Betreuung der Kleinsten geht alle an / Gemeinden und Lokale Bündnisse für Familie sind dabei
(Berlin) - Der qualitative wie quantitative Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren ist ein wesentlicher Faktor, wenn es um die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht.
Wie die lokale Betreuungsinfrastruktur für die Kleinsten ausgebaut werden kann und Städte und Kommunen familienfreundlicher werden, diskutieren auf der gemeinsamen Konferenz des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und der vom Bundesfamilienministerium ins Leben gerufenen Initiative Lokale Bündnisse für Familie Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Lokalen Bündnissen, Unternehmen, Vereinen und freien Trägern. Hauptredner der Konferenz im dbb Forum sind Staatssekretär Gerd Hoofe aus dem Bundesfamilienministerium und DStGB-Präsident Roland Schäfer.
Der Ausbau des Betreuungsangebotes für Kinder unter drei Jahren ist ein Schwerpunkt unserer nachhaltigen Familienpolitik. Junge Eltern brauchen ein gutes Netz an Kinderbetreuung, damit sie ihren Wunsch, Familie und Beruf zu vereinbaren, auch in die Wirklichkeit umsetzen können. Die mittlerweile 456 Lokalen Bündnisse für Familie sind vor Ort ein wichtiger Partner bei der Gestaltung der vielfältigen Betreuungsinfrastruktur. Sie zeigen, wie in einer modernen Gesellschaft Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam für Familien Verantwortung wahrnehmen, hebt Gerd Hoofe, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, hervor. Lokale Bündnisse für Familie leisten einen konkreten, wirkungsvollen Beitrag, indem sie etwa bei der Bedarfsplanung Meinungen und Informationen aus allen gesellschaftlichen Gruppen zusammenbringen. Sie mobilisieren gesellschaftliche Kräfte und bündeln das Engagement, um gemeinsam innovative Projekte anzustoßen und diese auch in die Tat umzusetzen.
Familienfreundlichkeit ist Zukunftsstrategie
Immer mehr Kommunen erkennen, dass ihre Zukunftschancen ganz wesentlich davon abhängen, ob sie Familien attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen bieten können. Ein am Bedarf der Eltern orientiertes, qualitativ hochwertiges Kinderbetreuungsangebot trägt hierzu ganz entscheidend bei. Der Ausbau der Kleinkinderbetreuung hat in den Städten und Gemeinden höchste Priorität. Mit großem Erfolg beteiligen sich bereits 456 Kommunen an der Bundesinitiative Lokale Bündnisse für Familien. In Zusammenarbeit mit den richtigen Partnern entsteht so manches, was eine Kommune alleine nicht bewältigen könnte, so DStGB-Präsident Roland Schäfer.
Neben der Diskussion von Steuerungsinstrumenten und verfahren werden im Rahmen der Konferenz erfolgreiche Lösungsbeispiele vorgestellt. Sie sollen dabei helfen, dass ein guter, bedarfsgerechter Mix zum Beispiel aus Tageseltern, Kita-Plätzen oder Familienpaten vor Ort realisiert werden kann. Das gemeinsame Engagement von Unternehmen, Verwaltungen, Vereinen, freien Trägern und Familien, wie in zahlreichen Lokalen Bündnissen vielfach erprobt, ist zudem ein wesentlicher Baustein zum Erfolg. Ob Leihomas oder -opas, Betreuung in Randzeiten oder Notfallbetreuung, die Lokalen Bündnisse beweisen tagtäglich ihre Gestaltungskraft für den Ausbau der Kinderbetreuung vor Ort, betont Dr. Jan Schröder, Leiter Servicebüro Lokale Bündnisse für Familie.
Good-practice Beispiele aus Lokalen Bündnissen für Familie:
Beispiel Berlin
Manchmal ist es schwierig, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, besonders, wenn die Kinder noch sehr klein sind. Das Berliner Bündnis für Familie und die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) zeigen, wie es geht: Die BSR hat mit dem Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum in der ufafabrik e. V. (NUSZ), Bündnispartner der ersten Stunde, eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Der Familienservice des NUSZ übernimmt die flexible Kinderbetreuung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BSR, falls deren Kind erkrankt ist, die Eltern über die Öffnungszeiten der Kita hinaus arbeiten müssen oder Fortbildungen wahrnehmen wollen. So erhalten die Familien rasch flexible Unterstützung. Die BSR schafft mit ihrem Angebot ein gutes Betriebsklima und motiviert ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Initiiert wurde die Kooperation von der Personalvertretung der BSR.
Beispiel Wiesbaden
Ganz vorne dabei bei der Kinderbetreuung für unter Dreijährige ist die hessische Landeshauptstadt: Mit dem Kita-Modell Wiesbaden hat das Wiesbadener Lokale Bündnis für Familie ein überzeugendes Konzept für ein gleichermaßen flexibles wie qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot entwickelt. Für unter dreijährige Kinder gibt es eine Ganztagsbetreuung in Krippengruppen und altersgemischten Kindergemeinschaftsgruppen. Zum 1. März 2008 sollen 70 neue Krippenplätze geschafft werden. Vom Servicebüro der Bundesinitiative Lokale Bündnisse für Familie wurde das Wiesbadener Familienbündnis zum Bündnis des Monats Juli 2007 gewählt.
Beispiel Dienheim
Als einziger Verein in ganz Deutschland hat der TV 1908 Dienheim, Gründungsmitglied des Lokalen Bündnisses für Familie Dien Heim für Familien, eine eigene Kinderkrippe. Als im rheinhessischen Dienheim ein alter Kindergarten leer stand, zog dort kurzerhand die Kinderkrippe Sternschnuppe ein. Inzwischen sind es bereits 24 kleine Sternschnuppen, die in der Krippe des Familienbündnisses in Dienheim täglich bis 16 Uhr betreut werden. 2007 wurde der Bündniskoordinator und Vorsitzende des Dienheimer Familienbündnisses, Hartmut Bräumer, bei der Initiative Ehrensache 2007 von der SWR-Landesschau Rheinland-Pfalz für sein Engagement in Sachen Kinderbetreuung ausgezeichnet. Von der bundesweiten Initiative Lokale Bündnisse für Familie wurde das Dienheimer Bündnis zum Bündnis des Monats September 2007 ernannt.
Wir vermitteln gerne Ansprechpersonen in Lokalen Bündnissen für Familie, wenn Sie konkrete Beispiele aus Ihrer Region vorstellen möchten. Rufen Sie uns an.
Hintergrund
Die Initiative Lokale Bündnisse für Familie wurde Anfang 2004 vom Bundesfamilienministerium ins Leben gerufen. Ein Lokales Bündnis für Familie ist der Zusammenschluss verschiedener gesellschaftlicher Gruppen mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien vor Ort durch konkrete Projekte zu verbessern und vor allem Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. 456 Bündnisse sind in der Initiative bereits aktiv, 200 weitere Bündnisgründungen sind in Vorbereitung (Stand: 7.12.2007).
In den Kreisen, Städten und Gemeinden mit einem Lokalen Bündnis leben fast 44 Millionen Menschen. Die Initiative wird aus Mitteln des Bundesfamilienministeriums und des Europäischen Sozialfonds finanziert.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB)
Pressestelle
Marienstr. 6, 12207 Berlin
Telefon: (030) 773070, Telefax: (030) 77307200
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