Pressemitteilung | Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung e.V. (BGL)
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AvD–Forderung nach flächendeckender Lkw-Maut geht an den Tatsachen völlig vorbei

(Frankfurt am Main) – AvD-Präsident, Fürst zu Ysenburg, stellt mit der Aussage, „Es war abzusehen, dass sich der Verkehr auf mautfreie Straßen verlagert“, sein verkehrspolitisches Nichtwissen in Sachen Lkw-Verkehr unter Beweis. Bisher durfte die Öffentlichkeit erwarten, dass der Präsident eines Automobilclubs Fakten zur Kenntnis nimmt, bevor er Ratschläge an die Politik erteilt. Fakten zu Mautausweichverkehren hat die Bund/Länder-Arbeitsgruppe bereits im November letzten Jahres veröffentlicht. Danach ergibt sich nur für 3 Prozent aller mautpflichtigen Lkw-Fahrten ein Kostenvorteil von mindestens 1 Euro, wenn auf Bundesstraßen ausgewichen wird. Nur bei 0,3 Prozent (!) aller Fahrten ist die Ersparnis größer als 10 Euro. Der Schlussbericht legt außerdem offen, dass auf 97,8 Prozent der Streckenlänge aller Bundesstraßen eine kaum messbare Mehrbelastung durch Mautausweichverkehre nachweisbar ist. Auf diesen Streckenabschnitten kommt höchstensalle 6 Minuten ein Lkw zusätzlich vorbei.

Diese Fakten machen deutlich, wie unsinnig und wirtschaftsfeindlich die Forderung des AvD-Präsidenten zur Bemautung aller Straßen ist. Um diese Ausweichverkehre rückzuverlagern – wenn das nicht längst schon aus wirtschaftlichen Gründen geschehen ist – bedarf es keiner zusätzlichen Belastung der Wirtschaft in Milliardenhöhe. Die Bemautung von Ausweichverkehren auf „ausgewählten Routen“ ist in jedem Falle verkehrspolitisch, wie auch für die Wirtschaft im angeschlagenen Standort Deutschland, die bessere Lösung. Vielleicht ist Fürst zu Ysenburg die Diskussion entgangen, nach der zahlreiche Verladerbetriebe die Aufgabe ganzer Standorte angekündigt haben, wenn die Zufahrt über Bundesstraßen bemautet würde. Die zusätzliche Mautrechnung hätte bei diesen Betrieben ein Mehrfaches der ohnehin in Deutschland an der Nullmarke tendierenden Umsatzrentabilität gekostet. Wo keine Gewinne gemacht werden, gibt es auch keine Arbeitsplätze. Wer Betriebe in der Region in der Ver- und Entsorgung übermäßig belastet, schafft neue Arbeitslose. Diese einfache Formel sollte zumindest Herrn zu Ysenburg bekannt sein.

Der BGL fordert den AvD auf, von Stimmungsmache gegen den Lkw abzusehen. Schließlich dient der Verkehr über Bundesstraßen zuallererst der Versorgung der Bevölkerung. Wer diese drastisch verteuert, zieht den ohnehin gebeutelten Verbrauchern in Deutschland, die meist auch Autofahrer sind, noch mehr Geld aus der Tasche. Schließlich steht eins schon fest: Die Mautbelastung trägt der Endverbraucher, der nicht erst seit heute über galoppierenden Kaufkraftschwund durch versteckte Gebühren und Abgabenerhöhungen klagt.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung e.V. (BGL) Pressestelle Breitenbachstr. 1, 60487 Frankfurt am Main Telefon: (069) 79190, Telefax: (069) 7919227

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