Bauern sind Schlüssel zur Zukunft / BBV-Landesversammlung zeigt Ministerpräsident Beckstein das Potential der heimischen Landwirtschaft auf / Ministerpräsident Beckstein wird von BBV-Präsident Sonnleitner bei der Herbst-Landesversammlung 2007 herzlich empfangen
(Herrsching) - Unsere Bäuerinnen und Bauern liefern zu den zentralen Herausforderungen in unserer Welt wichtige Lösungen, sagte der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes Gerd Sonnleitner am 29. November 2007 bei der Herbst-Landesversammlung des BBV in Herrsching. Vom Leistungspotential der bayerischen Landwirtschaft konnte sich Ministerpräsident Günther Beckstein persönlich überzeugen, der zu Gast beim Bauernparlament, dem obersten Gremium des Bayerischen Bauernverbandes, war.
Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung, eines zunehmenden Wirtschaftswachstums sowie leergefegter Lagerbestände seien die Bauern als Produzenten von hochwertigen Lebensmitteln und Bioenergie gefragter denn je. Außerdem sei die Land- und Forstwirtschaft der einzige Wirtschaftsbereich, der durch seine eigentliche Produktion einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz leiste.
In vielen Produktbereichen, wie zum Beispiel bei Getreide und Milch, zeige sich momentan eine positive Markt- und Preisentwicklung. Diese ist nach Ansicht von Bauernpräsident Sonnleitner auch bitter notwendig angesichts langjähriger Preistiefs und ständig steigender Kosten. Alarmstufe rot herrsche allerdings bei den Schweine- und Bullenmästern, insbesondere bei den Ferkelerzeugern. In Aktionen und Gesprächen mit der Schlachtwirtschaft habe der BBV dauerhaft bessere Schlachtviehpreise gefordert. Sonnleitner machte aber auch deutlich, dass vernünftige Preise gegenüber den Marktpartnern nur über Marktmacht auf der Erzeugerseite durchzusetzen seien. Dies gelte für alle landwirtschaftlichen Produkte. Die Verhandlungserfolge in der Milchvermarktung durch die Bayern MeG hätten bereits bewiesen, dass dies funktioniere.
Für die Ausrichtung auf den Märkten seien aber auch politische Rahmenbedingungen mitentscheidend. Zu den Herausforderungen für die heimische Landwirtschaft gehöre der Health Check, die Gesundheitsüberprüfung der EU-Agrarreform von 2003. Sonnleitner warnte davor, diese Überprüfung zu einer erneuten Reform auszuweiten. Deshalb lehnen wir das Kürzungspaket, das die Kommission vorschlägt, ab. Für die bayerische Landwirtschaft stünden 90 Millionen Euro auf dem Spiel. Von der Modulation, der Umschichtung der Gelder von der ersten in die zweite Säule, wären 63 000 Betriebe in Bayern betroffen, deren Betriebsprämien gekürzt würden. Die europäische Agrarpolitik muss bis 2013 verlässlich sein, sagte Sonnleitner. Mit Sorge verfolgt der Bauernverband auch die EU-Milchpolitik. Der BBV-Präsident erteilte den Kommissionsplänen, die Milchquote ab 1. April 2008 um zwei Prozent zu erhöhen, eine deutliche Absage. Wir dürfen die positive Marktentwicklung nicht durch eine Quotenerhöhung kaputtmachen.
Um für die zukünftigen Herausforderungen gerüstet zu sein, setzt der Bauernverband auf Aus- und Weiterbildung der Betriebe. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse seien hierfür wichtige Grundlage. Allerdings sei die agrarwissenschaftliche Ausbildung und Forschung am Hochschulstandort Weihenstephan systematisch vernachlässigt und stillschweigend ausgehöhlt worden. Die sinkenden Studentenzahlen sprechen hier eine deutliche Sprache, und das in Bayern als größtem Agrarbundesland in Deutschland, sagte Sonnleitner und bat Ministerpräsident Beckstein um ein klares Signal für ein eigenständiges agrarwissenschaftliches Kompetenzzentrum. Denn Agrarforschung ist Zukunftsforschung und sichert unseren Wohlstand.
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