Pressemitteilung | Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
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Bau der Fehmarnbeltbrücke bedroht Artenvielfalt in der Ostsee / Miller: Hochsensibles Binnenmeer schützen statt zerstören

(Berlin/Fehmarn) - Mit Blick auf die 9. UN-Naturschutzkonferenz hat der NABU den geplanten Bau der Fehmarnbeltbrücke als Negativ-Beispiel einer verfehlten EU-Verkehrspolitik hervorgehoben, welche die Ziele der EU-Umweltpolitik gefährdet. Bundesverkehrsminister Tiefensee will noch in diesem Sommer einen Entwurf für einen Staatsvertrag mit Dänemark zum Bau der 19 Kilometer langen und über fünf Milliarden Euro teuren Brücke zwischen den Ostseeinseln Fehmarn und Lolland vorlegen. Der NABU lehnt das Projekt aus ökologischen und ökonomischen Gründen ab. „Politiker sprechen in Bonn über den Erhalt biologischer Vielfalt und appellieren an die Verantwortung von Dritte-Welt-Ländern, während sie gleichzeitig ein Brückenbauwerk Mitten in Europa planen, dass das hochsensible Binnenmeer Ostsee als Lebensraum geschützter Arten akut gefährdet“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Die Region um Fehmarn sei ein so genannter Hotspot des Vogelzuges.

Jährlich passieren rund 20 Millionen Wasservögel den Fehmarnbelt. Die geplante Schrägseilbrücke wäre besonders bei schlechter Sicht ein großes Hindernis für viele stark bedrohte Vogelarten. Die Brückenplaner haben drei 700 Meter breite Durchfahrten für Schiffe vorgesehen. Aus NABU-Sicht wird dadurch das Kollisionsrisiko in einer der am dichtesten befahrenen Wasserstraßen der Welt enorm erhöht. Die dänische Regierung hat jüngst ein Gutachten zur Schiffssicherheit in der Fehmarnbeltregion in Auftrag gegeben, dass ausgerechnet von Femernbelt A/S, der Tochtergesellschaft einer Beratungsfirma der dänischen Regierung, erstellt wird.

„Schon heute gibt es rund 66.000 Schiffsbewegungen pro Jahr. Eine Havarie mit einem einwandigen Tanker reicht aus und das sensible Ökosystem der Ostsee wäre verseucht“, so Miller. Bereits jetzt sei der Rückgang der Schweinswal-Population in der Ostsee alarmierend. Der NABU hat zu Jahresbeginn ein Verkehrsgutachten vorgelegt, dass die von der Landesregierung Schleswig-Holstein und der dänischen Regierung gemachten Prognosen sowie deren Berechnungsgrundlagen kritisch hinterfragt. Danach ist mit einer enormen Baukostenexplosion zu rechnen.

„Die Idee einer Beltbrücke muss so schnell begraben werden wie der Transrapid“, forderte Miller.

Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) Pressestelle Charitéstr. 3, 10117 Berlin Telefon: (030) 284 984 - 0, Telefax: (030) 284 984 - 20 00

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