BDI-Hauptgeschäftsführer Schnappauf: Deutschland riskiert Stromlücke und steigende Strompreise / Neue Kohlekraftwerke und längere Laufzeiten für Kernkraftwerke notwendig / Energiepolitische Fehler von heute sind Arbeitslose von morgen
(Berlin) - BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf warnt davor, beim Strommix Kohle- und Kernenergie zurückzufahren. Deutschland braucht in zwölf Jahren diese rund 130 Milliarden Kilowattstunden rund ein Viertel unserer Stromversorgung. Der private Verbraucher und die Unternehmen müssten die Zeche zahlen, sagte Schnappauf angesichts sich häufender Proteste gegen neue Kraftwerke. Morgens Kohle- und Kernenergie abzulehnen und abends zu hohe Preise zu beklagen das ist ein heilloser Widerspruch.
Strom zu wettbewerbsfähigen Preisen sei unverzichtbar für eine erfolgreiche Industriegesellschaft. Die Hoffnungen einiger Energievisionäre auf außergewöhnliche Effizienzsteigerungen gehen nicht auf. Bereits seit 2000 wächst der Stromverbrauch um durchschnittlich rund ein Prozent jährlich, statt zu sinken. Jedes neue Kraftwerksprojekt, das gestoppt oder verzögert wird, erhöht das Risiko einer Versorgungslücke und provoziert höhere Strompreise, sagte Schnappauf.
Klimapolitisch sei es in jedem Fall besser, neue Anlagen mit deutlich verbesserten Wirkungsgraden zu betreiben, als alte Kraftwerke weiterlaufen zu lassen, sagte Schnappauf. Der BDI habe mit der McKinsey-Studie nachgewiesen: Längere Laufzeiten von Kernkraftwerken sparen bis zu 90 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich und senken die CO2-Vermeidungskossten um 4,5 Milliarden Euro jährlich.
Quelle und Kontaktadresse:
BDI Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
Petra Ganser, Sekretärin, Presse und Kommunikation
Breite Str. 29, 10178 Berlin
Telefon: (030) 20280, Telefax: (030) 20282566
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