Pressemitteilung | Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

Ausbildungsmisere: Leeren Drohungen müssen Taten folgen

(Berlin) - Zum Lehrstellenmangel sagte DGB-Vorstandsmitglied Ingrid Sehrbrock am 1. September in Berlin:

"100.000ende Jugendliche haben am 1. September mit ihrer Ausbildung angefangen. Etwa 150.000 Jugendliche gucken allerdings noch in die Röhre. Erwartungsgemäß hat sich gezeigt, dass die vollmundigen Ankündigungen von Arbeitgebern und Bundesregierung, die Lehrstellenmisere lasse sich durch freiwilliges Engagement der Wirtschaft in den Griff kriegen, sich nicht bewahrheitet haben.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat seit Jahresbeginn immer wieder darauf hingewiesen, dass es ohne gesetzliche Maßnahmen nicht geht. Das hat nun offenbar auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Franz Müntefering eingesehen. Am Wochenende verschärfte er den Ton gegenüber der Wirtschaft und drohte mit gesetzlichen Zwangsmaßnahmen. Es fragt sich nur, ob die Wirtschaft die bisher leeren Drohungen der Regierung noch ernst nimmt.

Für die Jugendlichen, die in diesem Jahr vergeblich einen Ausbildungsplatz suchen, kommt eine Ausbildungsumlage jedenfalls zu spät. Sie ist nicht mehr rechtzeitig zu realisieren. Es wird daher höchste Zeit für den Bundeskanzler, sich an sein Versprechen aus der Regierungserklärung vom März zu halten. Damals hatte er gesagt, wenn es bis zum Herbst nicht genügend Lehrstellen gebe, ,dann gibt es eine gesetzliche Regelung'.

Der DGB schlägt zusätzlich zu einer Ausbildungsumlage vor:

- Den Ausbau von Ausbildungsverbünden und externem Ausbildungsmanagement, um die Ausbildung in kleineren und mittleren Unternehmen zu fördern.
- Ausbau von individuellen Förderangeboten für Jugendliche mit schlechten
Startchancen.
- Tarifverträge, die eine verbindliche Steigerung der Ausbildungsplätze
festlegen."

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin Telefon: 030/24060-0, Telefax: 030/24060-324

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