Bankenfachverband begrüßt neue MaRisk: Proportionalität muss sich auch in der Prüfungspraxis niederschlagen
(Berlin) – Der Bankenfachverband begrüßt die Veröffentlichung der 9. MaRisk-Novelle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Aus Sicht des Verbandes stärkt die Neufassung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement den prinzipienorientierten Charakter der MaRisk. Ihr praktischer Wert wird sich daran messen, ob die angelegten Spielräume auch in der Prüfungspraxis genutzt werden.
„Die 9. MaRisk-Novelle ist ein Schritt in die richtige Richtung. Sie macht klar, dass Proportionalität keine Sonderregel für einzelne Institute ist, sondern ein Grundprinzip der MaRisk“, sagt Jens Loa, Geschäftsführer des Bankenfachverbandes. „Für spezialisierte Kreditbanken kommt es darauf an, dass aufsichtsrechtliche Anforderungen an Geschäftsmodell, Größe und Risikoprofil des jeweiligen Instituts anknüpfen.“
Positiv bewertet der Bankenfachverband, dass die MaRisk deutlich herausstellen, dass Anforderungen grundsätzlich verhältnismäßig anzuwenden sind. Die ausdrücklich geregelten Erleichterungen für kleine und sehr kleine Institute kommen ergänzend hinzu.
Auch die neuen Anforderungen an Resilienzanalysen bewertet der Verband im Grundsatz positiv. Dass die BaFin hierfür einen langen Zeithorizont zugrunde legt und auf starre Mindestvorgaben verzichtet, ist aus Sicht des Bankenfachverbandes folgerichtig.
„Langfristige Umweltveränderungen gehören in ein vorausschauendes Risikomanagement“, sagt Loa. „Solche Analysen müssen sich am Geschäftsmodell, an der Wesentlichkeit der Risiken und am Stand geeigneter Methoden orientieren. Starre Vorgaben führen hier nicht automatisch zu besseren Ergebnissen.“
Der Bankenfachverband begrüßt zudem die Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2027 für neue Anforderungen. Sie gibt den Instituten Zeit, neue Vorgaben sachgerecht und methodisch fundiert umzusetzen.
Nun muss sich der proportional angelegte Ansatz auch in der Prüfung bewähren. Prüfungsmaßstäbe müssen dem jeweiligen Geschäftsmodell, der Größe und dem Risikogehalt der Institute Rechnung tragen.
„Die MaRisk eröffnen Spielräume für eine risikoorientierte Umsetzung“, so Loa. „Diese Spielräume müssen nun auch in der Prüfungspraxis zur Geltung kommen.“
Quelle und Kontaktadresse:
Bankenfachverband e.V. (BFACH), Daniel Knellesen, Leiter(in) Public Relations, Lennéstr. 3, 10785 Berlin, Telefon: 030 2462596-0
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