Unternehmerverband Mittelhessen begrüßt geplante Reformen im Arbeitszeitgesetz
(Wetzlar) - Angesichts der aktuellen Reformpläne der Bundesregierung zum Arbeitszeitgesetz fordert der Unternehmerverband Mittelhessen (UVM) eine grundlegende Modernisierung der bestehenden Regelungen. Im Mittelpunkt steht dabei die geplante Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. Dieser Schritt ist aus Sicht der Arbeitgeber dringend notwendig, um Betrieben und Beschäftigten mehr Flexibilität zu ermöglichen. Derzeit gilt in Deutschland eine tägliche Arbeitszeit von grundsätzlich acht Stunden, die unter bestimmten Voraussetzungen auf bis zu zehn Stunden verlängert werden kann. Zugleich orientieren sich die europäischen Vorgaben bereits seit Jahren an einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von maximal 48 Stunden. „Unsere Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert – das Arbeitszeitgesetz ist dagegen weitgehend stehen geblieben. Es ist also an der Zeit, die Regelung an die modernen Arbeitsprozesse anzupassen“, erklärt der Vorsitzende des UVM, Klaus-Achim Wendel.
Die Bundesregierung plant, die Spielräume künftig durch eine Wochenarbeitszeit zu schaffen und die tägliche Höchstgrenze entsprechend anzupassen. Ein Gesetzentwurf wird in den kommenden Wochen erwartet. „Ziel muss es sein, die Verteilung der Arbeitszeit flexibler zu gestalten – etwa um Auftragsspitzen besser abzufangen oder Arbeitszeiten zu individualisieren. So könnten Beschäftigte an einzelnen Tagen länger arbeiten, um an anderen Tagen oder am Wochenende mehr Freiraum zu gewinnen, z. B. für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf,“ so Wendel. Der Unternehmer verweist zudem darauf, dass die digitalisierten Arbeitsprozesse und mobile Arbeit der heutigen Zeit schlichtweg eine größere zeitliche Flexibilität erfordern.
Kritisch sieht er hingegen eventuelle bürokratischen Auflagen, die mit einer Reform verbunden sein könnten. Insbesondere eine starre Verpflichtung zur genauen Arbeitszeiterfassung würde bewährte Modelle wie die Vertrauensarbeitszeit gefährden und die betriebliche Praxis unnötig erschweren. „Mehr Flexibilität darf nicht mit mehr Bürokratie einhergehen“, verdeutlicht der Vorsitzende. Aus Sicht des Unternehmers kommt es jetzt darauf an, die im Koalitionsvertrag angekündigte Modernisierung konsequent mit einer klaren Orientierung an der Wochenarbeitszeit, praktikablen Regelungen zur Zeiterfassung und ausreichenden Spielräumen für die Betriebe umzusetzen. „Flexible Arbeitszeiten sind kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung. Wenn wir international bestehen wollen, brauchen unsere Unternehmen verlässliche und anpassungsfähige Rahmenbedingungen – das gilt ganz besonders für die Arbeitszeitgestaltung. Eine moderne Arbeitszeitpolitik muss den betrieblichen Alltag abbilden – nicht umgekehrt“, so Wendel abschließend.
Quelle und Kontaktadresse:
VhU - Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. - Geschäftsstelle Mittelhessen, Janina Hill, Pressesprecher(in), Elsa-Brandström-Str. 5, 35578 Wetzlar, Telefon: 06441 7008-0
Weitere Pressemitteilungen dieses Verbands
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

