BDE-Umfrage: Private Entsorger setzen auch in der Krise auf Ressource Altpapier
(Berlin) - Die private Entsorgungswirtschaft leistet auch in der noch nicht überwundenen Wirtschaftskrise einen wichtigen Beitrag zur stofflichen Erfassung und Verwertung von Altpapier. Hierbei spielen die BDE-Mitgliedsunternehmen eine zentrale Rolle. Das ergibt sich aus einer internen Mitgliederumfrage, die der BDE für diesen wichtigen Rohstoffmarkt durchgeführt hat.
Obwohl das allgemeine Papieraufkommen aufgrund der Weltwirtschaftskrise zurückgegangen ist, melden 54 Prozent der Papier erfassenden BDE-Mitgliedsunternehmen stabile oder sogar leicht steigende Altpapiermengen in den kommunalen Erfassungssystemen.
Allerdings konstatieren 40 Prozent der Unternehmen, dass sich die Zusammensetzung der Sammelware hinsichtlich der Qualitätsanforderungen negativ verändert hat. Insbesondere musste in vielen Erfassungsgebieten ein erhöhter Störstoffanteil festgestellt werden. Dies bedeutet für die Unternehmen nicht nur eine Ergebnisverschlechterung aufgrund gestiegener Entsorgungskosten in einer ohnehin angespannten Marktsituation, sondern erfordert auch einen erhöhten Sortieraufwand, der weitere Kostensteigerungen mit sich bringt. Die Situation wird noch dadurch erschwert, dass es keine vertraglich geregelten Preisanpassungen bei den zu beobachtenden Qualitätsabweichungen gibt.
48 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie in letzter Zeit einen erhöhten Papieranteil gewerblicher Herkunft in der kommunalen Sammelmenge registriert haben. Dies führt zu einer zusätzlichen Qualitätsverschlechterung der kommunalen Sammelmenge.
Die meisten BDE-Unternehmen (87 Prozent) beobachten bei der kommunalen Sammlung und Verwertung mit Sorge, dass aktuelle Marktpreisschwankungen, Kostenveränderungen oder Qualitätsabweichungen nur unzureichend bzw. in einem Drittel der Fälle (31 Prozent) überhaupt keine Berücksichtigung in Form von vertraglichen Anpassungsregelungen finden.
Aus diesem Grund fordert der BDE, die derzeitigen Ausschreibungsbedingungen der Kommunen hinsichtlich der Qualitätsanforderungen und der Preisanpassungsmechanismen zu überarbeiten.
Der BDE wird kurzfristig auf die kommunalen Spitzenverbände zugehen, um zu erreichen, dass die derzeitige Ausschreibungspraxis entbürokratisiert wird und faire Ausgleichsbedingungen zwischen den Vertragspartnern geschaffen werden.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft e.V. (BDE)
Karsten Hintzmann, Leitung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Behrenstr. 29, 10117 Berlin
Telefon: (030) 5900335-0, Telefax: (030) 5900335-99
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