Pressemitteilung | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
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Beschäftigtenabbau ist kein konjunkturelles Auf und Ab mehr

(Frankfurt am Main) - Das Jahr 2025 war für den Maschinen- und Anlagenbau besonders herausfordernd, wie sich auch an den gesunkenen Beschäftigtenzahlen zeigt. Neben der globalen Konjunkturflaute sind die Standortprobleme in Deutschland und Europa ein wesentlicher Treiber. Notwendige Strukturreformen in den Sozialsystemen lassen auf sich warten.

Zum Jahresende 2025 waren im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland 1,001 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten tätig). Dies entspricht einem Rückgang von 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Der Beschäftigtenabbau im Maschinen- und Anlagenbau setzt sich fort. Das ist kein konjunkturelles Auf und Ab mehr, sondern Ausdruck tieferliegender Probleme. Die Unternehmen müssen zum einen die großen Herausforderungen des Weltmarktes meistern, vor allem die US-Strafzölle und die aggressive Marktpolitik Chinas. Zum anderen fehlen in Deutschland und Europa die nötigen Reformen, um spürbar wettbewerbsfähiger zu werden. Hohe Arbeitskosten und zu viel Regulatorik belasten und schwächen die Investitionsbereitschaft", kommentiert Fabian Seus, Leiter VDMA Competence Center Arbeitsmarkt, die Beschäftigtenbilanz.

Unternehmen kämpfen um jeden Arbeitsplatz

Zwar versucht die Mehrheit der Unternehmen im Maschinenbau laut VDMA-Konjunkturerhebung ihre Stammbelegschaft zu halten. Denn aufgrund der Demografie wird der Fachkräftemangel in Zukunft weiter steigen. Doch die wirtschaftliche Realität zwingt viele Betriebe zum Handeln. Aktuell planen mehr Unternehmen mit Stellenabbau als mit -aufbau. Der Beschäftigtenabbau wird sich 2026 damit voraussichtlich fortsetzen.

„Niemand kann seriös vorhersagen, welcher Teil dieser Kürzungen von Dauer ist und was später durch Neueinstellungen ausgeglichen werden kann”, erklärt Seus. „Der Strukturwandel ist in vollem Gange. Die Kunst besteht darin, Arbeitsplätze und Kompetenzen zu erhalten, wo es möglich ist – zugleich jedoch die notwendige Transformation nicht zu blockieren.“

Politik bleibt Reformen schuldig

Die Bundesregierung müsste jetzt zügig gegensteuern und Beschäftigung durch Reformen sichern. Doch davon ist kaum etwas zu erkennen, kritisiert Seus. Die Sozialversicherungsbeiträge verharren auf Rekordniveau – und das verteuert Arbeit spürbar. „Die Sozialversicherungen brauchen dringend strukturelle Reformen. Hohe Beiträge machen es Arbeitgebern schwerer, Personal zu halten und neue Leute einzustellen", warnt der VDMA-Arbeitsmarktexperte.

Darüber hinaus brauchen Betriebe wie Beschäftigte ein zeitgemäßes Arbeitszeitgesetz, das Wochen- statt Tageshöchstarbeitszeiten definiert. Zusätzliche Belastungen wie das geplante Tariftreuegesetz und die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie kommen zur Unzeit. „Alle Parteien beteuern, den industriellen Mittelstand schützen zu wollen. Dann müssen sie jetzt auch den Mut haben, schmerzhafte Reformen anzupacken und beim Bürokratieabbau endlich zu liefern“, fordert Fabian Seus.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), Holger Paul, Leiter(in) Kommunikation, Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main, Telefon: 069 66030

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