Bildungsrückstände sind Hauptursache für wachsende Jugendarbeitslosigkeit
(Lahn-Dill. Gießen. Limburg-Weilburg. Biedenkopf. Vogelsberg. Wetterau) - Im April 2026 waren in Mittelhessen rund 34.160 Personen arbeitslos, 480 weniger als im Vormonat. Darunter waren knapp 3.700 Personen unter 25 Jahren. Seit 2019 ist die Arbeitslosenquote junger Menschen um 1,5 Prozentpunkte auf rund 6 Prozent im Jahr 2025 angestiegen. In allen mittelhessischen Kommunen liegt sie höher als vor der Pandemie.
„Die zunehmende Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen in Mittelessen schwächt die Grundlage für zukünftige Fachkräfte. Bessere Bildungsangebote an Schulen und eine intensivere berufliche Orientierung sind aus diesem Grund dringend notwendig. Bis zum Ende der Grundschule müssen Kinder sicher lesen, schreiben und rechnen können, andernfalls scheitern sie später an weiteren Bildungswegen sowie beim Einstieg in die Berufsausbildung. Eine abgeschlossene Ausbildung ist dabei für die kommenden Generationen nicht nur die Basis für den weiteren Berufsweg, sie dient auch als Schutz vor Arbeitslosigkeit“, sagt Sascha Drechsel, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände Mittelhessen (VhU). Er betont weiter, dass es wichtig und lohnenswert sei, auch alternative Berufsfelder und Regionen in Betracht zu ziehen, um den Schritt ins Berufsleben nicht aufzuschieben.
„Besorgniserregend ist das Ergebnis, dass über 80 Prozent der arbeitslosen Jugendlichen keinen Berufsabschluss besitzen und mehr als ein Drittel nicht einmal einen Schulabschluss vorweisen kann. Besonders betroffen sind junge Ausländer, die etwa 45 Prozent der arbeitslosen Jugendlichen ausmachen, obwohl ihr Anteil an der Altersgruppe lediglich rund 20 Prozent beträgt“, so der Geschäftsführer. Die Daten zeigten zudem, dass Integration in Schule, Ausbildung und Arbeitswelt noch zu selten gelinge. Früher und verpflichtender Deutschunterricht, verstärkte Sprachförderung sowie bessere Übergänge in die Ausbildung seien erforderlich. Drechsel verdeutlicht: „Diese Maßnahmen entfalten jedoch nur Wirkung, wenn Jugendliche die gebotenen Möglichkeiten auch konsequent wahrnehmen.“
Ein Blick auf die regionale Entwicklung der Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen im Zeitraum von 2019 bis 2025 verdeutlicht die Problematik zusätzlich: In den Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Gießen fällt der Anstieg mit +0,2 und +0,7 Prozentpunkten sowie im Wetteraukreis mit +1 % geringer aus, während andere Regionen stärker betroffen sind. Darunter fallen der Vogelsbergkreis und Limburg-Weilburg mit jeweils +2 Prozentpunkten sowie der Lahn-Dill-Kreis mit einem Anstieg von +2,3 Prozentpunkten. Damit stellen diese Entwicklungen ein deutliches Warnsignal dar und begründen einen klaren Handlungsauftrag für die Bildungspolitik“, so der Geschäftsführer abschließend.
Quelle und Kontaktadresse:
VhU - Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. - Geschäftsstelle Mittelhessen, Janina Hill, Pressesprecher(in), Elsa-Brandström-Str. 5, 35578 Wetzlar, Telefon: 06441 7008-0
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