Betriebsräte entscheidend für Gleichstellung im Betrieb
(Düsseldorf) - Die Mitbestimmung in deutschen Betrieben stärkt die Gleichstellung von Frauen und Männern. Aktivitäten, die Chancengleichheit fördern, sind in Betrieben mit Betriebsrat viel häufiger als in Firmen ohne Mitarbeitervertretung. Das zeigt eine aktuelle Studie, die am 21. Januar auf der Konferenz Strategien der Gleichstellung von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft in Berlin vorgestellt wurde. Das Förderangebot werde umso vielfältiger, je größer und jünger der Betrieb ist, so Prof. Dr. Miriam Beblo vom ZEW Mannheim.
Auch der internationale Vergleich zeige: Es gibt mehr familienfreundliche Maßnahmen im Betrieb:
- je mehr Frauen dort beschäftigt sind,
- je höher die Qualifikation der Beschäftigten,
- je besser die Mitarbeiterbeteiligung
- und: wenn die Belegschaft gewerkschaftlich organisiert ist.
Weitere Forschungsergebnisse, die auf der Konferenz diskutiert wurden, bestätigen die große Bedeutung aktiver Betriebsräte. Wenn es in den Betrieben Programme zur Gleichstellung von Frauen und Männern oder zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf gab, waren es weit überwiegend die Betriebsräte, von denen hierzu die Initiative ausging so ein Ergebnis der WSI Betriebsrätebefragung.
Allerdings wurde auch deutlich: Eine fördernde Rolle als Katalysatoren der Gleichstellung spielen die Arbeitnehmervertreter längst nicht überall. Die Mehrheit der Betriebsräte hat sich bisher weder um Gleichstellung im engeren Sinne noch um familienfreundliche Arbeitsbedingungen bemüht. WSI-Forscherin Dr. Christina Klenner: Hier fehlt es noch immer am Problembewusstsein der Beschäftigten einschließlich des Betriebsrates. Indiz: Mehr als die Hälfte der Betriebsräte, die geschlechterbezogene Fragen nicht thematisiert haben, sind der Meinung, dass Frauen und Männer im Betrieb gleich behandelt werden.
Quelle und Kontaktadresse:
Hans-Böckler-Stiftung
Hans-Böckler-Str. 39, 40476 Düsseldorf
Telefon: 0211/77780, Telefax: 0211/7778120
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