BDI: Handels- und Wettbewerbsverzerrungen auf den internationalen Rohstoffmärkten eindämmen!
(Berlin) - Das Einhalten der Regeln ist nicht nur in den Fußballstadien geboten, sondern auch auf den Weltrohstoffmärkten. Hier folgen bei weitem nicht alle Akteure diesem Gebot. Dies hat beträchtliche Konsequenzen für die deutsche Industrie. Das sagte Karl Heinz Dörner, Vorsitzender der BDI-Präsidialgruppe Internationale Rohstofffragen und Präsident der Wirtschaftsvereinigung Metalle auf der gemeinsamen Fachtagung von BMWi und BDI am Donnerstag (29. Juni 2006) in Berlin.
Die Preise von Eisenerz und Kupfer haben sich von 2003 bis 2005 mehr als verdoppelt, die Preise von Titan und Wolfram stiegen in diesem Zeitraum um gut das Dreifache, Vanadium war 2005 sogar sechsmal so teuer wie 2003. Die Gründe für diese drastischen Preissteigerungen liegen nicht nur in der stark gestiegenen Nachfrage, sondern auch in vielfältigen Handels- und Wettbewerbsverzerrungen auf den Weltrohstoffmärkten, sagte Dörner. Russland belegt die Ausfuhr von Stahlschrott mit einem Exportzoll von 15 Prozent; bei Aluminium und Kupferschrott sind es sogar 50 Prozent. Dies kommt de facto einem Exportverbot gleich. China erstattete bis vor kurzem die Einfuhrumsatzsteuer auf Schrotte. Die Volksrepublik hat diese Praxis auf massiven internationalen Druck hin eingestellt, hält aber an anderen handelsverzerrenden Maßnahmen fest. Die Versorgung mit Rohstoffen ist Aufgabe der Unternehmen selbst, aber die Politik ist für die Rahmenbedingungen verantwortlich. Politisch verursachte Probleme müssen, soweit sie rechtlich nicht gelöst werden können, politisch gelöst werden, forderte Dörner. Andernfalls drohe ein Rohstoffprotektionismus, der die extrem importabhängige deutsche Industrie empfindlich treffen werde.
Der BDI erarbeitet zurzeit Strategien einer zukunftsorientierten Rohstoffpolitik. Unter den Bedingungen bleibender Angebots- und Nachfrageprobleme auf den Weltmärkten sollen Wege aufgezeigt werden, mit denen Handels- und Wettbewerbsverzerrungen beseitigt werden können.
Quelle und Kontaktadresse:
BDI Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
Thomas Hüne, Referent, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Breite Str. 29, 10178 Berlin
Telefon: (030) 20280, Telefax: (030) 20282566
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