Ausbildungsbilanz positives Zeichen, aber kein Grund zur Entwarnung
(Berlin) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wertet die Verbesserung auf dem Ausbildungsstellenmarkt als positives Zeichen, sieht jedoch keinen Anlass zur Entwarnung. Ein Plus von 10.400 betrieblichen Ausbildungsplätzen im Vergleich zum Vorjahr heißt nicht, dass das Problem generell gelöst ist, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock am Montag in Berlin.
Nach Auffassung des DGB ist das Ergebnis vor allem der guten konjunkturellen Lage und der um rund 114.000 gesunkenen Zahl der Bewerberinnen und Bewerber im Berichtszeitraum zu verdanken. Von insgesamt 620.200 gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern bekamen lediglich 282.130 direkt einen Ausbildungsplatz. 241.750 Jugendliche suchten sich eine Alternative, 81.850 wurden in so genannte ausbildungsvorbereitende Maßnahmen vermittelt. Bei einer Bereitstellung von 432.690 betrieblichen Ausbildungsplätzen existiert nach wie vor eine betriebliche Ausbildungsplatz-Lücke von 187.520 Plätzen. Die offizielle Statistik weist lediglich eine Zahl von ca. 14.500 unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern aus.
Sehrbrock geht davon aus, dass auch der Rückgang der Schulabgängerzahlen das Problem in den nächsten Jahren nicht vollständig beseitigen wird, regionale Unterschiede würden zunehmen. Auch weiterhin werde es viele Altbewerberinnen und -bewerber geben. Deshalb müssen wir das Augenmerk insbesondere auf Migrantinnen und Migranten sowie Jugendliche mit einem schlechten Haupt- oder Realschulabschluss richten, so die stellvertretende DGB-Vorsitzende. Bei allen Herausforderungen habe jede und jeder von ihnen etwas einzubringen. Diese Jugendlichen bieten großes wirtschaftliches Potenzial, um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen. Jetzt kommt es auf die Wirtschaft an, sowohl Jugendlichen als auch Betrieben eine Perspektive zu geben, sagte Sehrbrock.
Darüber hinaus forderte sie, die Themen Berufsorientierung und Berufswahl zum festen Bestandteil des Unterrichts zu machen. Eine professionelle und moderne Berufsvorbereitung, die sich an den Bedürfnissen der Jugendlichen orientiert, werde dringend gebraucht.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand
Axel Brower-Rabinowitsch, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin
Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060-324
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