Pressemitteilung | IG Metall - Industriegewerkschaft Metall
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Ausbildungsplatzmisere wird verschleiert, nicht gelöst

(Frankfurt am Main) - Als fatales Signal bezeichnete IG Metall-Vorstandsmitglied Regina Görner die derzeitige Ausbildungssituation. „Der Ausbildungspakt ist gescheitert“, sagte Görner am 30. Januar 2006 in Frankfurt. Vier Prozent weniger abgeschlossene Ausbildungsverträge und eine um 108.000 höhere Jugendarbeitslosigkeit im Jahresschnitt belegten das Scheitern trotz statistischer Tricks, mit denen die Paktpartner von Wirtschaft und Regierung diese bittere Wahrheit zu verschleiern suchten. „Das ist die schlechteste Ausbildungsbilanz der vergangenen zehn Jahre.“

Tatsächlich habe die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in 2005 trotz aller Beschwörungen, Pakte und Vereinbarungen nicht einmal mehr 60 Prozent dieses Jahrgangs erreicht. Anfang der neunziger Jahre seien noch fast 70 Prozent der Schulabgänger im dualen Berufsbildungssystem versorgt worden, sagte Görner. „Die Politik, die auf den Ausbildungspakt gesetzt hat, steht vor einem Scherbenhaufen.“ Die Zahlen belegten, dass die Qualifizierungsbereitschaft der deutschen Unternehmen weiter abgenommen habe. „Mittlerweile schließen nicht einmal mehr ein Viertel der Betriebe Ausbildungsverträge ab - so wenig waren es noch nie“, kritisierte Görner. Auch für das neue Ausbildungsjahr setzte sich der negative Trend weiter fort: Im ersten Quartal des neuen Vermittlungsjahres (Oktober bis Dezember 2005) wurden erneut sieben Prozent oder 20.000 weniger Ausbildungsangebote bei den Arbeitsagenturen registriert.

Wenn die Ausbildung aus einzelbetrieblicher Perspektive nicht mehr sichergestellt werde, seien Instrumente notwenig, damit sich die Betriebe volkswirtschaftlich vernünftig verhalten. Görner forderte die Politik auf, mit der Einführung einer Ausbildungsplatzumlage wieder mehr Gerechtigkeit zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben herzustellen.

Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) Pressestelle Wilhelm-Leuschner-Str. 79-85, 60329 Frankfurt am Main Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843

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