Pressemitteilung | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
Anzeige

Auslandsmärkte Maschinenbau: Indien eilt voraus, USA weckt Erwartungen

(Frankfurt am Main) – Die internationalen Absatzmärkte des Maschinen- und Anlagenbaus entwickeln sich weiterhin sehr unterschiedlich. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen VDMA Business Climate Survey unter Auslandstöchtern der Mitgliedsunternehmen in Brasilien, China, Indien und den USA. Indien festigt seine Spitzenposition, China stabilisiert sich, während die USA weiterhin unter Druck stehen – bei zugleich überraschend optimistischen Erwartungen. Brasilien zeigt ein insgesamt verhaltenes Bild.

Indien: Dynamischster Markt mit klar positivem Ausblick

Indien bleibt der mit Abstand dynamischste Markt für den Maschinen- und Anlagenbau. Die Geschäftslage wird erneut am besten bewertet: 36 Prozent der Unternehmen melden eine gute Lage, nur 9 Prozent eine schlechte. Auch die Kapazitätsauslastung ist hoch: 66 Prozent der Unternehmen berichten von normaler, weitere 22 Prozent von überdurchschnittlicher Auslastung. Unterauslastung ist in Indien mit 12 Prozent eine Randerscheinung. Die Auftragslage unterstreicht diese Stärke: 38 Prozent der befragten Firmen melden überdurchschnittliche Bestände, getragen von kräftiger Inlandsnachfrage. Die Erwartungen sind entsprechend klar positiv – 65 Prozent rechnen mit steigenden Auftragseingängen und 56 Prozent erwarten eine Verbesserung der Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten.

China: Stabilisierung nach schwacher Phase

In China zeigt sich eine vorsichtige Stabilisierung. Der Anteil positiver und negativer Lageeinschätzungen ist nahezu ausgeglichen (27 beziehungsweise 26 Prozent), während fast die Hälfte der Unternehmen ihre Situation als zufriedenstellend beschreibt. Gegenüber der vorherigen Erhebung aus dem Herbst 2025 ist insbesondere der Rückgang negativer Bewertungen bemerkenswert.

Die Auftragsbestände bleiben überwiegend stabil, wenngleich fast ein Drittel der Firmen weiterhin unterdurchschnittliche Bestände meldet. Die Erwartungen sind moderat positiv: 45 Prozent rechnen mit steigenden Auftragseingängen, nur 13 Prozent mit rückläufigen Orders. 40 Prozent erwarten eine Verbesserung der Geschäftslage in den nächsten sechs Monaten.

USA: Schwache Lage trifft auf vorsichtigen Optimismus

In den USA bleibt die aktuelle Geschäftslage angespannt. Besonders deutlich zeigt sich dies in der Kapazitätsauslastung: 37 Prozent der Unternehmen berichten von Unterauslastung – der höchste Wert im Ländervergleich. Auch die Auftragslage ist schwach, fast die Hälfte der Befragten meldet unterdurchschnittliche Bestände.

Gleichzeitig überwiegen die positiven Erwartungen: 51 Prozent rechnen mit steigenden Auftragseingängen, 42 Prozent erwarten eine Verbesserung der Geschäftslage. Der vergleichsweise stabile Inlandsmarkt wirkt hier als wichtige Stütze.

Brasilien: Verhaltene Entwicklung ohne klare Impulse

In Brasilien wird die aktuelle Lage überwiegend verhalten eingeschätzt (20 Prozent berichten von einer guten, 24 Prozent von einer schlechten Lage). Auch die Kapazitätsauslastung ist verhalten: Nur 17 Prozent der Unternehmen arbeiten über dem Normalniveau, während 32 Prozent eine unterdurchschnittliche Auslastung melden. Der Auftragsbestand bleibt schwach: 37 Prozent der Unternehmen berichten von einem unterdurchschnittlichen Bestand, gegenüber nur 17 Prozent mit überdurchschnittlichen Orders. Das Mercosur-Abkommen wird mittelfristig Impulse setzen. So planen immerhin bereits 22 Prozent in den nächsten sechs Monaten die Zahl der Beschäftigten zu erhöhen, während 15 Prozent eine Verringerung planen.

Lokalisierung gewinnt an Bedeutung

Auffällig ist in allen Märkten die wachsende Bedeutung der Binnenmärkte bei Auftragsbestand und erwarteten Auftragseingängen der nächsten drei Monate. Dies geht einher mit erkennbaren Lokalisierungstendenzen: In Indien (44 Prozent) und China (34 Prozent) plant ein erheblicher Anteil der Unternehmen einen Beschäftigungsaufbau, bei gleichzeitig sehr geringem Stellenabbau.

Auch in den USA zeichnet sich trotz schwacher aktueller Lage ein klarer Aufbauwillen ab: 39 Prozent der Unternehmen wollen ihre Belegschaft in den kommenden sechs Monaten erweitern – ein Hinweis auf zunehmende lokale Wertschöpfung angesichts handelspolitischer Unsicherheiten. In Brasilien bleiben die Firmen dagegen zurückhaltender, mit überwiegend stabilen Beschäftigungserwartungen.

„Die Unternehmen bauen ihre Beschäftigung auf wichtigen Auslandsmärkten aus – in den dynamischen Wachstumsmärkten China und Indien, aber auch in den USA. Das zeigt, dass strategische Investitionen zunehmend international ausgerichtet werden. Die Unternehmen reagieren damit auf die veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen: neue Zölle, handelspolitische Unsicherheiten und Tendenzen zum De-Coupling beeinflussen Standortentscheidungen immer stärker“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt.

Hintergrund

Die halbjährliche VDMA Business Climate Survey basiert auf einer standardisierten Befragung von Auslandsgesellschaften der VDMA-Mitgliedsunternehmen in Brasilien, China, Indien und den USA. Die aktuelle Erhebung fand vom 13. April bis 4. Mai 2026 statt, rund 500 Unternehmen nahmen teil. Die Ergebnisse liefern wichtige Indikatoren für die internationale Marktbeobachtung im Maschinen- und Anlagenbau.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), Holger Paul, Leiter(in) Kommunikation, Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main, Telefon: 069 66030

Logo verbaende.com
NEWS TEILEN:

NEW BANNER - Position 4 - BOTTOM

Anzeige