BDI-Präsident Thumann: EU-Vorschläge für CO2-Grenzwerte für Pkw sind unausgewogen
(Berlin) - Wir haben einen ausgewogeneren und wettbewerbsneutralen Vorschlag für die künftige CO2-Regulierung in der Automobilindustrie erwartet. Diese Erwartung wurde enttäuscht. Mit diesen Worten kommentierte BDI-Präsident Jürgen R. Thumann den am Mittwoch (19. Dezember 2007) von der EU-Kommission präsentierten Richtlinienentwurf für die vorgesehenen Emissionsgrenzen im Pkw-Sektor. Es besteht kein Zweifel, dass die deutsche Automobilbranche ihre Anstrengungen fortsetzen wird, unsere Autos immer sparsamer zu machen. Dieser Anspruch muss allerdings für alle Hersteller und alle Fahrzeugklassen gelten. Vom Kleinwagen bis zur Premium-Limousine müssen alle ihren Beitrag leisten, forderte Thumann.
Die Kommission fordert von Herstellern größerer Fahrzeuge eine überproportional stärkere CO2-Minderung. Das ist weder industriepolitisch noch umweltpolitisch sinnvoll, weil es die deutsche Automobilindustrie, die Weltmarktführer im Premium-Segment ist, in ihrer Schlüsselkompetenz trifft. Das missachtet gewachsene Unternehmens- und Produktionsstrukturen in Deutschland. Innovative und Klima schützende Technologien finden gerade über dieses Segment den Markteinstieg und damit die Reife für den gesamten Fahrzeugmarkt, sagte Thumann. Emissionsgrenzen am Fahrzeuggewicht auszurichten sei grundsätzlich vernünftig. Es liege nun am Europäischen Parlament und am Rat, den Vorschlag der Kommission so weiter zu entwickeln, dass von allen Gewichtsklassen eine angemessene Treibstoffeinsparung eingefordert werde.
Besonders kritisch betrachtet der BDI-Präsident die geplanten drastischen Sanktionszahlungen für den Fall, dass Hersteller einzelne Vorgaben nicht einhalten. Überhöhte Sanktionen sind innovationsfeindlich, weil sie der Industrie die Mittel entziehen, die sie dringend für Investitionen in CO2-freundliche Neufahrzeuge benötigt. Eine solche Politik hilft dem Klima ganz bestimmt nicht.
Die deutsche Automobilwirtschaft bietet schon heute hoch effiziente Produkte und Technologien, weil sie kontinuierlich in Forschung und Entwicklung investiert. Deshalb sinken seit 1999 die Emissionen im Pkw-Verkehr, obwohl die Zahl der Fahrzeuge und gefahrenen Kilometer gestiegen ist, sagte Thumann. Bedauerlich sei zudem, dass die Kommission ausschließlich Minderungen gelten lassen möchte, die den Motor betreffen. Ist ein eingespartes Gramm CO2 weniger wert, wenn es über optimierte Schaltzeitpunktanzeigen, geringeren Rollwiderstand oder optimalen Reifendruck reduziert wird?
Thumann wies schließlich darauf hin, dass auch die Mitgliedstaaten selbst viel für den Klimaschutz im Verkehr tun können. Wir können Millionen Tonnen CO2 einsparen, wenn endlich die Verkehrsinfrastruktur verbessert wird. In Deutschland haben wir eine Lücke von 2,5 Milliarden Euro zum Erhalt der Verkehrswege.
Quelle und Kontaktadresse:
BDI Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
Petra Ganser, Sekretärin, Presse und Kommunikation
Breite Str. 29, 10178 Berlin
Telefon: (030) 20280, Telefax: (030) 20282566
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