Bachelor ist kein Lehramtsabschluss / BLLV-Präsident Albin Dannhäuser mahnt Universitäten, Positionen der Politik einzuhalten / Der BLLV steht für Lehrerbildung aus einem Guss
(München) Für kein Lehramt an Schulen ist eine sechssemestrige Schmalspurausbildung nach dem Bachelor-Modell ausreichend, um die Qualität von Unterricht und Erziehung an Schulen zu verbessern. Fundierte fachwissenschaftliche und erziehungswissenschaftliche Ausbildung ist Voraussetzung für ein leistungsfähiges Schulwesen, das den Standards im internationalen Wettbewerb standhalten kann. Mit diesen Worten erteilte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Albin Dannhäuser, Überlegungen einiger Universitätsvertreter eine deutlich Absage, die Ausbildung für bestimmte Lehrämter zu schmälern. Der BLLV begrüßt, dass Politikverantwortliche und sowohl das Kultus- als auch das Wissenschaftsministerium festgelegt haben, dass ein sechssemestriges Bachelor-Studium für kein Lehramt qualifiziert und das Staatsexamen zwingende Voraussetzung für den Schuldienst bleibt.
Die Bologna-Vereinbarungen, nach denen in der Europäischen Union Universitätsabschlüsse vergleichbar sein sollen, dürfen in Bayern und Deutschland nicht dazu missbraucht werden, die Lehrerbildung möglichst kurz und billig zu machen. Der BLLV steht für eine Lehrerbildung aus einem Guss, stellte Dannhäuser klar. Ein Bachelor nach sechs Semestern kann nur für einen Beruf außerhalb der Schulen qualifizieren, aber nicht den Ansprüchen heutiger Bildungs- und Erziehungserwartungen in den Schulen gerecht werden.
Es wäre zynisch, nach den Befunden der PISA-Studie permanent die Bedeutung der frühen Bildung und Förderung zu beschwören und gleichzeitig Lehrerinnen und Lehrer auf unterstem Niveau abzuspeisen, kritisierte Dannhäuser. Der BLLV-Präsident warnte davor, die Ausbildung für Lehrer/innen an Pflichtschulen zu verwässern. Auch Vertreter der Universitäten müssen endlich einräumen, dass die pädagogische, fachdidaktische und fachwissenschaftliche Qualifikation von Lehrerinnen und Lehrern umso wichtiger ist, je bildsamer Kinder sind. Sie müssen Experten in pädagogischer Lern- und Entwicklungspsychologie in Verbindung mit fundiertem Fachwissen sein - Anforderungen, die in der gegenwärtigen Lehrerbildung leider immer noch zu kurz kommen.
Dannhäuser betonte, dass der BLLV selbstverständlich für die Vergleichbarkeit und Mobilität der Lehrerbildung in Europa steht, es kann jedoch nicht sein, dass sich die Qualität der Lehrerbildung in Bayern und Deutschland am unteren Niveau anderer EU-Länder orientiert. Die universitäre Lehrerbildung ist eine große historische Errungenschaft. Es darf nicht zugelassen werden, dass die europäische Diskussion missbraucht wird, um die Lehrerbildung zu verkürzen, Niveau und Status abzusenken. Niemand in der Wirtschaft käme auf die Idee, die Qualität in der Aus- und Fortbildung des Personals zu minimieren, und gleichzeitig darauf zu setzen, im globalen Wettbewerb mithalten zu können.
Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
Andrea Schwarz, Pressereferentin
Bavariaring 37, 80336 München
Telefon: (089) 7210010, Telefax: (089) 7250324
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