Beratung Sinnvolle Hilfe oder Geldverschwendung? / Studie des BDS/DGV Bayern auf der Basis einer Mitgliederumfrage / Kluft zwischen Beratern und Mittelstand
(München) - Nur einer von drei mittelständischen Unternehmern und Selbständigen hat im Umgang mit Beratern Routine. Vierzig Prozent von ihnen haben sich noch nie beraten lassen. Kleinbetriebe sogar noch deutlich weniger als größere Unternehmen. Einzig den Steuerberatern und Rechtsanwälten gelingt es, diesen Graben aus fehlendem Vertrauen und mangelnder Zufriedenheit häufiger zu überspringen. Branchenübergreifenden Netzwerken wie dem des BDS/DGV Bayern kommt daher eine wichtige Scharnierfunktion zu, kommentiert Verbandspräsident Professor Fritz Wickenhäuser die Ergebnisse der Studie.
Offene Fragen in den Bereichen Steuern sowie Marketing und Vertrieb sind die häufigsten Gründe, wenn Unternehmer externen Rat suchen. Für welchen Ratgeber sie sich entscheiden, hängt dabei vor allem vom Konzept des Beraters ab (93 Prozent). Vertrauensbezogene Indikatoren wie der persönliche Kontakt mit 88 Prozent oder Empfehlungen mit 87 Prozent spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle im Entscheidungsprozess, während der Preis erst an vierter Stelle rangiert (78 Prozent).
Besonders erfolgreich werden Beratungsprojekte bei steuerlichen und rechtlichen Fragen umgesetzt. Jeweils knapp drei Viertel der Befragten zeigen sich damit sehr zufrieden oder zufrieden, während beispielsweise nur 56 Prozent ihren Finanzberatern ein positives Zeugnis ausstellen. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass mit steigender Unternehmensgröße auch die Zufriedenheit mit den Beratern wächst.
Undurchführbare Maßnahmenvorschläge sind mit 63 Prozent der häufigste Grund der Unzufriedenheit. Erst auf Platz zwei folgt das aus Sicht der Unternehmer und Selbständigen schlechte Preis-Leistungsverhältnis (55 Prozent). Die fachliche Kompetenz des Beraters kritisieren 44 Prozent, dessen Persönlichkeit 41 Prozent und dessen soziale Kompetenz 40 Prozent.
Die Unzufriedenheit mit der Beratung schlägt sich auch im Vertrauen nieder. Allerdings nicht bei allen Beratern im gleichen Umfang. So lässt sich das institutionalisierte Vertrauen in den Steuerberater (91 Prozent) oder in den Rechtsanwalt (79 Prozent) durch die Unzufriedenheit mit einer konkreten Beratungsleistung weit weniger erschüttern als dies bei anderen Beraterberufen der Fall ist. So haben nur 44 Prozent Vertrauen zu ihrem Bankberater, 39 Prozent zu ihrem Unternehmensberater oder 36 Prozent zu ihrem Finanzberater.
Die Ergebnisse unserer Studie erlauben den Schluss, dass es eine Kommunikations- und Kooperationslücke zwischen den Beratern und den Unternehmen gibt. Die teilweise sehr geringe Zufriedenheit ist dafür ein Indiz. Zum einen lässt sich dies durch mögliche Fehler bei der Beraterauswahl und der Gewichtung der Auswahlkriterien erklären, zum anderen scheint es oftmals an passgenauen Beratungslösungen zu fehlen, kommentiert Wickenhäuser. An diesen neuralgischen Punkten zu intervenieren und beiden Seiten zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit zu verhelfen, ist unsere Aufgabe. Denn es wird in den letzten Jahren immer deutlicher, dass besonders der Erfolg kleiner Unternehmen auf externen Sachverstand angewiesen ist und zwar nicht nur bei steuerlichen oder rechtlichen Fragen.
Rahmendaten zur Studie:
- An der Umfrage haben sich 660 mittelständische Unternehmen und Selbständige beteiligt.
- 38 Prozent der Umfrageteilnehmer kommen aus dem Dienstleistungsbereich, 33 Prozent aus dem Handwerk bzw. der Bauwirtschaft, 18 Prozent aus dem Handel, sieben Prozent aus der Industrie und sechs Prozent aus der Tourismusbranche bzw. der Gastronomie.
- Die Unternehmen beschäftigen durchschnittlich 16 Mitarbeiter und sind 27 Jahre am Markt tätig.
- 81 Prozent der Unternehmer bzw. Selbständigen sind männlich, 19 Prozent weiblich. Sie sind im Durchschnitt 50 Jahre alt.
- Die wissenschaftliche Leitung der in Zusammenarbeit mit dem Verein Mutig e.V. durchgeführten Studie hat Professor Karlheinz Zwerenz von der Hochschule München.
Quelle und Kontaktadresse:
BDS-DGV Bund der Selbständigen - Deutscher Gewerbeverband, Landesverband Bayern e.V.
Pressestelle
Schwanthalerstr. 110, 80339 München
Telefon: (089) 540560, Telefax: (089) 5026493
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