Bischofskonferenzen aus den G8-Ländern fordern konkrete Maßnahmen vom Gipfel in Heiligendamm / Gemeinsamer Brief an die Staats- und Regierungschefs der G8
(Bonn) - Die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen von Deutschland, England und Wales, Frankreich, Japan, Kanada, der Russischen Föderation sowie der Vereinigten Staaten fordern die Regierungschefs der G8-Staaten auf, in Heiligendamm konkrete Maßnahmen im Blick auf Armutsbekämpfung, medizinische Versorgung, den Klimawandel, Frieden und Sicherheit sowie Bildung zu beschließen, die dem Wohl der ganzen Welt dienen. In einem gemeinsamen Brief an die Teilnehmer des G8-Gipfels rufen die Bischöfe zu einem beherzten und entschiedenen Handeln auf, das der moralischen Verpflichtung der wohlhabenden Nationen entspricht, menschliches Leben und die Menschenwürde zu fördern sowie die Schöpfung Gottes zu bewahren.
Ausdrücklich begrüßen die Bischöfe, dass Afrika erneut im Mittelpunkt des Gipfels steht. Initiativen zur Förderung einer guten Regierungsführung im Rahmen der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) verdienten besondere Unterstützung. Zudem seien finanzielle Hilfen und die Entwicklung geeigneter Strategien zur Stärkung der Gesundheitssysteme ein Gebot der Stunde. Im Rahmen einer angemessenen Bekämpfung von HIV/AIDS sollten die Entwicklungshilfeprogramme im Bereich der Schulbildung, insbesondere für Frauen und Mädchen, erweitert werden. Mit Sorge sehen die Bischöfe, dass die Höhe der Entwicklungshilfe aus den Industrieländern stagniert. Der Weg Afrikas von der Hoffnungslosigkeit zur Hoffnung führt auch zu mehr Sicherheit für alle Nationen, so die Vorsitzenden.
Die Kosten des globalen Klimawandels dürften nicht den Armen auferlegt werden, die von den negativen Folgen, wie etwa steigenden Energiekosten, der Verlagerung von Arbeitsplätzen und gesundheitlichen Problemen am unmittelbarsten betroffen seien. Vielmehr müssten jene Länder die Hauptverantwortung tragen, die von den schädlichen Emissionen am meisten profitiert haben.
Besondere Aufmerksamkeit schenken die Bischöfe der ausufernden menschlichen Tragödie in Darfur. Das Versäumnis der internationalen Staatengemeinschaft, hier wirksame Maßnahmen zu ergreifen, werde aus moralischer Sicht immer untragbarer. Die G8-Staaten seien aufgefordert, sich für die vollständige Umsetzung des UN-Mandats zur Stärkung der Friedenstruppen in Darfur einzusetzen. Für eine langfristige Stabilisierung in jenen Ländern, die von Konflikten gezeichnet sind, sei eine bessere Koordination der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Belange erforderlich.
Die Bischöfe unterstützen darüber hinaus die Forderung von Papst Benedikt XVI., den legalen und illegalen Waffenhandel, den illegalen Handel mit wertvollen Rohstoffen, die Kapitalflucht aus armen Ländern sowie Praktiken von Geldwäsche und Korruption wirksam zu bekämpfen.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutsche Bischofskonferenz
Kaiserstr. 163, 53113 Bonn
Telefon: (0228) 103290, Telefax: (0228) 103299
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