Auftrags- und Geschäftlage im Tiefbau günstiger als im Hochbau
(Berlin) - Die westdeutschen Bauunternehmen verzeichneten im Oktober nur im öffentlichen Hochbau eine durchweg unbefriedigende Geschäftslage. Wie schon im Monat zuvor war im Tiefbau die Anzahl der Nennungen "befriedigend" (saisonüblich) bzw. "unbefriedigend" in etwa identisch. Für den Wohnungsbau bzw. den gewerblichen Bau ergab sich ein leichtes Übergewicht der Bewertungen mit "unbefriedigend". Nur vereinzelt wurde die Geschäftslage als "gut" bezeichnet. In geringem Umfang bewerteten ostdeutsche Betriebe die Geschäftslage für die Bereiche sonstiger Tiefbau, Straßenbau und Wohnungsbau als "befriedigend" (saisonüblich); ansonsten stuften die Baubetriebe die Lage als "unbefriedigend" ein. Das ergibt die monatliche Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes unter seinen Mitgliedsbetrieben für Oktober 2005.
Die Nachfrage nach Bauleistungen trübte sich in den neuen Ländern deutlicher als in den alten Ländern ein. Besonders auffällig ließ die Ordertätigkeit im öffentlichen Hochbau und etwas weniger stark im Wohnungsbau sowie gewerblichen Bau nach. Für den Straßenbau und den sonstigen Tiefbau zog die Baunachfrage vereinzelt sogar an oder lag weitgehend auf dem Niveau des Vormonats.
Überwiegend erreichte die Bautätigkeit den Leistungsumfang des Vormonats. In den Tiefbaubereichen konnten westdeutsche Betriebe ihre Bauleistung mitunter ausweiten. Andererseits wurden von Betrieben in den alten Ländern Abschwächungen der Bautätigkeit im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Hochbau gemeldet. In den neuen Ländern betrafen einzelne Meldungen eine sich verringernde Tätigkeit im Wohnungsbau bzw. gewerblichen Bau. Die Beschäftigung konnte nahezu uneingeschränkt gehalten werden. Vorherrschende Ursache für Behinderungen der Produktionstätigkeit bleiben Schwierigkeiten der Vorfinanzierung der Produktion aufgrund von Zahlungsstockungen bzw. der Kürzung der Rechnungsbeträge durch Auftraggeber.
Die Mehrzahl der Betriebe schätzt den vorhandenen Auftragsbestand weiterhin als zu klein ein. Verhältnismäßig günstig sehen westdeutsche Tiefbaubetriebe ihre Lage im sonstigen Tiefbau an, hier bewertet nahezu jeder zweite Betrieb den Auftragsbestand als "ausreichend". Auch in den neuen Ländern bewerten die Tiefbaubetriebe derzeit bei derartigen Aufträgen das Polster am günstigen. Die durchschnittlichen Reichweiten liegen hier mit zwei Monaten im Westen und 1,8 Monaten im Osten über denen im Straßenbau mit 1,8 bzw. 1,6 Monaten und denen im Hochbau mit 1,7 bzw. 1,5 Monaten.
Die Baupreise tendieren auf niedrigem Niveau weitgehend stabil. Etwaige Abschläge bei den Preisen sind bei öffentlichen Bauaufträgen auszumachen.
Die Geräteauslastung in den westdeutschen Betrieben behält das Vormonatsniveau mit 57 Prozent im Hochbau und 59 Prozent im Tiefbau bei. In den ostdeutschen Betrieben fiel die Auslastung von 52 Prozent auf 50 Prozent im Hochbau und von 60 Prozent auf 58 Prozent im Tiefbau etwas ab.
Die Erwartungen der Baubetriebe an die weitere Entwicklung der Geschäfte, Aufträge und Preise haben sich durchweg eingetrübt. Allerdings bleibt ein leichtes Übergewicht der Betriebe, die keine Veränderungen erwarten, bestehen.
Quelle und Kontaktadresse:
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