplätze und rund 15 Prozent Anteil am Produktions­wert der gesamten bayerischen Wirtschaft zu erhalten und auszubauen.

Wirtschaftsjahr 2007/2008 - ein Ausnahmejahr

Das monatliche Einkommen in der Landwirtschaft sei im Vergleich zur Ent­lohnung bei Arbeitnehmern als Bruttolohn zuzüglich des Arbeitgeberanteils für Sozial­versiche­rungen zu betrachten. Mit dem landwirtschaftlichen "Bruttoeinkommen" müsse ein Familienbetrieb die betriebliche Eigenkapitalbildung, Lebenshaltung, Kranken­ver­siche­rung und Altersversorgung für die Familie finanzieren, betont der Bayerische Bauernverband. Von den monatlich in Bayern verfügbaren 2.515 Euro je Familien­arbeits­kraft gingen mindestens 500 Euro pro Monat für die landwirtschaftliche Sozial­versicherung weg. Diese umfasse die landwirtschaftliche Krankenversicherung und die landwirtschaftliche Alterskasse. Für Letztere seien Beiträge nicht nur für den Land­wirt, sondern zusätzlich ein eigener Beitrag für die Ehefrau zu entrichten.

Nach den zurückliegenden Jahren mit einem viel zu niedrigen Preisniveau für viele landwirtschaftliche Produkte waren deutlich bessere Erzeugerpreise, wie sie sich viel­fach im Jahr 2007 für einige Monate einstellten, zwingend notwendig (s. Tabelle S.3). Durchgängig unbefriedigend war im Berichtszeitraum die Preissituation für Verede­lungs­betriebe, vor allem für Schweinehalter und ganz besonders für Ferkelerzeuger. Zugleich haben sich in der gleichen Zeitspanne die Kosten für Betriebsmittel enorm erhöht. Düngemittelpreise stiegen zum Teil um 200 Prozent, Diesel und Energie ver­teuerten sich um bis zu ein Drittel und auch die Futtermittelpreise stiegen um bis zu 40 Prozent an, was gerade für Veredelungsbetriebe bei unbefriedigenden Erzeuger­preisen zu einer Preis-Kosten-Schere führte. Nach wie vor besonders betroffen seien die Ferkelerzeuger.

Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer BauernVerband (BBV), Körperschaft des öffentlichen Rechts Pressestelle Max-Joseph-Str. 9, 80333 München Telefon: (089) 558730, Telefax: (089) 55873505

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