Bayern braucht eine umfassende Bildungsreform / BLLV-Präsident Klaus Wenzel: Die heutigen Ankündigungen im Kabinett gehen an den eigentlichen Problemen an allen Schulen vorbei
(München) - Die in der Kabinettssitzung am 29. Juli 2008 von Kultusminister Schneider angekündigten schul- und bildungspolitischen Maßnahmen für das Schuljahr 2008/2009 haben beim Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband Verwunderung ausgelöst: Es ist schon erstaunlich, wie konsequent die massiven Probleme an den Schulen ignoriert werden, erklärte BLLV-Präsident Klaus Wenzel. So wird angekündigt, mit der Hauptschulinitiative planmäßig weiterzumachen - eine Initiative, die bislang weder bei den Schülern, noch bei den Lehrern angekommen ist. Die Schüler/innen an Gymnasien sollen mit einer moderaten Reduzierung des Lehrstoffs entlastet werden. An den eigentlichen Problemen, nämlich der Überforderung vieler Schüler aufgrund zu vieler Prüfungen und der starren Fixierung auf Noten, geht dieses Ansinnen vorbei. Kein Wort auch über den dringend notwendigen Ausbau rhythmisierter Ganztagsgymnasien. Die Klassengrößen an allen Schularten werden auch weiterhin zu groß sein, so dass individuelle Förderung zu kurz kommt, es fehlen Lehrer und es fehlt an Zeit.
Die aktuellen Aussagen des Kultusministers lassen den Schluss zu, dass sich auch im kommenden Schuljahr an den massiven Problemen an allen Schularten nichts ändern wird. Die Ankündigungen zum Gymnasium belegen erneut, dass die überstürzte und planlose Einführung des G8 zu Folgeproblemen führt und dass es keinen professionellen Plan für mögliche Korrekturen gibt. Wenzel bezeichnete die geplanten Veränderungen am G8 gefährlich und kontraproduktiv: Wir sehen bereits jetzt, dass die Globalisierung zu einer heftigen Veränderungsdynamik führt, die einen erheblichen Konkurrenzdruck zur Folge haben wird. Schülerinnen und Schüler müssen also während ihrer Schulzeit die Möglichkeit haben, umfassende und vielseitige Kompetenzen zu erwerben. Mit der vom Kultusministerium geplanten Reduzierung des Lehrstoffs und der Kürzung der Unterrichtsstunden werden jedoch Lern- und Lebenschancen junger Menschen verringert.
Der BLLV-Präsident wies erneut darauf hin, dass Bayern eine grundlegende und umfassende Bildungsreform benötigt, um auch in Zukunft im weltweiten Wettbewerb bestehen zu können. Kleinliche Reparaturarbeiten bringen keine Besserung, vor allem dann nicht, wenn sie in die falsche Richtung führen. Wichtig ist eine Reform von der Sohle bis zum Scheitel, also von den Kindertagesstätten über die Schulen bis zur beruflichen und universitären Bildung. Schul- und Bildungsstätten müssen attraktive Lern- und Lebensorte werden, die junge Menschen in ihrer Ganzheitlichkeit wahr- und ernst nehmen.
Dass es weder an Grund- noch an Förderschulen ausreichend Unterstützungsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler gibt, ist vor allem deswegen ärgerlich, weil genügend gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer mit bestandener Prüfung auf der Straße stehen.
Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
Andrea Schwarz, Pressereferentin
Bavariaring 37, 80336 München
Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155
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