Baukonjunktur im Schlussquartal: Wohnungsbau stabilisiert sich, Straßenbau unter Vorjahresniveau
(Berlin) - "Die Auftragsentwicklung im Wohnungsbau hat sich im Jahresverlauf 2025 spürbar stabilisiert. Auch im November zeigt sich mit einem Plus von ca. 12 Prozent eine positive Entwicklung. Gleichwohl ist zu berücksichtigen, dass das Ausgangsniveau sehr niedrig war: Preisbereinigt liegt das Auftragsvolumen im Wohnungsbau bis November 2025 noch immer um 16 % unter dem Vergleichszeitraum des Jahres 2022.
Vor diesem Hintergrund bleibt es entscheidend, die investiven Rahmenbedingungen zu stabilisieren. Der Bau-Turbo in Verbindung mit der EH 55-Förderung setzt hierfür die richtigen Impulse. Die EH-55 -Förderung muss auch für Neubauvorhaben verlässlich verstetigt werden. Die degressive AfA sollte an den EH-55-Standard angepasst werden und nicht länger am EH-40- Standard ausgerichtet sein. Insbesondere der Mietwohnungsbau würde hiervon deutlich profitieren", kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), die vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Konjunkturdaten zum Bauhauptgewerbe für Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten.
Straßenbau bleibt unter Vorjahresniveau - Auftragspipeline muss schneller gefüllt werden
"Ein gegenteiliger Trend setzt sich leider im Straßenbau fort: Die Auftragseingänge im Straßenbau bleiben auch im November 2025 schwach ausgeprägt; (+2,5 Prozent). Kumuliert fehlen uns bis zum November nominal 4 Prozent des Auftragsvolumens gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig sollen die Straßenbauer ihre Kapazitäten hochfahren, um die im Sondervermögen zusätzlich bereit gestellten Mittel auch auf die Straße zu bringen. Dieser Widerspruch muss schnellstmöglich aufgelöst werden. Es müssen hier mehr Aufträge aus den Kommunen, den Ländern und der Autobahn GmbH in die Pipeline kommen", so Pakleppa weiter.
Im Bauhauptgewerbe insgesamt lagen die Auftragseingänge im November 2025 nominal rund 6 Prozent über dem Vorjahresmonat. Der Hochbau stützte die Entwicklung mit einem Plus von rund 12 Prozent, während der Tiefbau nur gut das Vorjahresniveau hält; (+1,3 Prozent).
Umsatz bleibt robust
Der Umsatz entwickelt sich bis November robust: Von Januar bis November 2025 haben die Unternehmen im Bauhauptgewerbe mit 20 und mehr Beschäftigten ca. 108 Mrd. Euro umgesetzt, knapp 5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Preisbereinigt entspricht dies einem realen Zuwachs von ca. 2 Prozent.
Jetzt Bremsen lösen und Investitionssicherheit schaffen
Pakleppa macht abschließend deutlich, dass es nun vor allem darauf ankommt, Investitionssicherheit zu schaffen: "Die Zahlen machen Mut, sind aber kein Selbstläufer. Damit sich die Stabilisierung verstetigt, brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und konjunkturelle Impulse. Bund und Länder müssen die Kommunen als wichtigsten öffentlichen Auftraggeber mit genügend Investitionsmitteln, auch aus dem Sondervermögen, ausstatten. Positive Entwicklungen wie beim Wohnungsbau dürfen nicht durch eine überstürzte Debatte zum Gebäudemodernisierungsgesetz ausgebremst werden. Nach wie vor gilt: Bauen statt Bremsen.
Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e.V. (ZDB), Iris Rabe, Leiter(in) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kronenstr. 55-58, 10117 Berlin, Telefon: 030 203140
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